Mit Bleiweste und Virtual-Reality-Brille wird die Selbsterfahrung so authentisch, wie es für nicht Betroffene nur möglich ist. Foto: Ines Rudel

Depression ist eine Volkskrankheit – mehr als fünf Millionen Menschen sind jedes Jahr in Deutschland betroffen. Um Verständnis für die Betroffenen und ihre Nöte zu wecken, hat die Robert-Enke-Stiftung im Klinikum Esslingen gezeigt, was Depression bedeutet.

Die Stimmung ist so trüb und grau wie an einem Regentag im Herbst – kein Silberstreif am Horizont. Allein der Gedanke ans Aufstehen fällt schwer. Alles scheint sinn- und hoffnungslos zu sein. Der Berg aus Anforderungen und Erwartungen wird immer höher, und die Aussicht, ihn jemals zu bewältigen, schwindet. Bleierne Müdigkeit drückt einen nieder, alles kostet Überwindung, nichts bringt einem Freude. Familie und Freunde reagieren oft ungehalten. Depression gilt als Volkskrankheit, in Zeiten der Corona-Lockdowns hat sich das Problem verschärft. Wer nicht betroffen ist, kann oft nicht nachvollziehen, was Erkrankte erdulden. Deshalb hat die Robert-Enke-Stiftung die Ausstellung „Impression – Depression“ zusammengestellt, die vermitteln möchte, was Depression bedeutet, wie sie sich anfühlen kann – und dass diese Erkrankung eine Herausforderung für die Gesellschaft insgesamt ist. Zwei Tage lang hat die Stiftung nun am Esslinger Klinikum Gelegenheit zur Selbsterfahrung geboten.

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