Am 9. Juni werden die neuen Gemeinderäte gewählt, die im Nürtinger Rathaus ein- und ausgehen werden. Foto: Horst Rudel

Die Nürtinger Fraktionen setzen auf bewährte Namen. Vom ehemaligen Highlander Andreas Deuschle bis zum KJR-Chef Michael Medla. Nur die Grünen haben gleich viel Frauen nominiert. Der Anteil der unter 30-Jährigen ist gering.

Bei der anstehenden Gemeinderatswahl schicken in Nürtingen die Grünen, die CDU, die Liste NT 14, die Freien Wähler, die SPD und die FDP jeweils ihre Bewerber ins Rennen. Damit haben die Wählerinnen und Wähler diesmal etwas weniger Auswahl als 2019, als sich außerdem die Listen Aktive Bürger (bisher zwei Mandate), die Freie Wählervereinigung Nürtingen-Oberensingen und Basis Nürtingen (jeweils ein Mandat) bewarben. Vor fünf Jahren präsentierten außerdem Liberale Bürger und FDP einen gemeinsamen Wahlvorschlag.

Nur die Grünen schaffen die Parität zwischen Frauen und Männern

Die Nürtinger Liste/Grüne tritt diesmal mit einer neuen Spitzenkandidatin an. Auf Platz eins steht die Studentin Clara Schweizer (22). Schweizer ist Gründerin der Klima Taskforce Nürtingen, die lokale Akteure aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft zusammenbringen möchte. Zudem engagiert sie sich bei Fridays for Future und beim Nürtinger Stadtjugendring. Weitere fünf Bewerberinnen und Bewerber sind jünger als 30 Jahre. Auf den vorderen Plätzen finden sich außerdem die Stadträte Bastian Vorbrugg, Claudia Himmer und Regine Glück. Die bisherigen Stadträte Olivia von der Dellen und Bernd Sackmann treten dagegen nicht mehr an. Auf der Liste finden sich insgesamt 16 Frauen und 16 Männer.

Mit 18,7 Prozent der Stimmen hatte die Nürtinger Liste/Grüne 2019 das beste Ergebnis der Nürtinger Gemeinderatswahl eingefahren und damit sechs Sitze erhalten. Ebenfalls sechs Sitze gingen an die CDU mit damals 17,8 Prozent Stimmenanteil. Deren neue Liste erinnert beim Blick auf die vorderen Plätze stark an die vorhergegangene. So führen erneut Matthias Hiller, Thaddäus Kunzmann, Andreas Deuschle, Norbert Morgenthaler, Karl-Heinz Jetter und Bernd Weber die Liste an. Auf Platz fünf vorgerückt ist Susanne Weiher, wobei die Verteilung von Frauen und Männern auf der Liste bei der CDU lediglich sieben zu 25 beträgt. Prominente Verstärkung bekommt die CDU durch Marc Lippe, den Geschäftsführer der Malteser Neckar-Alb. Lediglich zwei Bewerber sind jünger als 30 Jahre.

Viele neue Namen und ein Künstler

Die selbst erklärten „Andersmacher“ der Liste NT 14 kamen vor fünf Jahren auf 14,6 Prozent der Stimmen und schickten fünf Stadträte ins Gremium. Von denen kandidieren diesmal lediglich noch Raimund Braun und Günther Turian, während Peter Lohse und Jana Hof nicht mehr antreten. Julia Rieger, die Geschäftsführerin der Alten Seegrasspinnerei, hatte 2021 aus beruflichen Gründen den Rat bereits verlassen. Neben wenigen Wiederbewerbern finden sich viele neue Namen, darunter auch der über Nürtingen hinaus bekannte Künstler und Hochschullehrer Andreas Mayer-Brennenstuhl. Hier kandidieren zwölf Frauen und 20 Männer und vier von ihnen sind 30 Jahre oder jünger.

Die Freien Wähler wurden mit 14,4 Prozent Stimmenanteil 2019 viertstärkste Kraft. Von bisher fünf Stadträten treten mit Michael Brodbeck, Achim Maier und Lars Kallfaß drei wieder an. Der Frauenanteil liegt bei 13 Bewerberinnen, zwei sind jünger als 30 Jahre. Von den vier Stadträten, die die SPD (12,8 Prozent) vor fünf Jahren ins Gremium schickte, treten wieder Bärbel Kehl-Maurer, Stimmenkönig Michael Medla und Bernhard Schober an. Neu im Boot sitzt der Geschäftsführer des Kreisdiakonieverbands, Eberhard Haußmann. Bei der SPD stehen elf Frauen und fünf junge Menschen auf der Liste.

Eberhard Haußmann tritt für die SPD an

Bei der FDP ist die Liste diesmal wieder nicht ganz voll geworden. Auf ihr buhlen sieben Frauen und 16 Männer, darunter immerhin sechs Menschen, die nicht älter als 30 Jahre sind, um die Gunst der Wählerschaft. Angeführt wird die Liste von Stadtrat Werner Oelkrug, während sich sein Fraktionskollege Hermann Falter nicht mehr bewirbt. 2019 erzielte die Liste 7,9 Prozent und erhielt damit zwei Sitze im Stadtratsgremium.