Christian Dörmann Foto: bulgrin/ - bulgrin/

Christian Dörmann kommentiert die neuen Mehrheitsverhältnisse im Esslinger Gemeinderat. Die Entscheidungsfindung dürfte im neuen Gemeinderat komplizierter werden.

EsslingenDie Grünen im Höhenflug, die SPD kommt mit einem blauen Auge davon, die CDU erlebt einen Absturz, und die Mehrheitsverhältnisse im künftigen Esslinger Gemeinderat sind schwieriger geworden. Das sind die wesentlichen Eckpunkte der Gemeinderatswahl vom vergangenen Sonntag. Die Grünen, so hat es den Anschein, können derzeit eigentlich fast nichts falsch machen. Sie profitieren vom Trend – auch in Esslingen, wo sich die Grünen mit Themen wie Klimaschutz oder Artenvielfalt bisher nicht vehement hervorgetan haben.

Um beim Trend zu bleiben: Der hätte die SPD wie in vielen anderen Städten noch wesentlich härter getroffen, gäbe es da nicht einen Stimmenfänger wie Wolfgang Drexler, und hätte es da nicht einen von der SPD getriebenen Bürgerentscheid zur Stadtbücherei gegeben, der auch noch erfolgreich war. Der Mut zum Risiko ist belohnt worden.

Der CDU fliegt derweil der traditionelle Dauerstreit zwischen Gemeinderatsfraktion und Stadtverband um die Ohren. Das lässt sich längst nicht mehr zukleistern und erlangt durch die Tatsache, dass der Stadtverbandschef Tim Hauser demnächst der Fraktion angehören wird, eine besondere Brisanz.

Die bisherigen mehr oder weniger klaren Fronten zwischen dem bürgerlichen Lager aus CDU, Freien Wählern und FDP und den übrigen Parteien ist aufgehoben. Damit wird Kommunalpolitik in Esslingen komplizierter. Es sei denn, die Sache steht im Vordergrund, wie aktuell im Fall der Raab-Nachfolge. Da präsentieren sich alle Beteiligten in Einigkeit. Möge dieses Beispiel Schule machen.

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