Zum Wiehern: Tobias Degode (Mitte) muss beim Rathaussturm sauren Most trinken, dabei genißet er doch eigentlich noch Welpenschutz, findet unsere tierische Pferdemarkt-Kolumnistin Leonie. Foto: Simon Granville, LKZ

Der Rathaussturm in Leonberg fällt diesmal recht brav aus, findet unsere tierische Pferdemarkt-Kolumnistin.

Alle Jahre wieder – halt, nein, das ist die falsche Jahreszeit. Aber es passt schon irgendwie. Alle Jahre wieder ruft der Pferdemarkt, und die Leute strömen nach Leonberg. Und alle Jahre wieder steht der Harald Lutz, der Ehrenpräsident des Leonberger Karnevalvereins Gesellschaft Engelberg, auf der Bühne auf dem Marktplatz und darf beim Rathaussturm die Anklage gegen den Oberbürgermeister verlesen, nachdem dieser von den Waldhexen unsanft aus dem Amtssessel befördert worden ist.

Da der Tobias Degode aber gerade mal zwei Monate im Amt ist, hörte sich das in diesem Jahr alles sehr brav – und sehr leise – an. Baustellen, Wartezeiten in der Zulassungsstelle, Leobad-Parkplätze – ja das scheint die Leonberger Gemüter schon sehr zu erhitzen. Dass man den armen Tobi dafür aber mit saurem Most quälen muss? Der hat doch noch Welpenschutz als OB.

Der Pferdemarkt-Sonntag startet ruhig – alle sind noch müde

Und so viele Guggenmusiker waren diesmal auch nicht dabei. Eigentlich mag ich die schrägen Töne gar nicht so sehr, das tut Ponys in den Ohren schon ein wenig weh. Aber es gehört auch irgendwie dazu. Auch im Reiterstadion und auf dem Rummel ist der Sonntag recht ruhig angelaufen. Sind die Leonberger plötzlich lahm oder Pferdemarkt-müde geworden?

Harald Lutz (rechts) ganz in seinem Element: Der Ehrenpräsident der Leonberger Karnevalisten verliest die Anklage gegen Neu-OB Degode. Foto: Simon Granville

Wohl nicht. Ein Großteil war wohl einfach noch im Bett und hat nach einer langen Partynacht ausgeschlafen. Und ja, nicht nur die Jungen können in den Kellern, Kneipen und Hallen feiern, so wie mein Kollege Flemming Nave. Auch der ein oder andere Oldtimer bleibt beim Pferdemarkt gern mal bis Kellerschluss sitzen.

Meinen großen Ohren ist auch nicht verborgen geblieben, dass unser neuer OB am Freitag die Pferdemarkt-Partyszene unsicher gemacht hat. Auch am berühmt-berüchtigten Eltinger Wein kam er dabei wohl nicht vorbei.

Ganz schön erschreckt habe ich mich gestern dann auch noch. Da war ja auch noch verkaufsoffener Sonntag. Und im Leo-Center stand plötzlich Darth Vader höchst persönlich vor mir! Da habe ich aber die Hufe in die Hand genommen und bin davon galoppiert. Nicht mal in Leonberg ist man vor dem Imperium sicher!

Und jetzt bin ich nach zwei Tagen voller Pferdemarkt-Programm ganz schön platt. Morgen ziehe ich mir etwas Bildung rein bei der hippologischen Fachtagung in der Stadthalle, ich möchte mich nämlich zum Therapie-Pony weiterbilden. Da muss ich aber erst mal nur zuhören und kann die Hufe hochlegen, bevor am Dienstag dann der ganz große Festtag ansteht.