Auf einem Köngener Acker in Nähe einer Gruhbank (links) wird ein Mobilfunkmast aufgestellt. Foto: Kerstin Dannath

Um die Netzqualität in der Gemeinde zu verbessern, stellt die Telekom einen rund 34 Meter hohen Mobilfunkmast auf einem Acker in Köngen auf. Warum dieser Bau erlaubt wird.

Um Versorgungslücken im Mobilfunknetz zu schließen erteilte der Köngener Gemeinderat bereits vor drei Monaten seine Zustimmung zur Aufstellung eines temporären Mobilfunkmast des Unternehmens Telefónica (O2) im Bereich der Sporthalle Fuchsgrube – in seiner jüngsten Sitzung beschloss das Gremium nun, dass auch die Telekom einen Mast auf einem Acker nördlich des neuen Baugebiets „Östlich Blumenstraße“ aufstellen darf.

„Es kommen nur bestimmte Flächen in Frage“, erklärte Köngens Bürgermeister Ronald Scholz auf die Frage, warum man sich für einen Standort auf dem freien Feld entschieden habe. Dabei entscheide nicht nur die Höhe, sondern auch die Umgebungsfläche. Der Verwaltungschef kündigte gleichzeitig an, dass es bis zur Umsetzung noch „etwas dauern“ werde: „Aber dann haben wir O2 im Süden und Telekom im Norden.“

Telekom-Mast in Köngen: Dauerlösung trotz Landschaftseingriff

Während der O2-Mast rund 21 Meter hoch sein wird und zunächst für 24 Monate – das Unternehmen sucht auf lange Sicht einen Standort auf einen Dach, im besten Fall auch näher am Ortszentrum – in Betrieb genommen werden soll, ist der Telekom-Funkmast rund 34 Meter hoch und soll eine dauerhafte Lösung sein. Der geplante Standort befindet sich auf einer Ackerfläche in einem stark von Spaziergängern frequentierten Gebiet - deswegen wurde zunächst ein landschaftspflegerischer Begleitplan in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Das Vorhaben liegt nicht in einem Schutzgebiet und ist aus naturschutzfachlicher Sicht von eher geringerer Bedeutung.

Zwar befindet sich in unmittelbarer Nähe an einer Wegkreuzung ein „Gruhbank“, die als Kleindenkmal mit einer Infotafel ausgestattet ist. Diese meist steinernen Absetzbänke aus dem 16. bis 19. Jahrhundert dienten Lastenträgern an alten Verkehrswegen als Rastplatz, um schwere Rückenkörbe oder Kopflasten abzustellen, ohne die Last abnehmen zu müssen. Da die Köngener Gruhbank rechtlich gesehen aber nicht als „besonderes“ Denkmal gilt, besteht kein Umgebungsschutz.

Telekom zahlt 3300 Euro für Landschaftseingriff in Köngen

Auch in Sachen Landschaftsbild gebe es keine größeren Bedenken: Die Sicht in nördliche Richtung sei durch die gut erkennbaren Schornsteine des Heizkraftwerks Altbach sowieso vorbelastet – der Blick nach Süden in Richtung Alb bleibe frei, wie die Begründung lautet. Um den Verlust von 530 Ökopunkten, der durch den Eingriff entsteht, auszugleichen, wird in am Rand des Baugebiets Östlich Blumenstraße ein Baum gepflanzt. Obendrein muss die Telekom eine sogenannte Ausgleichsabgabe wegen der Beeinträchtigung des Landschaftsbild bezahlen – angesetzt wurden 3 Prozent der Baukosten von rund 120.000 Euro, also rund 3300 Euro.