Die Stadt Wendlingen will ab 2026 wieder mehr Betreuungszeiten in den städtischen Kitas anbieten. Die Malteser-Spielgruppen werden bis zum Sommer weitergeführt.
Nachdem die Betreuungszeiten in den städtischen Kindergärten von Wendlingen in den letzten beiden Jahren zum Teil erheblich reduziert werden mussten, was seitens der Elternschaft großen Protest zur Folge hatte, will die Stadt nun nachjustieren: Wie jetzt einstimmig in der jüngsten Gemeinderatssitzung beschlossen, sollen die Betreuungszeiten in den städtischen Kindergärten auf lange Sicht wieder schrittweise erweitert und ausschließlich mit eigenen Fachkräften besetzt werden. Um in der Übergangsphase Verlässlichkeit gewähren zu können, wird der Vertrag mit den Maltesern, die seit Anfang diesen Jahres eine Spielzeitbetreuung am Nachmittag anbieten, aber zunächst bis Ende August 2026 verlängert. Dafür nimmt die Stadt 187 000 Euro in die Hand.
Bedarfsorientierter Ausbau
Den Anfang in Sachen mehr Betreuungszeit macht die Kita Ohmstraße, wo ab dem 1. Januar die Betreuungszeit von 35 auf 37,5 Stunden angehoben wird. Die übrigen drei städtischen Einrichtungen werden zum Beginn des neuen Kita-Jahres dann Anfang September folgen. „Dieser Vorschlag ist aber nicht das Ende der Fahnenstange, danach geht es schrittweise weiter“, kündigte Wendlingens Bürgermeister Steffen Weigel in der Sitzung des Gemeinderats an. Es gelte einen bedarfsorientierten Ausbau anzuvisieren. „Dabei müssen wir aber auch auf die Finanzen achten, deswegen wird es einen stufenweisen Wiederanstieg des Betreuungsangebots geben“, erklärte der Verwaltungschef. Man werde sich im Zuge der Bedarfsplanung noch intensiv über die Thematik unterhalten. Grundsätzlich strebt die Verwaltung eine Ausweitung der Betreuungszeiten auf 37,5 beziehungsweise 40 Stunden pro Woche an.
Klar ist aber auch, dass die Stadt es zunächst nicht schaffen wird, die erweiterte Betreuung ohne die Malteser-Spielgruppen zu stemmen. „Deswegen müssen wir den Vertrag mit den Maltesern bis zum Ende des aktuellen Kindergartenjahres verlängern“, sagte Weigel. Er betonte aber ausdrücklich, dass die Malteser von Anfang an nur als Übergangslösung gedacht waren: „Unser Ziel ist es, in unseren Einrichtungen wieder erweiterte Öffnungszeiten mit eigenem pädagogischen Fachpersonal anbieten zu können.“ Die fehlende Qualifikation der Malteser-Spielzeitbetreuer, die lediglich eine 39-stündige Ausbildung absolvieren, hatte zuletzt zu weiterer Kritik seitens der Elternschaft geführt. Um ihre familiäre und berufliche Situation bewältigen zu können, mussten viele Wendlinger Eltern das Angebot indes aber trotzdem in Anspruch nehmen.
Vier zusätzliche Stellen – mit Sperrvermerk
Um die Ausweitung des städtischen Betreuungsangebots zu realisieren, will die Stadt ihre aktuell 44 Vollzeitstellen um vier weitere Arbeitsplätze aufstocken. Die vier zusätzlichen Stellen werden in den Haushaltsplanentwurf 2026 eingebracht, aber vorläufig mit einem Sperrvermerk versehen. Was heißt, dass der Gemeinderat jede Stelle einzeln freigeben muss. Mit Blick auf den im März dieses Jahres beschlossenen Bau einer weiteren Kita im Neubaugebiet Steinriegel will die Stadt auch ihre sieben Azubis nach Abschluss ihrer pädagogischen Ausbildung übernehmen.