Der Kiwanis Hilfsfonds Stuttgart feiert im Goldbergwerk Fellbach sein Charity-Event. Über 250 Gäste tafeln für den guten Zweck und erfreuen sich an kulinarischen Köstlichkeiten.
„Da geht einem das Herz auf“. Zoltán Bagaméry, Präsident des Vereins Kiwanis Hilfsfonds Stuttgart ist eigentlich nicht auf den Mund gefallen. Am Samstagabend musste er zunächst aber um Worte ringen und brachte es dann mit dem zitierten kurzen Satz auf den Punkt. 160 000 Euro Spendengelder waren bei Kiwanis Kulinarium, der mittlerweile zur Tradition gewordenen Charity-Veranstaltung des Vereins im Goldbergwerk in Fellbach (Rems-Murr-Kreis) zusammengekommen. „Ein Rekord“, vermeldete er überwältigt.
Vergangenes Jahr sei man auf 120 000 Euro gekommen. Diese Zahl habe er auch dieses Jahr wieder angepeilt. Aber es sei anders und „viel besser“ gekommen. Für 250 Gäste war Platz in der Location, sie haben pro Kopf 250 Euro Eintrittsgeld bezahlt. Mit der Versteigerung von Reisen, Gourmet-Wochenenden in namhaften Hotels und beispielsweise Eintrittskarten in die VIP-Lounge bei den Jazz Open 2026 in Stuttgart sind im Laufe des Abends dann weitere Spendengelder generiert worden.
Auch der VfB und der FC Bayern spenden
Es zeigte sich, dass die Gäste am Samstag ein besonders offenes Ohr und Herz für die Ziele des Vereins hatten. Kiwanis unterstützt seit 37 Jahren sozial schwache und bedürftige Kinder und Jugendliche in der Region Stuttgart. Die Charity-Veranstaltung fand in dieser Form zum sechsten Mal statt. Wir wollen bevorzugt „nachhaltig und über mehrere Jahre angelegte Projekte finanziell begleiten“, erklärt Präsident Bagaméry. Dass der Verein auch sehr spontan handeln kann, bewies er bei der Flutkatastrophe im vergangenen Jahr im Rems-Murr-Kreis mit einer Spende von 10 000 Euro. Es sei die zweite große Spende gewesen, die beim Landratsamt des Rems-Murr-Kreises für die Flutopfer eingegangen sei, berichtete Landrat Richard Sigel am Samstag der Kiwanis-Gesellschaft. Sie ging an die Grundschule in Schlechtbach. „Danach sind die Spenden richtig gesprudelt, am Ende waren es 2,2 Millionen Euro. Auch Porsche, der VfB und sogar der FC Bayern haben gespendet“, zählte der Landrat auf und bedankte sich, dass Kiwanis damals unbewusst den Spenden-Stein ins Rollen gebracht habe.
„Reden ist Silber, spenden ist Gold“, hatte Präsident Bagaméry die Gäste, die nicht nur aus Stuttgart und dem Rems-Murr-Kreis, sondern auch aus Schwäbisch Hall in die Schaflandstraße gekommen waren, in Anlehnung an den Namen der Location eingestimmt. Empfangen wurden sie im Foyer des Goldbergwerks mit einem Markt der Köstlichkeiten, bei dem an insgesamt 15 Ständen nicht nur Champagner ausgeschenkt wurde, sondern auch diverse Sternköche, unter anderem Michael Oettinger aus Schmiden und Bernd Bachofer aus Waiblingen, aber auch der für seine eigenen Charity-Veranstaltungen im Bereich des Sport bekannte Vincenzo Paradiso aus Remseck-Aldingen die Gäste mit vor Ort kreierten Köstlichkeiten versorgten und beim Small Talk begleiteten.
Die Idee für diesen Markt der Köstlichkeiten habe vor Jahren Michael Oettinger gehabt, erinnert sich Bagaméry. „Nachmittags um 16 Uhr geht’s los, dann können die Köche abends wieder in ihren eigenen Restaurants am Herd stehen“, habe Michael Oettinger damals vorgeschlagen. Da alle Köche auf eine Gage verzichten, können sie so wenigsten rechtzeitig in ihre Restaurants zurückkehren und für den Abendservice am Herd stehen. „Unser Engagement ist hundertprozentig gemeinnützig und ehrenamtlich. Jede Spende kommt ohne Abzüge direkt in den Projekten an“, so Zoltán Bagaméry.
Passender Wein zu Rehfleisch und Rinderfilet
Rauschenberger Catering hat dann das viergängige Menü, das sich am Thema „Forest“ und der von Birgit Martinez von Decor & More aus Fellbach ersonnenen Deko orientierte, übernommen. Die Deko in der Bel Etage des Supper Club war an Romantik nicht zu überbieten, Birgit Martinez hat sie sich einfallen lassen und dafür Dutzende echte Kerzen angezündet und echte Zimmer-Tannen im Raum verteilt. Die Weine der Fellbacher Weingüter Aldinger und Rainer Schnaitmann passten perfekt zu Rehfleisch und Rinderfilet und haben den Abend elegant begleitet. Jörg Hammerschmidt parodierte auf der Bühne unter anderem Angela Merkel und Udo Lindenberg, Vladimir Burkhardt begleitete ihn am Flügel – kurzweilig.
Zoltán Bagaméry erwies sich einmal mehr als begnadete Versteigerer und das Publikum übertraf sich selbst. Am Ende, nachdem der Erlös aus den Eintrittspreisen und der Versteigerung fest stand und ein ungerader Betrag herausgekommen war, sattelte er zu 20.000 Euro Spontanspenden nochmals ein paar Tausend Euro drauf, sodass die genannten 160.000 Euro zustande kamen.
Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper ist Schirmherr der Veranstaltung und hatte in seinem Grußwort angedeutet, dass der Kiwanis Club Stuttgart zu den spendenfreudigsten in Deutschland zähle. Viele Gäste waren nach dem offiziellen Teil noch der Einladung zum Schwofen gefolgt und bis 3 Uhr geblieben. Jörg Rauschenberger, selbst langjähriges Mitglied bei Kiwanis und Hausherr im Goldbergwerk, hat’s gefreut. Die Location ist ideal für solche Events.
Kiwanis-Projekte
Charity-Kommission
Die Charity-Kommission des Kiwanis Clubs Stuttgart besteht aus sieben Mitgliedern und entscheidet in den nächsten Tagen, wohin die Spendengelder gehen. Fortgeführt beziehungsweise erweitert wird das Engagement beim Projekt „Sicher im Wasser – stark im Leben“, bei dem Kinder schwimmen lernen und das Seepferdchen machen, künftig auch im neuen Bad in Weinstadt.
Projekte
Auch der Förderverein der Wilhelma wurde bei seinen nachhaltigen Bildungsprojekten für das Verständnis bei der Erhaltung von Natur, Kultur und Forschung schon von Kiwanis unterstützt. Das Schulranzen-Projekt, bei dem kostenlose Schulranzen gestiftet werden, werde auf jeden Fall fortgeführt, sagt Bagaméry, „damit ABC-Schützen mit Stolz und Vorfreude den ersten Schultag genießen können“.