Highlight des Tages ist der souveräne Sieg des Esslingers Dimitri Peters. Foto: /Herbert Rudel

Mit dem 9:5-Heimerfolg gegen den JSV Speyer haben die Judokas des KSV Esslingen einen wichtigen Sieg errungen. Denn die Mannschaft hat nur dann eine Chance auf die Finalrunde, wenn sie von jetzt an alle Kampftage für sich entscheidet – und die Konkurrenz patzt.

Am Ende gewannen die Bundesliga-Judokas des KSV Esslingen in der heimischen Arena mit 9:5 (90:47 Punkten) deutlich gegen den vorherigen Tabellenführer JSV Speyer. Dabei war die Anfangsphase vor allem holprig. Laut KSV-Coach Carsten Finkbeiner seien einige Leichtsinnsfehler gemacht worden „Das darf einer Spitzenmannschaft nicht passieren“, sagte er.

Zur Eröffnung unterlag KSV-Judoka Sven Heimle dem Speyrer Leistungsträger Onise Bughadze deutlich. Dann betrat Esslingens Schamil Dzavbatyrov die Matte. Unerwartet kam der starke Wurf des Speyrers Erik Seith, bei dem der Favorit Dzavbatyrov fast auf dem Kreuz gelandet wäre. Die Gäste schrien auf und forderte die Kampfrichter auf, einen Ippon zu werten. Doch die entschieden anders – zum Glück des Esslingers. Kurze Zeit später drehte der KSV-Kämpfer den Spieß um und erzielte gegen Seith den Ippon. Auch im zweiten Kampf geriet der favorisierte Esslinger Michael Korell zunächst in Rückstand. Und auch ihm gelang es letztendlich, zu siegen. Aber: „Solche Fehler müssen wir abstellen“, sagte Trainer Finkbeiner.

Peters macht kurzen Prozess

Die KSV-Sportler Lukas Klemm und Noel van’t End bauten die Esslinger Führung aus. Auch in den Gewichtsklassen bis 73 Kilogramm und bis 60 Kilogramm bekamen die Anwesenden spannende Kämpfe zu sehen, die sehr erbittert geführt wurden. Letztendlich mussten sich jedoch Routinier René Schneider und der Neuzugang aus Abensberg, Maximilian Heyder, geschlagen geben.

Als KSV-Publikumsliebling Dimitri Peters die zweite Runde mit einem souveränen Sieg gegen den Speyrer Bughadze eröffnete, war die Begeisterung im Publikum groß. Der Olympia-Dritte von 2012 hatte 2017 seine Einzelkarriere beendet. Nun betreibt Peters den Sport nur noch hobbymäßig neben seinem Beruf als Feuerwehrmann. „Diese Leistung in dem Alter abzurufen, ist schon herausragend“, lobte Finkbeiner. Der 38-jährige Peters sagt selbst: „Es freut mich sehr, dass ich in meinem Alter noch was für das Team beitragen kann. Ich sage jedes Jahr, dass ich aufhören möchte. Aber es macht einfach Spaß, mit dem Team zu kämpfen.“

Eine geringe Chance gibt’s noch

Mit fünf von sieben gewonnenen Kämpfen dominieren die Esslinger die zweite Runde gegen den JSV deutlich. Neben den KSV-Athleten Klemm, van´t End und Dzavbatyrov, die auch ihre zweiten Begegnungen gewannen, holte auch Varlam Liparteliani wichtige Punkte. „Der Sieg war wichtig, um mal wieder Selbstvertrauen zu tanken“, erklärte Finkbeiner. Weil die Mannschaft so viel Arbeit und Zeit investiere, sei es frustrierend, dass es derzeit nicht läuft.

In den vergangenen Jahren hatten es die Esslinger stets in die Finalrunde geschafft. Doch weil sie in dieser Saison bereits zwei Niederlagen und ein Unentschieden verbucht haben, steht der Einzug in die Finalrunde derzeit auf der Kippe. Aus eigener Kraft ist dies nicht mehr möglich. Das KSV-Team steht nun auf dem vierten Tabellenplatz, muss ab jetzt alle Kampftage für sich entscheiden und hoffen, dass die Konkurrenz patzt. „Wir haben noch eine geringe Chance, ins Finale zu kommen“, sagte Peters. Und die will das Team nutzen.

KSV Esslingen – JSV Speyer, Runde 1: 0:1 Heinle – Bughadze (0:10), 1:1 Dzavbatyrov – Seith (10:0), 2:1 Korrel – Schmidt (10:0), 3:1 Klemm – Braunbach (10:0), 4:1 van’t End – Haettich (10:0), 4:2 Schneider – Müller (0:10), 4:3 Heyder – Kupatadze (10:0).

Runde 2: 5:3 Peters – Bughadze (10:0), 6:3 Dzavbatyrov – Bößer (10:0), 7:3 Liparteliani – Schmidt (10:0), 8:3 Klemm – Mendel (10:0), 9:3 van’t End – Riedl (10:0), 9:4 Marlok – Müller (0:10), 9:5 Heyder – Kupatadze (0:10).