Ministerin Hoffmeister-Kraut will Foto: 7aktuell.de/M.Gruber/7aktuell.de | M.Gruber

Das Kabinett in Stuttgart hat erneut Fördermaßnahmen zugunsten der Wirtschaft beschlossen. Das Land wird eine Finanzierungslücke bei der Corona-Hilfe des Bundes schließen und Start-ups unterstützen.

Stuttgart - Das Landeskabinett in Stuttgart hat am Dienstag eine Reihe von Hilfen für die Wirtschaft beschlossen: „Wir geben Hilfen für Start-ups, Soloselbstständige und Mittelständler, um das Land trotz der Corona-Pandemie auf Innovationskurs zu halten“, teilte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) mit. Die Corona-Krise dürfe nicht dazu führen, dass „kerngesunde Unternehmen jäh ausgebremst werden“.

Überbrückungshilfe des Bundes Das Land wird die Überbrückungshilfe des Bundes um eine landesspezifische Förderkomponente ergänzen, um zum Erhalt von Jobs beizutragen. Der Bund schließe einen Unternehmerlohn bei den förderfähigen Kosten explizit aus, erklärte Hoffmeister-Kraut. Deshalb werde das Land diese Förderlücke schließen und – wie schon bei der Soforthilfe Corona – auf Antrag einen fiktiven Unternehmerlohn in Höhe von bis zu 1180 Euro pro Monat berücksichtigen und auszahlen. Damit werde vor allem Solo-Selbstständige geholfen, die nur geringe Fixkosten haben.

Hilfe für Start-ups Mit dem Risikokapitaltopf „Start-up BW Seed“ stellt das Land sicher, dass Start-ups auch künftig auf öffentliches Beteiligungskapital zurückgreifen können. Geldgeber für Start-ups seien nun wegen der Ungewissheit in der Corona-Zeit sehr zurückhaltend, die aber brauchten gerade in der Anfangsphase Mittel. Für den Fonds ist ein Volumen von 12,5 Millionen Euro anvisiert. Die operative Führung von „Start-up BW Seed“ übernimmt die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg GmbH. Mit dem neuen Fonds gebe es erstmals eine vollständige, staatlich unterstützte Finanzierungskette für Start-ups, heißt es.

Mezzanine-Beteiligung Grünes Licht hat die Haushaltskommission auch für ein Mezzanine-Beteiligungsprogramm gegeben. Das Land stellt der L-Bank dabei insgesamt 50 Millionen Euro zur Verfügung, damit sie Mittel in Form von sogenanntem Mezzanine-Kapital oder direkten Beteiligungen an Start-ups und Mittelständler weiterreichen kann. Die EU-Kommission habe mit der vorübergehenden Anpassung des beihilferechtlichen Rahmens bis Ende Dezember einen guten Handlungsspielraum gegeben, so die Ministerin. Die öffentliche Hand könne bis zu 800 000 Euro pro Unternehmen beihilferechtskonform gewähren. Beim Mezzanine-Beteiligungsprogramm trägt der Bund 70 Prozent, das Land 20 Prozent und die vermittelnde Finanzgesellschaft 10 Prozent der gesamten Finanzierungssumme.

Mehr Corona-Krisenberatung Wegen der großen Resonanz auf das Förderprogramm ‚Krisenberatung Corona‘ vor allem im Handwerk und im Gastgewerbe, will das Land Baden-Württemberg auch hier noch mehr tun. Das Kabinett habe eine Mittelaufstockung um 2,3 Millionen Euro zugestimmt, sagte Hoffmeister-Kraut.

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