Vom Ballast des Abi-Pflichtstoffs will Marcus Grube, Intendant des Esslinger Theaters, einen Klassiker befreien. „Ach Heinrich! Von Kleist reloaded“ hat am 5. März Premiere.
Heinrich von Kleists Gerichtskomödie „Der zerbroch’ne Krug“ ist im Schuljahr 2025/26 das sogenannte Sternchenthema für die Abiturienten. Marcus Grube, Intendant der Esslinger Landesbühne, will den Schulstoff jugendgerecht und mit neuen künstlerischen Mitteln aufarbeiten. „Ach Heinrich! Von Kleist reloaded“ heißt seine Produktion, die er in Kooperation mit der Jungen WLB zeigt.
Die Produktion hat am Donnerstag, 5. März, um 20 Uhr im Podium 1 des Esslinger Theaters Premiere. Inspiriert habe ihn die Komödie „Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)“. Die Amerikaner Adam Long, Daniel Singer und Jess Winfield. Sie zeigten 1987, wie aktuell der Klassiker heute noch ist. „Die gesammelten Werke von Heinrich von Kleist mit heutigen Augen einmal auf links drehen“, das ist auch Grubes Ziel. Da die Landesbühnen in Tübingen und Bruchsal Kleists „Der zerbroch’ne Krug“ in dieser Spielzeit auf dem Plan haben, zeigt das Esslinger Theater die andere, vielfältige Seite des Dichters Kleist.
„Wir haben uns bis auf einige Ausnahmen auf seine Dramen konzentriert“, sagt die Dramaturgin Anna Gubiani. In diesen Kosmos einzutauchen, und das mit „künstlerischen Mitteln, die ein junges Publikum ansprechen“, fand sie spannend. Eine Theatersprache zu finden, die die junge Generation anspricht, das hat das Regieteam gereizt. Das Spiel mit neuen Formaten wie TikTok hat die Schauspieler im Probenprozess gefordert.
Neben den Texten möchte Marcus Grube den Zuschauerinnen und Zuschauern ab 15 Jahren die Persönlichkeit des Menschen Kleist nahe bringen, der 1811 im Wannsee in Berlin Suizid beging. Da war er erst 34 Jahre alt. Aber auch die strahlende Seite des Dichters wollen Grube und Gubiani zeigen, etwa mit seinen Liebesbriefen. Den Schülern will das Regieteam„die Faszination von Kleists Sprache vermitteln“. Vor allem geht es dem Regisseur darum, mit dem Publikum herauszufinden, „was Kleists Texte heute noch mit uns zu tun haben.“