Wenige Großkonzerne dominieren derzeit die Internet- und Handy-Welt Foto: Jens Büttner/dpa

Der mächtige Internet-Konzern entgeht der Zerschlagung durch ein US-Gericht. Aber vielleicht wackelt sein Monopol trotzdem, kommentiert Rainer Pörtner

Die Erwartungen an dieses Gerichtsverfahren waren hoch. Es sollte eine wichtige Wegweisung liefern, wie die gigantische Marktmacht von Google, Alphabet, Amazon und anderen Hightech-Konzernen mit Hilfe des Kartellrechts eingedämmt werden kann.

Im August 2024 fand der US-Richter Amit Mehta im Fall des Internetkonzerns Google ungewöhnliche klare Worte: „Google ist ein Monopolist – und hat sich auch wie einer verhalten, um sein Monopol aufrechtzuerhalten.“ Der Suchmaschinen-Anbieter hatte sich unter anderem durch exklusive Vertriebsvereinbarungen mit Handy-Firmen wie Apple Vorteile gegenüber Wettbewerbern erkauft und damit seine ohnehin dominante Stellung im Markt abgesichert. Mehtas eindeutiger Schuldspruch weckte die Erwartung, Google könnte zerschlagen oder wenigstens stark in seinen Möglichkeiten eingeschränkt werden. Diese Hoffnung ist dahin. Der Richter hat Google jetzt im zweiten Teil seines Urteils nur leicht verdauliche Auflagen gemacht. Er wolle keine härtere Strafen verhängen, so Mehta, um „das System nicht zu erschüttern und die Marktkräfte wirken zu lassen“.

Vielleicht hat Mehta sogar recht. Viele Menschen nutzen schon neue Anbieter mit starker Künstlicher Intelligenz wie ChatGPT oder Perplexity, wenn sie eine Frage im Internet klären wollen. Möglicherweise ist selbst ein Gigant wie Google gar nicht so konkurrenzlos stark, wie es derzeit scheint.