Die Linde an der Künkelinhalle hat nur noch wenig Laub – trotz der Tiefendüngung. Foto: va Schäfer

An manchen Standorten werden entfernte Straßenbäume nicht mehr ersetzt. Ein Beispiel sind die Blutpflaumen am Fuß- und Radweg entlang der Burgstraße. Die Stadt nennt die Gründe.

Die Warnbaken sind von Weitem zu sehen: Am Fuß- und auf dem Radweg entlang der Burgstraße in Schorndorf wurden dieser Tage die Baumstümpfe entfernt, die nach der Fällung der Bäume Mitte Dezember vergangenen Jahres noch stehengeblieben waren. Sie stammen von den entfernten Blutpflaumen.

Bereits ein Jahr zuvor mussten Bäume an diesem Abschnitt kurz vor der Bushaltestelle Johannesstraße weichen. „Die noch übrigen zwei Stümpfe werden aktuell entfernt, am Montag werden die Löcher mit Asphalt gefüllt“, teilt das Presseamt der Stadt Schorndorf mit. Die Stadt hatte darauf verwiesen, dass die Baumquartiere an dieser Stelle relativ schlecht seien. „Die Bäume hatten mit einem viel zu kleinen Wurzelraum zu kämpfen. Vermutlich wurden die Wurzeln durch Arbeiten am Radweg und der Straße beschädigt“, teilt das Presseamt mit.

Auch die eindrucksvollen Schwarzkiefern an der Schorndorfer Künkelinhalle kämpfen mit Folgen des Klimawandels. Foto: Eva Schäfer

Schon bei der Fällung war deutlich gemacht worden, dass dort keine neuen Bäume mehr eingesetzt werden. „Eine unmittelbare Nachpflanzung an dieser Stelle ist derzeit nicht sinnvoll möglich. Um eine zukunftsfähige und nachhaltige Lösung zu schaffen, wären ein Bodenaustausch sowie ein umfassender Umbau des Baumquartiers notwendig“, hieß es vonseiten des städtischen Presseamts. Dieses erfordere eine umfangreichere Sanierung des betroffenen Straßenabschnitts.

Der Zustand der Linde an der Ecke Burgstraße werde stetig schlechter

Und wie steht es um die Bäume an der Barbara-Künkelin-Halle? Dort handele es sich hauptsächlich um Platanen. „Diese sind in einem guten Zustand“, teilt das Presseamt mit. An der Ecke Burgstraße steht eine Linde, deren Zustand jedoch ständig schlechter werde. Eine durchgeführte Tiefendüngung habe bis jetzt noch keine sichtbare Auswirkung auf die schwache Belaubung.

In der Burgstraße wurden die Reste der Blutpflaumen entfernt. Foto: Eva Schäfer

Entlang der Burgstraße stehen Schwarzkiefern. Die Schwarzkiefer ist ein immergrüner Nadelbaum. Anders als bei anderen Kiefernarten sind ihre Nadeln mit acht bis 16 Zentimetern deutlich länger und ihre Zapfen sind deutlich größer als die der Waldkiefer, manche kennen die schönen Zapfen wohl auch als beliebtes Bastelmaterial. Die stattlichen Bäume hätten ebenfalls mit einem viel zu kleinen Wurzelraum zu kämpfen. „Die versiegelten Flächen im Umfeld führen bei Sonne zu Hitzestress. Dank der eingebauten Kronensicherung sind sie aber noch verkehrssicher“, heißt es vonseiten der Stadt.

Bei Neupflanzungen orientiere man sich an der GALK-Liste, die online zu finden ist. Die Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz (GALK) unterstützt mit der Straßenbaumliste seit 2011 Kommunen und Planungsbüros bei der Auswahl von Bäumen für Straßen und Plätze. Diese beinhaltet Bäume, welche mit dem Klimawandel besser umgehen könnten. Voraussetzung seien aber auch hier optimale Bedingungen wie ein ausreichend großes Baumquartier und ein gutes Substrat.

script type="module" src="https://player.glomex.com/integration/1/integration.js"> Straßenbäume leiden unter vielen Belastungen durch den Klimawandel

Dass Straßenbäume unter besonders hoher Stressbelastung leiden und besonders in Zeiten des Klimawandels zu kämpfen haben, das zeigt sich an vielen Standorten in den Städten. Die durch den Klimawandel immer wieder auftretenden, oft längeren Zeiten von Trockenheit und Hitze, so erklärte Solveig Birg, die Baumexpertin in der Fellbacher Stadtverwaltung, bereits in vergangenen Sommern, führten zu unterschiedlichen Schäden bei den Straßenbäumen.

Zu den Trockenphasen machen laut der Expertin weitere Belastungen, besonders in den Siedlungsbereichen den Bäumen das Leben schwer. „Dort haben wir völlig andere Rahmenbedingungen für Bäume als am natürlichen Standort. Auf den oft zu kleinen Baumquartieren können sich die Bäume nicht mehr ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgen. Auch Streusalz, das früher verwendet wurde, belaste den Boden.