Die Judokas des KSV Esslingen beweisen Nervenstärke, gewinnen gegen den JC Samurai Offenbach mit 13:1 und bleiben dem TSV Abensberg dicht auf den Fersen.
Ein Gongschlag, Trommeln und Applaus ertönen, als die Kämpfer des KSV Esslingen und des JC Samurai Offenbach aus dem Kabinengang treten und Einzeln auf die Matte gerufen werden, um sich für den 8. Kampftag der Judo Bundesliga vorzubereiten. In der KSV-Arena ist es heiß und stickig, aber der Stimmung der 100 Zuschauer in der Halle tut dies keinen Abbruch. Mit Spannung erwartet das Publikum den ersten Kampf und verstummt, als sich die ersten beiden Judokas der Matte nähern. Schlussendlich blieb es nur für kurze Zeit still in der Halle, denn die KSV-Kämpfer überzeugten mit einem klaren 13:1-Sieg und holten sich den verdienten Applaus der Zuschauer ab.
Vor dem Wettkampf hatte KSV-Trainer Carsten Finkbeiner die Ausgangslage in Bezug auf die Endrunde und Konkurrent TSV Abensberg, der nur noch einen Kampf vor sich hatte, vorgerechnet und damit die Marschroute vorgegeben: „Wenn wir 23 Kämpfe aus den zwei Partien gewinnen, sind wir sicher Tabellenerster. Ist es bei Abensberg weniger, werden es bei uns natürlich auch entsprechend weniger, die wir aufholen müssen.“ Und diese Route wurde am vorletzten Kampftag eingeschlagen und von den KSV-Judokas umgesetzt.
So brachte der ehemalige deutsche Meister Dino Pfeiffer die Esslinger mit einem Ippon zum 1:0 nach zwei Minuten in Führung. Danach bekam das Publikum einen kräftezehrenden und spannenden Kampf zwischen dem Esslinger Jano Rübo und dem Offenbacher Leon Ehmig zu sehen, welchen Rübo kurz vor Ende der vier Minuten-Marke mit einem Ippon für sich entschied. Relativ unspektakulär legten darauf die KSV-Kämpfer Maximilian Heyder und Lukas Klemm ihre Gegner in kürzester Zeit auf die Matte. „Einige Kämpfe waren jetzt nicht sonderlich spektakulär, da war einfach der große Klassenunterschied zwischen den Judokas zu spüren“, sagte der KSV-Coach.
Offenbach reiste mit zehn Kämpfern an
Das lag auch daran, dass die Offenbacher in Esslingen verletzungs – und krankheitsgebeutelt anreisten. „Wir haben uns auf einen heißen Fight eingestellt, aber die Offenbacher hatten wohl fünf Ausfälle die Woche und so wird es dann natürlich schwierig für sie, zu gewinnen“, erklärte Finkbeiner. Dementsprechend waren der Kampf im Schwergewicht zwischen dem griechischen Kämpfer Athanasios Mylonelis von Offenbach und dem Niederländer Noel van’t End im Esslinger Team sowie das georgische Duell zwischen dem Weltmeister Tato Grigalashvili, der zum ersten Mal für Esslingen kämpfte, und dem U-18-Europameister Aleksandre Loladze für Offenbach die Highlights des Abends. „Da war von vornherein klar, dass diese Duelle spannend werden, aber bei den anderen Kämpfen hätten wir uns für die Zuschauer natürlich etwas mehr Action gewünscht“, sagte Finkbeiner.
Spannender Kampf zwischen Rübo und Ehmig
So spielte sich auch nach der Dreißigminuten-Pause und dem Start der zweiten Runde dasselbe Bild ab und die Esslinger entschieden – mit Ausnahme des letzten Kampfes – alles für sich. Dazu kam, dass Offenbach zwei Kämpfe kampflos an Esslingen abgab: „Der eine Offenbacher Kämpfer kam gerade von einem Kreuzbandriss zurück und wollte das Risiko nicht eingehen, und der andere wäre der Trainer selbst gewesen, der natürlich nicht mit Kaltstart gegen einen gestandenen Judoka kämpfen wollte“, erklärte Finkbeiner. Die eindeutigen Ergebnisse führten dazu, dass der KSV-Trainer überwiegend ruhig auf seinem Stuhl hinter der Bande saß und die Geschehnisse auf der Matte entspannt beäugte. Allein der Kampf zwischen dem Esslinger Rübo und dem Offenbacher Ehmig ließ ihn kurzzeitig aufstehen und lauter werden: „Ich war jetzt nicht sonderlich besorgt, aber Ehmig war ein unbequemer Gegner und das war der einzige Kampf am Abend, bei dem ich ein wenig Betriebstemperatur erreicht habe“, erzählte Finkbeiner mit einem Lächeln im Gesicht.
Ebenfalls hatte der Coach an diesem Wettkampftag nicht unbedingt die große Mühe, sich eine Wechselstrategie zu überlegen: „Matchplan war es, dass Rübo und van’t End beide Runden kämpfen werden und wir dadurch den Offenbachern ihre Stärken nehmen“, erzählte Finkbeiner und fügte hinzu: „Die restlichen Wechsel haben wir situationsbedingt entschieden, aber es war jetzt nicht so, dass ich mir den Kopf zerbrechen musste.“ Von vornherein sei entscheidend gewesen, dass die beiden ausländischen Kämpfer, die für Esslingen kämpfen, auf dem Papier stärker als ihre Gegner sind.
Gute Ausgangsposition für die Endrunde
Nach der Partie wurde in der Halle das Ergebnis des Kampfes der Abensberger durchgesagt. Sie gewannen mit 12:2 gegen den JC Rüsselsheim. Gut gelaunt ordnete Finkbeiner das Ergebnis aus der Ferne ein: „Das bedeutet, dass Abensberg zwei Punkte nicht gemacht hat und wir nun kommendes Wochenende gegen den TV 1848 Erlangen noch acht Punkte brauchen, um auf dem 1. Platz zu landen.“
Das sollte machbar sein. Der KSV ist Platz eins und einer guten Ausgangsposition in der Endrunde sehr nah.
KSV Esslingen – JC Samurai Offenbach , Runde 1: 1:0 Pfeiffer – Seifert ( 10:0), 2:0 Rübo – Ehmig (10:0), 3:0 Heyder – Skoberne (10:0), 4:0 Klemm – Keller (10:0), 5:0 van´t End – Mylonelis (10:0), 6:0 Heinle – Schreder (10:0), 7:0 Grigalashvili – Loladze (7:0).
Runde 2: 8:0 Murphy – Horn (10:0), 9:0 Rübo – Ehmig (10:0), 10:0 Heyder – Skoberne (10:0), 11:0 Klemm (10:0, Gegner nicht angetreten), 12:0 van´t End – Mylonelis (10:0), 13:0 Kansy – Bitz (10:0), 13:1 Dzavbatyrov – Loladze (0:7).