E-Roller gehören längst auch in Stuttgart zum Stadtbild. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Kinder würde man zusammenstauchen. Aber Erwachsene dürfen das. Unser Kolumnist KNITZ zum Gebrauch von E-Tretrollern in der Stadt.

Stuttgart - In jüngster Zeit geht KNITZ des Nachts öfter ein Licht auf. Meist glimmt es dort, wo man es nicht erwarten würde. An einer Neckarböschung, am Wegesrand im Mittleren Schlossgarten oder in einem braven Wohngebiet, wo um die Zeit kein Mensch mehr auf der Straße ist.

KNITZ hat nichts gegen das Licht

Anfangs hat Radler KNITZ mit einem Hund gerechnet und seine Fahrt verlangsamt. Denn der Hund von heute trägt gern ein leuchtendes Halsband. ­Allerdings ist der Hund, abgesehen von dem Moment, in dem er ein Bein hebt, in Bewegung. Das Licht bewegt sich nicht, ist also ein Standlicht. Es schimmert grünlich und stammt von abgestellten und manchmal auch hingeworfenen E-Tretrollern.

KNITZ hat nichts gegen das Licht an sich. Eigentlich ist er sogar dankbar dafür, immerhin hat es schon einige Male ­verhindert, dass er in einen E-Roller ­gerauscht ist.

Spaßmobil für Fußfaule

Er erinnert sich noch gut daran, wie es war, als die ersten E-Roller in der Stadt verteilt wurden. Als rollende Umweltbotschafter wurden die batteriegetriebenen Untersätze angepriesen. Wer weiß, dass an jeder Ecke so ein Ding auf ihn wartet, so die Annahme, der lässt womöglich seinen Allrad­panzer daheim in der Garage ­stehen.

Eine schöne Vorstellung, findet KNITZ, die mit der Wirklichkeit allerdings kaum etwas zu tun haben dürfte. E-Roller würde er eher unter der Kategorie „Spaß­mobil für Fußfaule“ verorten, die man, je nach Lust und Laune oder wenn der Akku nicht mehr will, stehen und liegen lässt. Und damit fängt das Problem an.

Pädagogisch wenig wertvoll

Nur mal angenommen, Kinder würden mit ihrem Spielzeug so umgehen. Er weiß nicht, wie Sie das sehen, aber KNITZ würde ihnen das nicht durchgehen ­lassen. Zum einen, weil er ungern über Spielzeug stolpert, zum andern, weil es auch darum geht, jungen Menschen ein Gefühl für Wertschätzung zu vermitteln.

Rein pädagogisch sind die E-Roller wohl kein Gewinn. Aber sie sind wie geschaffen für eine Wegwerfgesellschaft.

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