In einer Spielgruppe werden Kinder trotz verkürzter Kitaöffnungszeiten betreut. Foto: Monika Skolimowska/dpa

Die Gemeinde Hemmingen führt in einer Kita ein neues Angebot ein. Das findet nicht jeder gut.

Die Gemeinde Hemmingen richtet in der Kita Laurentiusstraße eine Spielgruppe ein. „Wir machen uns den Erprobungsparagrafen zunutze, der uns neue Konzepte erlaubt“, sagt der Bürgermeister Thomas Schäfer (CDU). Kitaträger können dadurch von Personalvorgaben abweichen. Der „Hemminger Weg“ sehe allerdings etwas anders aus als das „Offenburger Modell“, das hier auf einen externen Dienstleister setzt: In diesem Fall kümmern sich die Malteser nachmittags um die Ganztagskinder.

Hemmingen will bis 16 Uhr eigenes Personal einsetzen, besonders Nichtfachkräfte. Ziel ist laut der Verwaltung, ein Gesamtpaket mit 45 Wochenstunden zu schaffen, bei dem die pädagogische Qualität durch das VÖ-Angebot (verlängerte Öffnungszeit bis 14 Uhr) mit 35 Wochenstunden gewahrt bleibe und um lediglich zehn Stunden mit spielerischen Schwerpunkten ergänzt werde.

Die SPD-Fraktion hält an ihrer Kritik fest

Ist das Angebot gefragt, kommt es auch in anderen Ganztagskitas. Die Spielgruppe sei eine Chance auch für die Zukunft, meint der Rathauschef: Es sei schwierig, Erzieher zu finden – und erst recht für nach 14 Uhr. Zudem kosten Nichtfachkräfte weniger Geld als Fachkräfte, was den Haushalt entlaste. Die Spielgruppe kostet Eltern einen Zuschlag von 100 Euro auf die Gebühr für VÖ.

Die SPD-Fraktion hatte schon im April, als der Verwaltungsausschuss die Spielgruppe beschlossen hat, diese moniert. Sie hält an ihrer Kritik fest. „Der Weg zur Spielgruppe ist der falsche“, sagte nun die Vorsitzende Elke Kogler. Das entspreche nicht der in Kitas nötigen Qualität. Ihre Fraktionskollegin Christiane Denne sagte, sie finde die Kosten im Vergleich preislich nicht stimmig, sprich: zu günstig. Martin Pfeiffer (CDU) betonte, man solle das Angebot nicht kaputtreden. „Wenn es angenommen wird, ist das doch super.“ Der CDU-Fraktionschef Walter Bauer wies auf die Kinderbetreuung als den „mit weitem, weitem Abstand größten Ausgabeposten“ hin. „Wir werden offen sein müssen für neue Gedanken und Ideen.“