Die ehemalige Schreinerei und das Wohnhaus in Köngen sind Geschichte, entstehen soll auf dem Areal in der Plochinger Straße ein neues Gemeindezentrum der Liebenzeller Gemeinschaft. Foto: kd

Die christliche Glaubensgemeinschaft nimmt für das von Spenden getragene Bauvorhaben vier Millionen Euro in die Hand – möglichst viel Arbeit soll über Eigenleistungen abgedeckt werden.

Das neue Gemeindehaus der Liebenzeller Gemeinschaft in Köngen hat die nächste Hürde genommen: Einvernehmlich erteilte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung in der Zehntscheuer seine Zustimmung zu dem ambitionierten Projekt. „Wir warten jetzt nur noch auf den roten Punkt vom Landratsamt“, freut sich Hans-Martin Reimund von der örtlichen Gemeindeleitung.

Entstehen soll ein zweigeschossiges Mehrzweckgebäude mit einer Nutzfläche von rund 1000 Quadratmetern. Auf einen Keller wird aus Kostengründen verzichtet, dafür sind aber eine Photovoltaikanlage auf dem Dach und eine Wärmepumpe vorgesehen. Auch die Barrierefreiheit soll gewährleistet werden. Neben einem großen Saal für die Gottesdienste sind mehrere Räume vor allen Dingen für die Eltern-Kind- sowie die Jugendarbeit – die von Krümeltreff über die Lego-Bau-Tage bis zum Teen-Club einer der Schwerpunkte der Gemeinde sind - vorgesehen. Auch die Außenanlagen des großzügigen Areals sollen ansprechend gestaltet werden – neben einem Multifunktionsfeld auf der 400 Quadratmeter großen Grünfläche ist auch ein Spielplatz für kleinere Kinder angedacht.

Gemeindehaus in Köngen wird durch Spenden finanziert

Die Liebenzeller Gemeinschaft ist seit fast hundert Jahren in Köngen aktiv. Die evangelische Missionsgesellschaft mit Sitz in Bad Liebenzell ist Mitglied im Diakonischen Werk und eng mit der Evangelischen Landeskirche in Württemberg verbunden. Was fehlt, ist ein eigenes Gemeindezentrum. Bislang nutzt die Gemeinschaft das evangelische Gemeindehaus, war aber seit vielen Jahren auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück – bis sich nun die Möglichkeit bot, der Gemeinde Köngen in der Plochinger Straße ein größeres Areal mit Wohnhaus und ehemaliger Schreinerei abzukaufen.

Insgesamt vier Millionen Euro nehmen die Liebenzeller für ihr Bauvorhaben inklusive Grundstückserwerb in die Hand, finanziert wird der Betrag komplett durch Spenden. Das ausgegebene Spendenziel zum Baubeginn von 1,4 Millionen Euro ist schon fast erreicht: „Es fehlen noch 170 000 Euro“, bestätigt Reimund. In Sachen Finanzierung hoffen die Liebenzeller auch die Unterstützung von diversen Stiftungen: „Da gibt es verschiedene Töpfe, das müssen wir aber noch genauer prüfen.“

Bau des Gemeindehauses soll in diesem Sommer beginnen

Den Innenausbau will die Gemeinde hauptsächlich über Eigenleistungen stemmen, weswegen dafür auch rund zweieinhalb Jahre eingeplant sind. Nachdem die Gemeinde Köngen die Abbrucharbeiten auf dem Areal gemäß Kaufvertrag erledigt hatte, waren die Liebenzeller schon aktiv: „Bereits im vergangenen Herbst haben wir die Baumrodungen in Eigenregie durchgeführt“, sagt Reimund.

Nun soll zeitnah die Ausschreibung für den Rohbau erfolgen – klappt alles, soll der bereits in diesem Sommer starten. Ab Frühjahr 2027 geht es dann an die Ausgestaltung der Innenräume. „Ziel wäre es, dass wir unser 100-jähriges Jubiläum 2029 in unserem neuen Gemeindezentrum feiern können“, kündigt Reimund an. Wichtig ist den Liebenzellern, dass sie trotz der zusätzlichen zeitlichen Belastung während der Bauzeit in Sachen Gemeindearbeit am Ball bleiben – sprich etablierte Veranstaltungen wie etwa die Lego-Bau-Tage in den Herbstferien sollen trotzdem durchgeführt werden.