Autofahrer aufgepasst: Die Stadt Kirchheim unter Teck (Kreis Esslingen) schafft Messgeräte für jene am Straßenrand stehenden Radarsäulen an, die bislang mangels Technik nur leere Gehäuse waren.
Die Stadt Kirchheim rüstet gegen Temposünder auf: Für insgesamt 252 600 Euro werden noch in diesem Jahr fünf Messeinheiten für Radarsäulen angeschafft. Damit können künftig alle zwölf bereits am Straßenrand stehenden Blitzer dauerhaft Bilder und Daten liefern.
Das ist derzeit nämlich nicht möglich. Für die stationären Geräte stehen aktuell nur sieben Messeinheiten zur Verfügung. Mangels Technik sind fünf Blitzersäulen lediglich ein leeres Gehäuse, das allenfalls der Abschreckung dient. Nur welche? Das ist nicht festgelegt.
Umrüstung der Blitzer mit enormen Aufwand verbunden
Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes bauen die Messeinheiten regelmäßig aus den Säulen aus, transportieren sie zu anderen Geräten und bauen sie dort wieder ein. Der Aufwand ist also enorm, auch weil die Geräte immer wieder neu kalibriert werden müssen. Dieses ständige Neueinstellen wiederum könne „zu einer Verschlechterung der Qualität der Bilder führen“, heißt es in der Gemeinderatsvorlage.
Die Maßnahme werde zur Erhöhung der Verkehrssicherheit beitragen, „da der Verkehrsteilnehmer jederzeit an jeder stationären Messstelle mit einer Messung rechnen müsste“, begründet die Verwaltung ihren Vorstoß.
Gleichwohl rechnet sich die Investition auch. „Sie trägt insgesamt zu einer Stabilisierung des Ergebnishaushaltes bei“, heißt es in dem Papier. Die aus den Messungen generierten Verwarnungs- und Bußgelder sind beachtlich: In diesem Jahr wird schon mit 350 000 Euro Einnahmen gerechnet, in den folgenden Jahren werden jeweils 450 000 Euro prognostiziert. Selbst die zusätzliche Vollzeitstelle in der Bußgeldbehörde, die zur Bearbeitung der zu erwartenden Geschwindigkeitsverstöße erforderlich wird, ist damit finanziert.
Geld ist vorhanden, weil die Kreisumlage geringer ausfiel
Der Kirchheimer Gemeinderat hat der außerplanmäßigen Ausgabe daher mehrheitlich zugestimmt. Sie wurde möglich, weil die Kreisumlage für das Jahr 2025 um 1,5 Prozentpunkte niedriger ausgefallen ist, als von der Verwaltung zunächst in der Haushaltsplanung eingerechnet wurde. Die nicht benötigten Mittel fließen nun in die Verkehrsüberwachung.