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Der Wert von Geld und Gütern ist abstrakt und für Kinder deshalb nur schwer zu begreifen. Eine frühzeitige spielerische und verantwortungsvolle Finanzerziehung ist daher wichtig.

Der Wert von Geld und Gütern ist äußerst abstrakt und für Kinder deshalb nur schwer zu begreifen. Eine frühzeitig einsetzende spielerische und verantwortungsvolle Finanzerziehung ist daher wichtig, um Kinder für die Reize der Konsumwelt zu sensibilisieren. Wer bereits in jungen Jahren ein reflektiertes Verhältnis zu Geld entwickelt, wird ihm im späteren Leben einen angemessenen Stellenwert zuweisen können.

Dem Nachwuchs frühzeitig Werte vorleben

Schon Kleinkinder sind mit Werbung, Glücksversprechungen und Produkten konfrontiert. Für die Werbeindustrie stellen die leicht beeinflussbaren, jungen Gemüter eine sehr attraktive Zielgruppe dar. Wer seine Kinder spielerisch an den Wert des Geldes heranführt und über die Mechanismen der Werbung aufklärt, legt den Grundstein für ein verantwortungsvolles Konsumverhalten – und macht den Nachwuchs stark gegen die Versprechungen der Werbeindustrie.

In der Finanzerziehung kommt dem Vorbild der Eltern eine Schlüsselrolle zu. Lange bevor die Kinder die einzelnen Münzen und Scheine auseinanderhalten können, spüren sie bereits die Haltung der Familie zum Thema Geld. Sind die Eltern empfänglich für Statussymbole, geben sie gerne Geld aus oder haushalten sie sparsam? Hier lohnt es sich durchaus, traditionelle Werte vorzuleben, also vorausschauendes Handeln, Selbstdisziplin und idealerweise eine soziale Verantwortung für die finanzielle Bedürftigkeit anderer.

Finanzerziehung: Vom Taschengeld und seinen Grenzen

Schon mit kleinen Beträgen erfahren Kinder viel über den Wert des Geldes. Mit den eigenen Münzen in der Tasche wird schnell greifbar, wie sich Sparen und Verschwendung auf die eigenen Möglichkeiten der Wunscherfüllung auswirken. Bereits Kindergartenkinder sollten daher regelmäßig kleine Taschengeldbeträge erhalten, die im Laufe der Jahre sukzessive erhöht werden – die konkreten Empfehlungen zu den Beträgen sind hierbei sehr hilfreich.

Ihr Taschengeld sollten Kinder so ausgeben können, wie sie möchten; Kritik ist in den meisten Fällen nicht notwendig oder sogar kontraproduktiv. Vorschüsse oder zusätzliche Zahlungen sollten nicht gewährt werden. Gewähren die Eltern in Ausnahmefällen doch mal einen kleinen Kredit, sollte er mit der nächsten Taschengeldzahlung verrechnet oder vom Kind zurückgezahlt werden.

Vorausschauend sparen mit einem Kinder- oder Jugendkonto

Die Fähigkeit zum Sparen kann Kindern auf ihrem Lebensweg vieles erleichtern. Das erste Hilfsmittel in diesem Lernprozess ist das Sparschwein: Was am Ende des Monats vom Taschengeld übrigbleibt, kommt in die Spardose. Dieses Konzept motiviert auch kleine Kinder zum Sparen – und erhöht zudem die Vorfreude auf die Erfüllung größerer Wünsche. Älteren Kindern hilft eine Wunschliste dabei, die Sparziele zu visualisieren und diszipliniert zu verfolgen. Ihre Spardose wird durch ein Sparkonto ersetzt, auf das nicht nur das restliche Taschengeld, sondern auch die Geldgeschenke der Verwandtschaft eingezahlt werden können. Bei Banken erhalten Minderjährige ein spezielles Konto ohne Kreditrahmen, sodass sie nicht Gefahr laufen, sich bereits in jungen Jahren zu verschulden. Was beim ersten eigenen Konto fürs Kind außerdem zu beachten ist, beschreibt dieser Ratgeber ausführlich. Die Jugendlichen können Geld abheben, einzahlen und in Geschäften bargeldlos bezahlen – Überweisungen oder Kontoüberziehungen sind jedoch nicht möglich. So gehen sie die ersten Schritte in Richtung ihrer finanziellen Selbstständigkeit so sicher wie möglich.

Den Umgang mit Verzicht lernen

Mit den Jahren werden Kinder den Wert von Geld immer besser erfassen. Spätestens in der Pubertät ist die begehrteste Währung allerdings nicht mehr das Taschengeld – sondern die Coolness. Teure Statussymbole wie Markenklamotten oder Smartphones sind ein bewährtes Mittel, um den eigenen Platz in der Peer Group zu sichern. Dem Markenwahn sollten Eltern mit Verständnis, aber auch mit dem Setzen von Grenzen begegnen. Dass nicht jeder Wunsch erfüllt werden kann, ist ein wichtiges Lernziel auf dem Weg zum mündigen und verantwortungsvollen Konsumenten. Wenn der Sprössling dennoch auf Marken-Sneakers besteht, sollte die Familie gemeinsam einen Kompromiss aushandeln: Zum Beispiel können die Eltern den Preis für ein reguläres Paar Turnschuhe übernehmen, während das Kind den Aufpreis für den Markennamen von seinem eigenen Geld bezahlt.

„Geld macht nicht glücklich, es beruhigt nur die Nerven“: Geld ins richtige Verhältnis setzen

Die wichtigen Dinge im Leben sind mit Geld nicht zu kaufen: Auch diese Lektion ist essenziell für die Entwicklung des Kindes. Stellt die Familie Konsum nicht in den Mittelpunkt, wird auch das Kind lernen, dass Werte wie Zusammenhalt, Ehrlichkeit und Liebe nicht käuflich sind. Gerade in der prägenden Zeit der Pubertät kann es daher sinnvoll sein, dass Eltern ihren Kindern nicht jeden Wunsch erfüllen. Viel wichtiger ist es stattdessen, ihr Selbstwertgefühl zu stärken und sie zu ermutigen, eigene Wege zu beschreiten.

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