Mehr als 40 000 Euro haben Köngener Bürger und Organisationen für Menschen gesammelt, die vom Erdbeben in Nepal am 25. April 2015 schwer getroffen wurden. Damit finanzieren sie den Wiederaufbau einer Schule in Ilampokhari, einem Dorf, das 20 Kilometer vom Epizentrum des Bebens entfernt liegt. „Die Freude der Menschen ist groß“, berichtet Jugendhausleiter Matthias Dold von seinem Besuch in dem Land in Südasien.
„Wir wollten uns vor Ort überzeugen, was mit den Spendengeldern passiert“, sagt Dold, der die Initiative ins Rollen gebracht hat. Der leidenschaftliche Gleitschirmflieger und Kletterer ist oft in dem Land am Himalaya zu Gast. Mit seinem Freund Basanta Raj Dawadi, einem engagierten Projektmanager, hat er den Schulneubau in dem abgelegenen Dorf ausgesucht. Der Ort im Lamjung-Gebiet ist nach Dolds Worten nur über einen strammen Fußmarsch von 800 Höhenmetern zu erreichen. „Uns war es wichtig, Menschen abseits der großen Städte zu helfen“, sagt der Sozialpädagoge. Sie hätten ansonsten kaum Chancen auf staatliche Hilfe.
Da keine Straße existiert, mussten Träger das ganze Baumaterial und Stahlträger für die „Shree Bhag Bhairab“-Sekundarschule den Berg hinauftragen. Der Neubau der Schule war nach Dolds Worten „eine logistische Herausforderung“. Während der Bauarbeiten lernten die 70 Schüler in einem Provisorium aus Wellblech. „Sie freuten sich und hatten Tränen in den Augen, dass wir ihre Schule wieder aufbauen.“
Bittere Armut und Bildung
Nach seinem Besuch in Ilampokhari ist Dold überzeugt, dass die Spenden bei wirklich bedürftigen Menschen angekommen seien. „Sie leben ausschließlich von ihren Reisterrassen, Bananenstauden, Ziegen und Hühnern.“ Zugleich seien sie unglaublich gastfreundlich und teilten die wenigen Lebensmittel, die sie hätten. Den Jungen und Mädchen eine gute Schulbildung zu geben, sei den Menschen aber sehr wichtig. Das zeigte dem Sozialpädagogen das Lernmaterial, das den Kindern zur Verfügung steht. Trotz widriger Umstände habe der Unterricht auch nach dem Erdbeben stattgefunden. Darüber freut sich Matthias Dold sehr.
Da die Regierung in Nepal für Spendengelder harte Auflagen erstellt hat, um Kontrolle über die eingehenden Hilfsmittel zu haben, mussten Dold und Dawadi eine Organisation gegründet. Der Projektmanager ist firm im Umgang mit Behörden. Die Stiftung nennt sich „Amar Smirti Foundation“ und hat ihren Sitz in der Stadt Ghachok. „Wir verwalten alles ehrenamtlich“, umreißt Dold das Konzept.
Obwohl der Aufbau der Schule mit den Spenden aus Köngen weitgehend finanziert ist, will Matthias Dold weiter für die Schüler in Ilampokhari sammeln. „Es fehlen noch weitere Schulmöbel“, berichtet er von seinem Besuch in dem Dorf. Außerdem sei die kleine Bücherei noch nicht repariert, das Dach ist derzeit mit Plastik abgedeckt. „Das brauchen die Schüler, um zu lernen.“ Dold, der schon einige Hilfsprojekte in Nepal initiiert hat, möchte deshalb noch weitere Spenden sammeln.
Erdbebensicheres Haus
Der Sozialpädagoge ist froh, dass er sich vor Ort ein Bild von der Not machen konnte. „Hilfe ist da so wichtig.“ Wegen des indischen Handelsembargos, das bis Februar andauerte, hätten sich die Kosten für Baumaterial und Transporte verteuert. Das neue Schulgebäude ist erdbebensicher gebaut. Dold vermutet, dass weitere Beben folgen. Da gelte es, die Menschen gut vorzubereiten und ihnen die Chance zu geben, sich zu schützen.
Spendenkonto Asha Varadi Köngen, IBAN: DE85 6005 0101 3593 55; BIC: SOLADEST600.
Hilfe für Nepal Aus dem Kreis Esslingen
Hilfsprojekte für Nepal im Landkreis Esslingen: Nicht erst nach dem großen Erdbeben haben Bürger aus dem Landkreis Esslingen für notleidende Menschen in Nepal gesammelt. Viele Vertreter der Hilfsprojekte besuchen das Land in Südasien bereits seit Jahrzehnten, um den Menschen in Not zu helfen.
Verein zur Förderung von Frauenprojekten in Nepal Mahadevi: Der Baltmannsweiler Detlef Gründel hat den Verein in Baltmannsweiler gegründet, der vor allem Frauen in Nepal unterstützt, die in der Gesellschaft besonders von Armut betroffen sind. Der Verein hilft gezielt den Menschen in Patan. Dort gibt es eine Schule, in der Frauen lesen, schreiben und rechnen lernen. Dafür hat der Verein viel Geld gesammelt. Aber es werden weitere Spenden gebraucht. Dort werden während des Unterrichts auch die Kinder betreut. Gründel war nach dem Erdbeben wieder in Nepal und weiß um die große Not der Menschen: „Ich hatte Tränen in den Augen“, berichtet er vom Elend der Menschen, das er selbst gesehen hat.
Deutsch-Nepalische Hilfsgemeinschaft: Die Reichenbacherin Gisela Hauff unterstützt seit mehr als 30 Jahren Menschen in Nepal. Die 80-Jährige verfügt über viele Kontakte in das krisengeschüttelte Land und macht sich vor allem für medizinische Hilfsprojekte stark. Früher ist sie oft nach Nepal gereist und hat dort erfahren, wo es am meisten fehlt. Sie möchte die Menschen mit Vorträgen über die Not in Nepal informieren, die nicht erst nach dem Erdbeben im vergangenen Jahr groß sei. Deshalb organisiert sie immer wieder Benefizveranstaltungen.