Im November geschah an der Unfallstelle, die nun kontrolliert wurde, ein Unfall mit drei Schwerverletzten – darunter ein Kleinkind. Foto: Andreas Rosar/Fotoagentur Stuttgart

Das regelwidrige Wenden ist innerorts eine der Hauptunfallursachen. Deswegen überwacht die Polizei den Verkehr an bekannten Gefahrenstellen. Wo war sie dieses Mal?

Dass es notwendig ist, an gefährlichen Stellen genau hinzuschauen, hat eine Kontrollaktion der Polizei am Donnerstag belegt. Die Beamtinnen und Beamten der Verkehrspolizei postierten sich an der Neckartalstraße in Bad Cannstatt, wo die Voltastraße einmündet. Fährt man stadtauswärts, dann ist das dort, wo nach der Stadtbahnhaltestelle Mühlsteg die Neckartalstraße vom Fluss wegführt und man aufs Kraftwerk Münster zufährt. Die Polizei hatte dabei vor allem ein Thema: das verbotene Wenden über die Stadtbahngleise, sogenannte U-Turns.

In der Zeit von 14.15 Uhr bis 16.45 Uhr wendeten 19 Autofahrerinnen und Autofahrer vor den Augen der Polizei über die Stadtbahngleise. Das ist knapp alle acht Minuten ein verbotenes Fahrmanöver – und die sind eine der häufigsten Ursachen für Zusammenstöße zwischen Autos und Stadtbahnen. Die erwischten Fahrer und Fahrerinnen müssen nun mit einem Bußgeld rechnen – und wurden auf die Gefahren ihres Tuns hingewiesen.

Das sind die Unfall-Hotspots in Stuttgart

Während die Polizei dort ihre Kontrollstelle hatte, wurden auch noch weitere Verstöße festgestellt. Ein Autofahrer fuhr trotz rot zeigender Ampel, zwei hatten keine Sicherheitsgurte angelegt. Auch sie müssen nun ein Bußgeld bezahlen.

Die Stellen, an denen Kontrollen gemacht werden, sind laut einer Sprecherin der Polizei auch solche, an denen es immer wieder zu Unfällen und gefährlichen Situationen kommt. Dazu zähle für die Verkehrspolizei die Ecke Neckartalstraße und Voltastraße in Bad Cannstatt. Auch die Kreuzung der Waiblinger- mit der Daimlerstraße, ebenfalls in Bad Cannstatt, gehöre dazu. Im Westen sind es mehrere Ecken entlang der Schloss- und Bebelstraße. Auch in der Innenstadt, oberhalb des Charlottenplatzes, kommt es durch derlei verbotene Wenden immer wieder zu Zwischenfällen. „Wir nehmen da der Reihe nach alle Stellen in den Blick, an denen es angebracht ist, zu kontrollieren“, sagt die Polizeisprecherin.

Gefährliche U-Turns: Schwerer Unfall an der Neckartalstraße

An der Ecke Neckartalstraße/Voltastraße ist erst im vergangenen November wieder ein Unfall geschehen, bei dem das unerlaubte Wenden über die Gleise die Ursache war. Der 37 Jahre alte Mann am Steuer, seine Beifahrerin und ein Kleinkind im Auto wurden beim Zusammenstoß mit einer Stadtbahn, die in die gleiche Richtung – stadtauswärts nach Münster – fuhr, schwer verletzt. Den Sachschaden an den Fahrzeugen gab die Polizei damals mit mehreren Zehntausend Euro an. Auch im März 2025 wurde ein solcher Unfall an exakt dieser Stelle mit ähnlichem Verlauf gemeldet. Dabei wurde aber niemand verletzt. Der Mercedes des Unfallverursachers war jedoch nicht mehr fahrbereit und musste abgeschleppt werden.

Wenden und Abbiegen: Hauptursachen für Unfälle innerorts

Während außerorts immer noch das zu schnelle Fahren zu den Hauptunfallursachen zählt, wie auch die neue Unfallstatistik des Landes wieder belegt, sind es innerorts seit Jahren Wenden und Abbiegen, dicht gefolgt vom Nichteinhalten der Vorfahrtsregeln.