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Ein Kommentar von Sigor Paesler zum Aufstieg des TV Plochingen.

PlochingenEs ist eine Erfolgsgeschichte. Innerhalb von fünf Jahren ist der TV Plochingen von der Württembergliga in die 3. Liga geklettert. Damit gehört der TVP zu den besten 100 Handball-Mannschaften in Deutschland. Und der Verein hat den gerade aus der 3. Liga abgestiegenen TSV Neuhausen als männliche Nummer eins in der Region abgelöst, so wie die Neuhausener einst den TSV Deizisau überholt haben.

Es war kein Hauruck-Aufstieg. Die Strukturen bei den Plochingern sind in den vergangenen Jahren im Gleichschritt mit der sportlichen Entwicklung gewachsen. Die Aufgaben sind auf ausreichend viele Schultern verteilt. Kurzum: Es wurde und wird beim TVP auf allen Ebenen gute Arbeit geleistet.

Das heißt aber nicht, dass die 3. Liga für den Verein nicht eine gewaltige Aufgabe und Herausforderung wird. In struktureller wie in sportlicher Hinsicht. Wie schwer das ist, haben gerade die Neuhausener erlebt. Die Spiele finden nun unter dem Dach des Deutschen Handball-Bundes statt, die Anforderungen im spieltechnischen Bereich steigen. Ebenso wie die Kosten. Die Mannschaft wird zu den Underdogs in der Liga gehören. Unter den fünf Abgängen sind die Leistungsträger Lukas Fischer und Felix Zeiler. Vor allem Fischer, den die Plochinger vor einem Jahr nur durch den Niedergang des TV Neuhausen/Erms verpflichten konnten, wird eine große Lücke reißen. Auf den Torhüterpositionen hat der Verein für die Abgänge Sebastian Dunz und Marius Nagel in dem erfahrenen Manuel Weinbuch und Talent Kay Siemer guten Ersatz gefunden. Auf anderen Positionen wird der TVP zu den bisher feststehenden Zugängen die kommenden Wochen intensiv nutzen und sich weiter verstärken müssen. Nach dem geschafften Aufstieg dürfte das leichter geworden sein.

Auch Trainer Daniel Brack und sein Assistent Joachim Rieck verlassen den Verein. Brack hat in den vergangenen sechs Jahren nicht nur mit wechselndem Personal immer wieder eine erfolgreiche Mannschaft geformt, er hat auch mitgeholfen, dass sich der TVP im Umfeld weiterentwickelt. Nachfolger Michael Schwöbel verkörpert eine ähnliche Handball-Philosophie. Aber er hat bislang ausschließlich bei seinem Heimatverein HSG Ostfildern, den er in die Württembergliga geführt hat, erfolgreich gearbeitet und hat keine Erfahrung in den Bereichen, in denen sich die Plochinger nun befinden. Auch für ihn ist die 3. Liga eine Herausforderung – und eine Chance, die er wie der gesamte Verein nutzen kann.

Der TV Plochingen hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich nach oben entwickelt. Dennoch kommt der Aufstieg in die dritthöchste deutsche Spielklasse möglicherweise etwas zu früh. Aber die Mannschaft hat ihn sportlich geschafft und auch verdient. Deshalb gilt für den Verein: Das Abenteuer angehen, ohne in wirtschaftlicher Sicht abenteuerlich zu handeln. Und versuchen, sich möglichst gut in der neuen Liga zu behaupten.

Gelingt den Plochingern in der kommenden Saison der Klassenverbleib, ist auch das eine Erfolgsgeschichte.

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