Jahrelang klaffte eine Lücke in der Innenstadt, doch nun ist das Warten vorbei: Am sogenannten Benko-Loch an der Ecke Schul- und Königstraße haben die Arbeiten begonnen.
Die Kastanie ist weg. Die Bagger sind da. Am sogenannten Benko-Loch an der Ecke Schul-/ Königstraße geht es vorwärts. Bis Winter 2027/2028 soll der Neubau stehen, auf den die Stuttgarterinnen und Stuttgarter so lange warten. Nach der Verzögerung durch die Insolvenz des österreichische Immobilienunternehmers René Benko, der an dieser Stelle mit seiner Signa Real Estate das Projekt „Zwei hoch Fünf“ realisieren wollte, soll es nun zügig voran gehen. Neue Eigentümerin ist die Dibag Industriebau AG. Unter dem Projektnamen Patio – benannt nach den geplanten, sogenannten Lichthöfen – sollen vom 1. bis zum 5. Obergeschoss 4800 Quadratmeter Büroflächen entstehen. Das Erd- und 1. Untergeschoss mit seinen 2300 Quadratmeter wird das Buchhandelsunternehmen Wittwer/Thalia beziehen.
Damit das Einzugsdatum auch gehalten werden kann und keine Mehrkosten entstehen, hatte die Dibag den Wunsch geäußert, dass eine 30 Jahre alte Rosskastanie vor Baubeginn gefällt werden darf. Die Stadtverwaltung kam dem Wunsch nun nach. Der rund 18 Meter hohe Baum, mit einem Stammumfang von circa 150 Zentimetern ist weg. Laut Garten-, Friedhofs- und Forstamt war er in einem guten Gesundheitszustand. Dennoch: „Der Vorhabenträger konnte glaubhaft darstellen, dass an dieser Stelle aufgrund des Baums kein ordnungsgemäßer Verbau der Baugrube möglich wäre. Zudem wären für die Bauausführung starke Kronenrückschnitte erforderlich gewesen, die den Baum in seinem Bestand gefährden würden“, heißt es auf Nachfrage unserer Zeitung bei der Stadt. „Gerade bei Kastanien können bereits Rückschnitte mit geringem Durchmesser häufig zu ausgedehnten Fäulen führen. Die Folge wären dauerhaft wiederkehrende Schnittmaßnahmen, die den Baum weiter gefährdet hätten. Daher wurde entschieden, den Baum zu entfernen und ihn nach Abschluss der Bautätigkeiten zu ersetzen.“
Und die Kastanie ist nicht der einzige Baum, der nach Ende der Baumaßnahme gepflanzt werden soll. „Die drei weiteren geplanten Baumstandorte werden derzeit geprüft. Die Baumarten werden unter Verwendung von klimaresilienten Baumarten noch festgelegt“, heißt es bei der Stadt weiter.