Sie ist lästig, sticht und kann tropische Krankheiten übertragen. Die Asiatische Tigermücke ist nun auch in Kornwestheim (Kreis Ludwigsburg) heimisch. Die Stadt bekämpft sie, auch in Blumentöpfen.
„Sie sind einfach lästig und hat man sie im Garten, kann man sich praktisch nicht im Freien aufhalten.“ Selbst Christopher King als Leiter der Stabsstelle Umwelt- und Klimaschutz hat wenig für die Asiatische Tigermücke übrig. In den vergangenen Jahren wurden die Tiere, die eigentlich in unseren Gefilden bislang nicht heimisch waren, im südlichen Landkreis Ludwigsburg in einigen Kommunen nachgewiesen.
In Baden-Württemberg wurde ihr Vorkommen erstmals 2007 dokumentiert, im Kreis Ludwigsburg wurde sie zuerst 2020 in Korntal-Münchingen entdeckt, 2022 folgte Löchgau, 2023 Kleiningersheim und 2024 Kornwestheim und das Bottwartal.
Die Tiere sind potenziell gefährlich, weil sie tropische Krankheiten bei ihren Stichen übertragen. Deshalb gilt es, ihre Population gar nicht erst groß ansteigen zu lassen. „Aktuell muss klar darauf hingewiesen werden, dass die Tigermücken bei uns keine tropischen Krankheiten übertragen“, sagt King. Er hat dem Ausschuss für Umwelt und Technik in Kornwestheim die Pläne der Stadt zur Bekämpfung der Tigermücke vorgestellt.
Frühzeitige Bekämpfung als präventive Maßnahme
Auch wenn die Tiere in der Salamanderstadt derzeit wohl keine tropischen Krankheiten übertragen, weil es diese Erreger bislang nicht in der Region gibt, gibt es neben der Prävention genügend Gründe, früh mit der Bekämpfung zu beginnen.
Die Mücken sind sehr aktiv und anders als hier heimische Stechmücken auch tagsüber vor allem mit dem Stechen beschäftigt. Wer seinen Garten weiter nutzen will, ist also angehalten, gegen die Tiere vorzugehen. Dazu hat die Stadtverwaltung nun ein Maßnahmenbündel erarbeitet. „Es kommt vor allem auf die Gartenbesitzer an“, sagt King, der auf breite Unterstützung der Bevölkerung hofft.
27 bestätigte Tigermückenfunde gab es 2024 in Kornwestheim. Als Ausbreitungsgebiet sieht King das Gebiet zwischen Friedhof und Salamander-Stadtpark, im Westen und Osten jeweils von Bahngleisen und Bundesstraße eingegrenzt. In diesem Bereich konzentrieren sich nun die Anstrengungen der Stadt zur Bekämpfung der Tigermücke.
Bekämpfung der Tigermücke: Brutstätten im Blick
Neben Informationen für alle Haushalte in dem Areal soll es Schulungen durch Experten geben, wie das Tier bekämpft werden kann. Ganz konkret geht es dann auch um die „Eliminierung von Brutstätten“. Da seien die Stadtgärtnerei, aber vor allem eben die Haus- und Garteneigentümer in dem Bereich gefragt.
Stehendes Gewässer gelte es zu vermeiden, weil dies als Brutstätte hervorragend sei. Umso verwunderter waren einige Stadträte, dass der Stadtparksee nicht zum Ausbreitungsgebiet der Tigermücke gehört. Die Antwort von King: Der Stadtparksee ist zu groß. Die Erfahrung habe gezeigt, dass die winzigen Tierchen dann auch eher sehr kleine stehende Gewässer bevorzugen. „Da geht es eher um den Blumentopf, in dem Wasser steht“, sagt King. Weil das Wasser mehrere Tage stehen muss, kommen auch renaturierte Bäche nicht als Brutstätten infrage.
Wer eine Brutstätte entdeckt hat, kann von der Stadt auch Bti-Tabletten erhalten. Bei der Verwendung der Tabletten an der Brutstätte wird ein Bakterium an die Larven abgegeben, das sie zerstört. Etwa 4500 Euro lässt sich die Stadt insgesamt die Bekämpfung der Tigermücke kosten und hofft durch die Maßnahmen eine weitere Ausbreitung zu verhindern.