Die markante Freitreppe in Schwäbisch Hall erstrahlt in neuem Glanz. Foto: Kärcher

Immer wieder erregt die Winnender Firma mit aufwendigen Reinigungsaktionen historischer Gebäude Aufsehen. Jetzt erstrahlt ein weiteres Bauwerk in der Region in neuem Glanz.

Die Große Treppe vor der Kirche St. Michael in Schwäbisch Hall hat 53 Stufen, sie ist acht Meter hoch und fast 50 Meter breit – und wohl eine der außergewöhnlichsten Bühnen der Welt. Seit fast hundert Jahren werden auf den Stufen die Freilichtspiele Schwäbisch Hall gespielt. Und nun erstrahlt sie in frischem Glanz – dank der Firma Kärcher.

Der Winnender Reinigungsgeräte-Hersteller hat zu seinem 90-jährigen Bestehen angekündigt, binnen eines Jahres weltweit 90 markante Gebäude und Kunstdenkmäler kostenlos zu reinigen. Auf der Liste der in diesem Zuge abgekärcherten Bauwerke stehen das Red-Rocks-Amphitheater in Denver, Colorado, die Wände eines Parks in Yokohama (Japan), das Heidelberger Schloss, aber auch der Fuhrpark eines schwedischen Rockfestivals. Und nun eben auch die Freitreppe in Schwäbisch Hall.

In Schwäbisch Hall wird besonders vorsichtig gekärchert

Bis zu sechs Kärcher-Mitarbeiter waren im Einsatz. Foto: Kärcher

Für die Aktion in Schwäbisch Hall rückten bis zu sechs Mitarbeiter an. Eine Woche lang setzten sie Heißwasser-Hochdruckreiniger ein – allerdings nicht mit hohem Druck, sondern in einer sanften Dampfstufe, um das Bauwerk aus dem 16. Jahrhundert nicht zu beschädigen. Bei rund 95 Grad Celsius wurden Algen, Moose, Flechten, aber auch menschengemachte Verschmutzungen wie Kaugummireste vom Gestein gelöst und Sporen und Samen zerstört, sodass sich der Bewuchs nicht so schnell wiederholt.

Die Freitreppe gilt als Wahrzeichen der Stadt. Errichtet wurde sie zwischen 1507 und 1510, sie verbindet den Marktplatz mit der Kirche St. Michael, die bereits 1156 geweiht wurde. Mit einem leichten Schwung öffnet sich die Treppe zum Platz, an ihrer breitesten Stelle misst sie rund 70 Meter. 2018 wurde sie mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet. Der Fotograf Paul Swiridoff soll sie einmal als „Sinfonie aus Stein“ bezeichnet haben.

Seit 1925 dient die Treppe als Bühne für die Freilichtspiele. Damals eröffnete Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“ die Tradition. Seither wird auf den Stufen Sommer für Sommer Theater gespielt – von Schiller über Shakespeare bis zu Musiktheaterproduktionen. Auch eigens für die Treppe geschaffene Werke fanden hier Platz, etwa im Reformationsjahr 2017 ein Stück über den Theologen Johannes Brenz, der die Reformation in Schwäbisch Hall prägte.

Die Freitreppe in Schwäbisch Hall ist in prominenter Gesellschaft

Für Kärcher ist das Projekt in Hall nur ein kleiner Ausschnitt einer größeren Kulturstrategie. Seit den 1980er Jahren engagiert sich das Unternehmen mit Reinigungsaktionen an Bauwerken von Weltrang – Kultursponsoring lautet das Stichwort. Mehr als 180 Projekte wurden bislang umgesetzt, darunter das Brandenburger Tor in Berlin, die Kolonnaden am Petersplatz in Rom oder die Christusstatue in Rio de Janeiro.

„Wir freuen uns sehr über die fachmännische Reinigung“, wird Klaus Anthes, Pfarrer der Kirchengemeinde St. Michael, in einer Kärcher-Mitteilung zitiert. Die Farben des Sandsteins träten nun klarer hervor, das Ergebnis werde Bürgern und Gästen gefallen. Auch der Boden vor dem Haupteingang und rund um die Statue des Sankt Michael wurde behandelt. Auf den Fotos, die Kärcher unserer Zeitung zur Verfügung gestellt hat, ist der Vorher-Nachher-Unterschied klar zu erkennen – die Freilicht-Festspiele 2026 können also kommen.