Man sieht es den Gesichtern, unter anderem Nick Scherbaum (Mitte), an: Die Enttäuschung bei der JANO Filder ist groß Foto: / Robin Rudel

Die B-Jugend der JANO Filder gewinnt das Halbfinal-Rückspiel gegen die Füchse Berlin, verpasst aber den Einzug ins Finale der deutschen Meisterschaft.

Das Wetter am vergangenen Sonntagnachmittag lud eigentlich dazu ein, sich mit Freunden und Familie am Badesee, im Biergarten oder einem Spaziergang zu treffen. In Scharnhausen fanden hingegen 650 Menschen den Weg in die Körschtalhalle, um das Halbfinal-Rückspiel der deutschen Meisterschaft in der männlichen B-Jugend mitzuerleben. Und auch wenn es die Handballer der JANO Filder nicht geschafft haben, den Fünf-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel gegen die Füchse Berlin Reinickendorf zu drehen, wird es wohl kaum einer der 650 Handball-Fans bereut haben, bei besten Temperaturen in die Halle zu gehen.

Ein Spiel auf Augenhöhe

Denn die jungen Filder-Handballer zeigten beim 25:24 (13:12)-Sieg über die Füchse eine tolle Leistung und sorgten – gemeinsam mit den Hauptstädtern – für ein aufregendes Handballspiel. Von Beginn an war der JANO der unbedingte Wille anzumerken, die Fünf-Tore-Hypothek aus der 30:35-Niederlage am vergangenen Donnerstag zu egalisieren. Doch auf der anderen Seite stand eben der amtierende Deutsche Meister und so entwickelte sich bis zur Pause eine Partie auf Augenhöhe. Nach dem Seitenwechsel erwischte die JANO dann ihre beste Phase und bescherte den Gäste aus Berlin gehörige Probleme. Plötzlich stand es 18:14 und jeder in der kochenden Körschtalhalle – bis auf den kleinen Pulk der mitgereisten Hauptstädter, die in der Mitte der Tribüne ihr Fanlager errichtet hatten – glaubte an den Finaleinzug. Doch die starke Phase der Filderfalken hielt nicht allzu lange an. „Wir kamen sehr gut aus der Halbzeit“, lobte JANO-Trainer Magnus Gründig, der jedoch mit den „unnötigen“ Zeitstrafen haderte, die dieser Phase ein Ende bereiteten. „Das darf uns so einfach nicht passieren.“

„Haben uns nicht belohnt“

In der Folge war der Auftrieb verpufft. „Die Füchse spielten es dann auch gut, machten weniger Fehler. Unsere Jungs wurden etwas unruhig, gerade in den Unterzahl-Situationen.“ Was Gründig am meisten störte: „Wir haben uns nicht belohnt.“ Zwar spielten die Filderfalken – geführt von Mittelmann Nick Scherbaum – reihenweise Abschlüsse heraus, zu oft stand jedoch Berlins überragender Keeper Henning Lahuis oder der Pfosten im Weg. Ähnlich sah es auch Gründigs Kollege und JANO-Sportvorstand Markus Scherbaum, der von „entscheidenden Kleinigkeiten“ sprach. „Am Ende des Tages war es von unserer Seite heute ein Stück weit zu wenig und ein Fehler zu viel.“ Das Problem: Der JANO lief dann die Zeit davon und die Berliner zeigten mit ihrer Abgeklärtheit, warum sie regelmäßig im Junioren-Bereich um die deutsche Meisterschaft mitspielen. Am Ende sollte es für die JANO Filder zwar dennoch zum verdienten Sieg, aber nicht zum Einzug ins Finale reichen.

„Gucken wir mal, wo wir nächstes Jahr stehen“

Nach dem Spiel herrschte bei den JANO-Verantwortlichen um Scherbaum und Gründig sowie den Spielern in erster Linie Enttäuschung. „Natürlich bin ich stolz auf das, was wir erreicht haben, aber wenn man da steht, wo wir stehen, will man auch gewinnen“, sagte Scherbaum. Auch Gründig betonte seinen Stolz gegenüber der Leistung in der gesamten deutschen Meisterschaft – und dennoch war auch ihm anzumerken, dass ihn dieses Ausscheiden fuchste. In ein paar Tagen oder Wochen wird es wohl aber anders aussehen. Dann wird mit Gewissheit der Stolz überwiegen. Auf den Fildern zeigt sich die gute Arbeit im Jugend-Handball und einer wirft den Blick bereits voraus. „Es ist der größte Erfolg der Vereinsgeschichte – bis jetzt. Vergangenes Jahr standen wir im Achtelfinale, dieses Mal im Halbfinale“, sagte Gründig. „Gucken wir mal, wo wir nächstes Jahr stehen.“

JANO Filder: Elger, Dengler; Sprößig (6/2), Huss (3), Scherbaum (4), Heydecke (4), Schur, Böhm (2), Nusser, Hettler (1), Zemmel, Ruhmund (5), Balbuchta.

Füchse Berlin Reinickendorf: Krämer, Lahuis; Zeuch (1), Klau (1), Beutler, Tautenhahn, David (1), Poppe (6/2), Stark, Ewert, Nowak (10), Parke (3), Wilke, Losch.

Schiedsrichter: Leon Bärmann, Nico Bärmann (Graben-Neudorf).

Zuschauer: 650.

Zeitstrafen: Zwei Mal zwei Minuten für Nusser / Zeuch, Klau; zwei Minuten für Heydecke, Schur / David/Parke.

Beste Spieler: Sprößig, Scherbaum, Ruhmund / Lahuis, Tautenhahn, Nowak.