Zentrales Thema des Regionalparlaments ist die Verbesserung des ÖPNV. Foto: dpa - dpa

Grüne verfehlen nach Auszählung von 42 der insgesamt 44 Kommunen mit 23 Prozent knapp den Spitzenplatz.

Kreis EsslingenGehörig verändert hat sich das politische Machtgefüge bei der Regionalwahl im Landkreis Esslingen. Das genaue Wahlergebnis lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor. Sicher ist jedoch: Es gibt mit der CDU und der SPD zwei große Verlierer. Die Christdemokraten sind zwar, wenn auch knapp, nach wie vor die stärkste Kraft, sacken aber gegenüber der Wahl vor fünf Jahren, als sie auf 35,2 Prozent kamen, deutlich ab. Bei Redaktionsschluss lagen erst von 42 der 44 Kommunen im Landkreis die Ergebnisse vor. Da kam die CDU auf 23,9 Prozent. Die Sozialdemokraten mussten ebenfalls deutlich Federn lassen, sie kamen auf nur noch 12,6 Prozent (2014: 18,8). Große Gewinner der Regionalwahl sind die Grünen, die sich von 15,7 auf 23 Prozent steigern konnten und damit fast an die CDU herankamen. Die Freien Wähler legten etwas zu, von 16,4 auf 17,9 Prozent. Die FDP kam auf 6,7 Prozent, 3,2 Prozent mehr als 2014.

Der Region Stuttgart gehören die fünf Landkreise Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg und Rems-Murr sowie die Landeshauptstadt an. Das Regionalparlament besteht aus 80 gewählten Vertretern, daneben sind bis zu 16 Überhangmandate möglich. 16 Sitze stehen dem Landkreis Esslingen zu, tatsächlich entsandte der Landkreis in der vergangenen Legislaturperiode wegen dieser Überhangmandate 18 Mandatsträger ins Regionalparlament. Die CDU stellte sechs Vertreter, SPD und Freie Wähler jeweils drei, die Grünen zwei, FDP, Linke, Piraten und Republikaner je einen.

Einen ersten Fingerzeig für die Verschiebung der Machtverhältnisse brachte das bereits um 19.44 Uhr vorliegende Ergebnis aus Aichwald: nur noch 28,8 Prozent für die CDU (2014: 41,5), 14,31 für die SPD (21,9). Die Grünen steigern sich von 12,1 auf 20,6 Prozent.

Dramatisch nach unten ging es für die SPD mit OB Jürgen Zieger als Spitzenkandidaten auch in Esslingen. Ihr Stimmenanteil sank von 25,0 auf 16,2 Prozent. Den ersten Platz verlor die CDU (22,1) mit einem Minus von 7,6 Prozent an die Grünen, die auf 27,0 Prozent kamen (2014: 18,2). Massive Verluste gab es für die CDU auch in Ostfildern, von 30,7 auf 20,4 Prozent. Den Spitzenplatz eroberten sich dort die Grünen mit 25,5 Prozent, 2014 kamen sie auf 19,0 Prozent.

In Baltmannsweiler belegen die Freien Wähler nach einem Plus von 10,6 Prozent mit 24,2 Prozent den Spitzenplatz, vor der CDU (22,0) und den Grünen (20,0). Mit den größten Dämpfer musste die CDU in Lichtenwald hinnehmen, wo unterm Strich statt der 51,4 von 2014 diesmal nur noch 33,7 Prozent stehen. Platz 2 belegen mit 19,7 Prozent die Grünen.

Nicht zufrieden sein werden in Plochingen die Freien Wähler, denn trotz ihres Zugpferds Frank Buß – der Bürgermeister trat als Listenführer an – sank ihr Stimmenanteil von 29,3 auf 22 Prozent. Etwas geringere Verluste verbuchten CDU mit 20,6 Prozent (2014: 26,4) und SPD mit 15,0 Prozent (20). Die Grünen steigerten sich in Plochingen von 12,4 auf 19,8 Prozent.

Dramatische Verluste musste die CDU in Leinfelden-Echterdingen hinnehmen. Nach dem Rückzug ihres OB Roland Klenk aus dem Regionalparlament stürzten die Christdemokraten von 45,5 auf 25,2 Prozent ab. Stärkste Kraft in der Filderkommune wurden die Grünen (29,5 Prozent) mit ihrer wiedergewählten Spitzenkandidatin Ingrid Grischtschenko.

Die AfD hat bei der Regionalwahl im Landkreis Esslingen mit 9,5 Prozent die FDP (6,7 Prozent) überholt und wird zumindest mit ihrer Spitzenkandidatin Vera Kosova, einer Kardiologin aus Leinfelden-Echterdingen, im neuen Regionalparlament vertreten sein. Mit 15 Prozent schaffte die AfD in Erkenbrechtsweiler ihr bestes Ergebnis im Landkreis.

Den Artikel zum Ergebnis der Europawahl im Kreis Esslingen lesen Sie hier.

Stimmen der Polit-Prominenz des Landkreises Esslingen zum Wahlergebnis gibt es hier.

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