Am vergangenen Sonntag waren Armin Laschet und Markus Söder im Unionsfraktionsvorstand zu gast, am Dienstag folgte ein Auftritt vor der gesamten Fraktion. Foto: dpa/Michael Kappeler

Im Rennen zwischen Armin Laschet und Markus Söder setzen sich mehrere Abgeordnete der Union für eine Entscheidung in der Bundestagsfraktion ein – entweder als erste Option oder falls sich die Parteichefs nicht einig werden. Der Vorsitzende der CDU-Landesgruppe, Andreas Jung, warnt nun vor den negativen Folgen.

Stuttgart/Berlin - Kurz vor einer möglichen Entscheidung über die Kanzlerkandidatur zwischen Armin Laschet und Markus Söder warnt Unionsfraktionsvize Andreas Jung davor, die Frage mit einem Votum der Bundestagsfraktion zu klären. „Wir sind nach den abweichenden Meinungsbildern unserer beider Führungsgremien von CDU und CSU in einer außerordentlich schwierigen Situation. Das ändert aber nichts daran, dass die Entscheidung über den Kanzlerkandidaten gemeinsame Aufgabe unserer Schwesterparteien ist“, heißt es in einem unserer Zeitung vorliegenden Schreiben Jungs an die baden-württembergische CDU-Landesgruppe, der er vorsteht: „Bei einer Abstimmung zwischen dem Vorsitzenden der CDU und dem Vorsitzenden der CSU in unserer gemeinsamen Bundestagsfraktion würde zudem fünf Monate vor der Bundestagswahl eine erhebliche Beschädigung drohen - und zwar beider Personen und der Union insgesamt.“

Jung erinnert seine Abgeordnetenkollegen aus dem Südwesten, von denen sich mehrere zuletzt unter unterschiedlichen Voraussetzung für eine Abstimmung eingesetzt hatten, in dem Schreiben an eine offenbar anderslautende Absprache der Landesgruppensitzung am vergangenen Montagabend. „Wir erwarten selbstverständlich die Beteiligung der Fraktion in dieser auch für uns so bedeutenden Frage. Wir sind aber gegen eine Abstimmung der Fraktion über die Kanzlerkandidatur.“ Dies sei „das eindeutige Ergebnis unserer sehr offenen Aussprache“ gewesen – „unabhängig von der Präferenz für den einen oder anderen Bewerber“. Der Konstanzer Bundestagsabgeordnete setzt daher darauf, dass Laschet und Söder nun „zeitnah eine einvernehmliche Lösung finden“.

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