Dieses Bild der Harmonie täuscht: Die Stadträte Andreas Winter (li.) und Marco Rastetter (re.) sehen sich und die Wähler von Laura Halding-Hoppenheit getäuscht. Foto: privat

Die Szenewirtin geht zu den Freien Wählern. Ihre bisherigen Mitstreiter werten deren abrupte Entscheidung als nicht vermittelbaren Alleingang.

Die vor drei Monaten gezeigte Harmonie in der Stuttgarter Liste ist nach dem abrupten Wechsel der wieder in den Gemeinderat gewählten Laura Halding-Hoppenheit (80) Geschichte. Sie geht zu den Freien Wählern. Sechs an der Spitze der Liste angetretene Kandidaten werfen der Szenewirtin daher indirekt Wählerbetrug vor.

Die Entscheidung Halding-Hoppenheits sei ein „nicht vermittelbarer Alleingang“, von dem sich die sechs „ausdrücklich distanzieren“, heißt es. Die Stuttgarter Liste sei „weder involviert noch informiert“ gewesen.

Liste war im Beratungsprozess

Man sei „nicht in Kenntnis gesetzt worden“, sagen Andreas Winter und Marco Rastetter. Die beiden früheren Grünen sitzen mit Halding-Hoppenheit als Gruppe im noch bis zum 24. Juli amtierenden Rat. Sie konnten kein neues Mandat erringen.

Am Montag nach dem Wahlsonntag habe die Liste darüber beraten, mit welchen politischen Kräften sie Gespräche über eine Zusammenarbeit führen wolle. Diese Beratungen habe man fortführen wollen.

Stadträtin will sich Ausschüsse sichern

Am Dienstag nach der Wahl hatte Halding-Hoppenheit unserer Zeitung ihre Präferenz für die Freien Wähler bekundet. Diese seien ihr „tatsächlich sehr sympathisch. Die sind bürgernah, kulturaffin und verteufeln das Auto nicht. Das würde also gut passen“, so die wiedergewählte Stadträtin, die sich einen Sitz in bestimmten Ausschüssen sichern will. Auf Nachfrage unserer Zeitung wollte sie sich am Mittwoch nicht zur Kritik von Teilen der Stuttgarter Liste an ihrer Entscheidung für die Freien Wähler äußern.

Bei dem Alleingang von Halding-Hoppenheit seien „keine erkennbaren inhaltlichen Absprachen ersichtlich, die sich an den Zielen der Stuttgarter Liste orientieren und der Verantwortung gegenüber unseren Wähler*innen beziehungsweise dem Vertrauen unserer Wähler*innen Rechnung tragen würden“, so Winter, Rastetter und die Kandidaten Anna Ioannidou, Axel Graser, Melih Göksu und Firat Tuncer.