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Der Verein sieht sich zuvorderst zwar als Impulsgeber für die Neugestaltung der Kulturmeile rund um die B 14. Bei der Diskussion mit den Fraktionschefs des Stuttgarter Gemeinderats ging es jedoch auch um andere brennende Themen wie Wohnungsnot und Mobilität.

StuttgartWas nun, Stuttgart?“ So lautete die Frage, die der Verein Aufbruch Stuttgart den Vorsitzenden der fünf größten Gemeinderatsfraktionen am Montag im gut besuchten Hospitalhof stellte. Obwohl der Verein sich zuvorderst als Impulsgeber für die Neugestaltung der Kulturmeile rund um die B 14 versteht, rief Moderator Martin Hoffmann die Kommunalpolitiker dazu auf, sich auch zu anderen brennenden Themen wie Wohnungsnot und Mobilität zu äußern.

Was Letztere angeht, konnten sich die Herren auf dem Podium – eine Frau war nicht vertreten, was Teile des Publikums lautstark bemängelten – immerhin darauf einigen, dass Stuttgart den Wandel von der auto- zur menschengerechten Stadt braucht. Im „Wie“ unterscheiden sich die Ansichten kräftig. So forderte Hannes Rockenbauch (SÖS/Linke-plus), 85 Prozent der Autos bis 2050 aus der Stadt zu verbannen. Auch Andreas Winter (Grüne) sagte, ein „Weiter so“ könne Stuttgart sich nicht leisten. Wie Martin Körner (SPD) plädierte er für die Einführung eines 365-Euro-Jahrestickets, das durch einen Mobilitätspass oder Steuermittel finanzierbar sei. „Ich will nicht zurück zum Ochsenkarren“ äußerte dagegen Jürgen Zeeb (Freie Wähler). Der ÖPNV-Ausbau stoße an seine Grenzen, auch Autos hätten ihre Berechtigung.

Sorgen bereitet allen Gemeinderäten die Summe von bis zu 800 Millionen Euro, die für die Sanierung des Opernhauses (Littmann-Bau) im Raum steht. In Anbetracht dieses Betrags „kommt städtebaulich nicht viel rum“, kritisierte Martin Körner. Man müsse sich die Königstraße 1 bis 3 noch mal genauer anschauen. Die Gebäude in LBBW-Besitz gelten als möglicher Standort für ein ­neues Konzerthaus. Die CDU flirtet dagegen mit einer Philharmonie am Neckar, die als „Ankerpunkt für ein völlig neues Stuttgart am Fluss“ dienen könne, so Alexander Kotz. Sorge auch über die Nutzung des Littmann-Baus: So hält es Matthias Oechsner (FDP) für noch nicht gesetzt, dass er nach einer möglichen Sanierung weiter als Oper dienen werde.

Das wohl akuteste Problem der Stadt ist der Wohnraummangel. Während Kotz dafür plädierte, Gebiete mit bestehender Infrastruktur zu arrondieren, warf Körner OB Fritz Kuhn Untätigkeit vor. Städte wie Frankfurt und Hamburg bauten deutlich mehr. Noch keinen Quadratmeter habe Kuhn geschaffen, kritisierte auch Zeeb: Solange „jeder Grashalm und jede Erdkrume heilig“ sei, werde das auch nicht gelingen. Gegen diese Anwürfe setzte sich Winter zur Wehr: Am Neckarpark, auf dem Schoch- und dem IBM-Areal werde sehr wohl gebaut. „Wir haben 4500 Wohnungen auf Baustelle und 2000 geschaffen“, sagte Winter.

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