Assistierter Suizid und Sterbehilfe sind Themen des Vortrags in Kemnat. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Der Tod der Kessler-Zwillinge hat das Thema assistierter Suizid in den Fokus gerückt. Am 28. November findet im Gemeindehaus Kemnat ein Vortrag zu dem Thema statt.

Durch den Tod der Kessler-Zwillinge hat das Thema assistierter Suizid derzeit besondere Aktualität. In einem Vortrag beschäftigt sich Dekan Gunther Seibold mit dem Thema, das für viele ein Tabu ist: „Für das Leben bis zuletzt – christliche Seelsorge in der Herausforderung, Hilfen im Sterben, Sterbebegleitung und die Diskussion um assistierten Suizid.“ Beginn ist am Freitag, 28. November, um 19 Uhr im Gemeindehaus in Kemnat.

Der Dekan möchte mit dem Vortrag bei der Mitgliederversammlung des Krankenpflegevereins Kemnat zu einem offenen Umgang mit dem Thema beitragen. Wie sollen christliche Gemeinden und Seelsorger damit umgehen, wenn der Wunsch nach assistiertem Suizid vorkommt? Seibold hat die wissenschaftliche Literatur zu dieser Frage gelesen, im Pfarrerblatt publiziert und in der Württembergischen Landessynode einen Verständigungsprozess angestoßen. Nach dem Vortrag will der Theologe mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch kommen.

„Die Seelsorge ist da für Menschen, die mit einem Wunsch nach assistiertem Suizid umgehen oder davon betroffen sind“, sagt der Theologe. Ihm geht es um Hilfe für Menschen in Extremsituationen. Das habe auch die Landessynode bestätigt. Das „Ja“ zum Leben „und der Vorrang aller Hilfen zum Leben auf Grundlage unseres Glaubens an Gott, als liebenden und in diese Welt hineinwirkenden Schöpfer aller Kreaturen, ist für uns unverrückbare Grundlage.“ Diesem Auftrag fühlt sich die Kirche verpflichtet, „für Menschen in Not – und insbesondere an den Grenzen des Lebens – da zu sein.“