Der Film „Was die Alb uns erzählt“ ist mehr als eine Dokumentation. Es ist eine Hommage an die Schwäbische Alb. Im Kommunalen Kino Kirchheim begibt man sich auf Entdeckungsreise.
„Der Film ist der absolute Renner“, freut sich Günter Hörcher, 1. Vorsitzender des Kommunalen Kinos in Kirchheim unter Teck (Koki). Regulär gibt es 85 Plätze im Kinosaal, die bei Weitem nicht ausreichen. Also schaffen die fleißigen Helferinnen und Helfer alles heran, worauf 40 weitere Gäste Platz nehmen können, wie Klappstühle und sogar Barhocker. Und auch das ist nicht genug, und zahlreiche Gäste müssen mit einem Stehplatz vorliebnehmen. Andere haben noch mehr Pech und werden direkt nach Hause geschickt.
Das Koki ist erst seit Februar 2026 wieder eröffnet. „Es ist total verrückt“, lacht Hörcher und schüttelt den Kopf. Die Ortsgruppe Notzingen des Schwäbischen Albvereins wanderte gar mit rund 20 Mitgliedern zum Kino. Bisher wurde der Film in etwa 30 Kinos gezeigt, im Kreis Esslingen waren beziehungsweise sind es das Kommunale Kino in Esslingen, der Traumpalast in Esslingen und Nürtingen sowie das Koki in Kirchheim. Ein überwältigendes Interesse und eine positive Resonanz bestätigt auch Roland Heidelberg vom Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Seit dem Filmstart im August 2025 hätten den Film schätzungsweise rund 20 000 Besucher gesehen. „Viele Vorstellungen waren und sind nach wie vor ausverkauft“, sagt er.
Die Schwäbische Alb ist einzigartig und schützenswert
Auftraggeber des Kinofilms ist das Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Schon länger wünschten sich dort Akteurinnen und Akteure, dass die Menschen und ihr Einsatz für eine nachhaltige Entwicklung der Region, die Natur- und Kulturschönheiten sowie die seltenen Pflanzen und Tiere dokumentiert und einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden, stellt Heidelberg die Idee vor. „Was wir vermitteln wollen, ist, wie einzigartig und schützenswert die Natur des Biosphärengebiets ist“.
„Viele Vorstellungen waren und sind nach wie vor ausverkauft.“
Roland Heidelberg, Biosphärengebiet Schwäbische Alb
Das Biosphärengebiet umfasst die drei Landkreise Esslingen, Reutlingen und den Alb-Donau-Kreis. Seit 2009 ist es von der Unesco offiziell anerkannt. An vielen Stellen im Film entdeckt der ortskundige Kinobesucher Szenen im Kreis Esslingen. Eine Ortsnennung gibt es im Film, anders als bei den Tierarten, nur sehr sporadisch, wie eine Besucherin bemängelt. Und so können hauptsächlich Einheimische die Plätze lokalisieren: Man ist bei einem Flug über die Burg Reußenstein dabei, die mächtig auf ihrem Felsenthron sitzt, schwebt über die Burgen Hohenneuffen und Teck, das Schopflocher Moor und das Randecker Maar. Den Neidlinger Wasserfall mit seinen Kalktuff-Skulpturen und die Gutenberger Sinterterrassen mit den Wasseramseln kann man hingegen hautnah bewundern. Außerdem darf man dem Neidlinger Kugelmüller bei seiner Arbeit über die Schulter schauen.
Die Schwäbische Alb ist „ein Geschenk vor der Tür“
Die Situationskomik sorgt für zahlreiche Lacher, etwa wenn ein schmusebedürftiger Esel auf der Weide ein Interview mit seinen aufdringlichen Annäherungsversuchen torpediert. Mit offenem Mund beobachtet man den Rotmilan bei seinem majestätischen Gleiten und den himmelverdunkelnden Vogelzug über die Alb mit Millionen von Bergfinken. Der visuelle Eindruck wurde durch die Filmmusik der Württembergischen Philharmonie Reutlingen verstärkt.
Drei Jahre lang dauerten die Dreharbeiten. Bei den oft versteckten Schätzen der Natur musste das Filmteam manchmal stunden- oder sogar tagelang geduldig warten. Für Dietmar Nill ist es Leidenschaft. Der 69-Jährige sei viel in der Welt unterwegs gewesen. Das will er nicht mehr. „Wir haben ein Geschenk vor der Tür.“ Aufgewachsen ist er am Albtrauf in Mössingen. Der gelernte Krankenpfleger war schon immer von der Natur begeistert. Seit 30 Jahren arbeitet er als Naturfotograf und seit etwa 15 Jahren als Naturfilmer. Ein Spaziergang auf der Alb, auf den Traufwegen und vorbei an den alten Burgen, das sei in unserer Zeit einfach notwendig, sagt er. „Das macht den Menschen – und mich – glücklich.“
Aktuell wird der Film im Koki Kirchheim gezeigt. „In den kommenden Monaten läuft der Film unter anderem im Naturschutzzentrum Schopflocher Alb und in weiteren Infozentren im Netzwerk des Biosphärengebiets, in den Sommermonaten sind weitere Open-Air-Kinos in Planung“, informiert Heidelberg.
Aktuelle Kinotermine unter: www.biosphaerengebiet-alb.de/veranstaltungen#/event