Zum Ski- und Snowboardbasar hat die Einrichtung jetzt zum ersten Mal ihre Türen geöffnet. Die Göppinger Sektion des Deutschen Alpenvereins hat dort auch ihre Geschäftsstelle und einen Versammlungsraum eingerichtet.
Noch ist es so: Wer in Göppingen hoch hinaus will, fährt aus der Stadt hinaus zum Hohenstaufen. Bald ist das anders: Wer hoch hinaus will, muss dann nur noch bis zum Kletterzentrum des Deutschen Alpenvereins (DAV) fahren. Das grau-anthrazit-farbene Gebäude kann niemand übersehen, der die Hohenstaufenstraße heraufkommt.
Schon während der vergangenen Monate fragten sich viele, wie das Ding, das dort in die Höhe wächst, wohl von innen aussehen wird. Jetzt ist es klar: bunt. Und: hoch-interessant. Am Samstag war das „Grip“, so nennt der Alpenverein sein Kletterzentrum, zum ersten Mal geöffnet. Offiziell für den Skibasar der im DAV organisierten Schneeschuh-Abteilung Göppingen (SAG), die sich um den Wintersport kümmert. Und inoffiziell zum Vorab-Reinschauen in das neue Kletter-Hochhaus. Die Schlange war lang, rein kam man nur, wenn wieder jemand herauskam. „Brandschutz“, sagt der nette Türsteher vom DAV, „es dürfen immer nur 100 Leute rein.“
Der Andrang ist schon jetzt groß
Dann kommt einer raus – und man darf hinein. An der Theke, den Ständern mit den Ski vorbei ins Herz des Grip, die hohe Halle. Kopf in den Nacken und hochgucken. 15 Meter geht es nach oben. Unzählige Griffe in allen Farben an den Wänden bilden Kletterrouten in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Wer jetzt denkt „ich will da rauf“, dem sagt Werner Lutz, dass das noch nicht geht. Er ist Abteilungsleiter bei der SAG und Bevollmächtigter für das Grip. Der Andrang ist groß, erzählt er. Und er meint nicht die lange Schlange vor der Tür und auch nicht die Besucher drinnen, die sich Ski, Stöcke, Helme und Handschuhe anschauen. Er meint die Buchungen für die neue Halle. Der Abteilungsleiter nennt als Beispiel die Kindergeburtstage, die demnächst im Grip gefeiert werden können: „Sie sind bis März schon ausgebucht.“
Am 23. November stellen Lutz und der DAV ihr Grip ganz offiziell vor. Und wer vor den schon fertig geschraubten Kletterrouten in der Halle steht, der sieht: Das ist nicht nur Kindergeburtstag, was die Experten vom DAV da zusammengeschraubt haben. Es ist für alle was dabei, Könner, solche, die es werden wollen und Anfänger. Wer nicht ganz nach oben unters Dach mit dem Dachfenster will, geht die Treppe rauf zur Boulderwand, dort wird eher in der Breite geklettert, das Ganze ist auch noch abgesperrt, das gibt es dann Ende des Monats zu sehen.
Aber in der neuen Halle wird nicht nur geklettert, es wird auch das neue Vereinszentrum des DAV in Göppingen, sagt Lutz. Also nicht Kletterhalle hier, Geschäftsstelle ganz woanders. Jetzt ist alles zusammen, Jugendräume und einen Versammlungsraum mit Fensterwand nach draußen gibt es auch. Aber, das betont Lutz: „Alles ohne Schnick-Schnack.“ Also ohne toll verkleidete Innenwände, ohne Luxus. Vier Millionen Euro hat das neue Hochhaus an der Hohenstaufenstraße gekostet, inklusive Photovoltaik auf dem Dach und umfassendem Brandschutz, der allein schon 25 000 Euro gekostet hat.
Baubeginn im September 2023
Bau
Vor gut einem Jahr ging es los auf dem Grundstück zwischen Hohenstaufen- und der John-F.-Kennedy-Straße in Göppingen: Planierraupen machten den Boden platt, im Dezember wurde das Betonfundament gegossen. Ab Februar ging es per Holzständerbauweise immer weiter nach oben, bis zum Richtfest im März.
Ausstattung
Bis Mai waren Außenwände und Dach fertig, es folgte der Innenausbau. Seit September sind die diversen Kletterrouten angeschraubt, innen und außen folgt der Feinschliff.