KSV-Kämpfer Verlam Liparteliani (rechts) siegt im ersten Kampf, verliert aber in Runde zwei gegen Abensbergs Roy Meyer. Foto: /Herbert Rudel

Die Esslinger Bundesliga-Judokas unterliegen ihrem Erzrivalen TSV Abensberg. KSV-Coach Finkbeiner findet aber lobende Worte, denn das Ergebnis ist nicht erstrangig.

Zwanzig Sekunden sind quälend lange. Und so schauten die Zuschauer in der KSV-Arena in Mettingen gebannt auf den Esslinger Judoka Lukas Klemm, der im vorletzten Kampf Patrick Weisser im Haltegriff hatte. Zuvor stand es 7:5 für den Rekordmeister und Erzrivalen TSV Abensberg. Mit einem Ippon würde Klemm den KSV Esslingen wieder ins Rennen bringen und den Weg zum Remis ermöglichen. Dann hat das quälende Warten ein Ende, Weisser kann sich nicht aus Klemms Griff befreien. Unter tosendem Applaus und mit erhobenen Armen geht der Esslinger als Sieger von der Matte – schon zum zweiten Mal an diesem Bundesliga-Kampftag. Doch zum Remis wird es letztendlich nicht mehr reichen. Esslingen verliert vor heimischer Kulisse mit 6:8.

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Trotzdem: „Mit der Leistung der Mannschaft bin ich zufrieden“, sagt Carsten Finkbeiner, der Trainer des KSV-Teams. „Ich habe vor dem Kampftag gesagt: Es geht nicht um das Resultat, sondern darum, alles rauszuholen und das Beste zu geben.“ Unter den gegebenen Bedingungen – wegen Verletzungen und Coronafällen ist das Team derzeit ersatzgeschwächt – ist den Esslingern dieses Vorhaben geglückt. Mehr als zehn deutsche Kämpfer hätten gegen Abensberg gefehlt, erklärte Finkbeiner, darunter viele Leistungsträger. Zwar hätte ihnen nach dem ernüchternden Unentschieden zum Saisonauftakt gegen den VfL Sindelfingen ein weiterer Punkt gut getan, doch: „Mir war klar: wenn es nicht perfekt läuft, dann wird es eine Niederlage“, sagte Finkbeiner.

Esslingen holt schnell auf

Dass es letztendlich so knapp wird, hätten viele Zuschauer nach den ersten drei Kämpfen nicht für möglich gehalten. Zuerst bezwang Abensbergs Roy Meyer in der Gewichtsklasse über 100 Kilogramm in einem spannenden Kampf, der auch in die Verlängerung ging, den Esslinger Neuzugang Daniel Udsilauri. Dann folgten Niederlagen der KSV-Judokas Andreas Kurz (bis 90 Kilogramm) und Martin Schuhmacher (bis 60 Kilogramm). Somit lagen die Esslinger nach den ersten Kämpfen mit 0:3 zurück.

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Doch dann holten sie wieder auf. In der Klasse bis 81 Kilogramm fackelte der Georgier Verlam Liparteliani nicht lang und warf Michael Weber nach gut 25 Sekunden auf die Matten. Ippon. Und der 1:3-Anschluss für den KSV. Ebenfalls kurzen Prozess machte Esslingens Schamil Dzavbatyrov als er den Abensberger Timo Cavelius mit einem Armhebel zur Aufgabe zwang. Den Ausgleich brachte Klemm, der sich mit Manuel Scheibel einen spannenden Kampf lieferte und in der Verlängerung den Sieg errang. Die Bayern versuchten erneut über die Zeit zu kommen, Klemm wirkte zwischenzeitlich sehr angestrengt. Doch er zeigte Biss und bescherte den Esslinger Judokas das 3:3. Vor der Pause unterlag Levi Märkt allerdings dem Abensberger Lukas Vennekold, sodass der TSV wieder die Oberhand gewann.

Beginn wie in Runde eins

Ähnlich wie die erste Runde begann auch die zweite. Nach drei Niederlagen war es im vierten Kampf Frank de Wit, der Esslingen mit einem Ippon wieder auf Kurs brachte. Der Niederländer bezwang in der Klasse bis 100 Kilogramm kurz vor Ablauf der regulären Kampfzeit Fabian Kansy. Für den 5:7-Anschluss sorgte Tato Grigashvili. Er bezwang Daniel Neuberger in der Klasse bis 81 Kilogramm. Trotz der erneut herausragenden Leistung von Klemm, reichte es am Ende nicht: Vennekold siegte gegen KSV-Kämpfer René Schneider (bis 73 Kilogramm).

„Es ist nicht das Ergebnis erstrangig, sondern dass wir so aufgetreten sind, wie wir aufgetreten sind. Alle haben wirklich gut gekämpft“, sagte Finkbeiner. Wenn die Esslinger am 7. Mai die TSG Backnang empfangen, hat sich vielleicht die personelle Lage etwas entspannt. Nach zwei Kampftagen rangieren die Esslinger auf Tabellenplatz sieben.

KSV Esslingen – TSV Abensberg, Runde 1: 0:1 Daniel Udsilauri – Mayer (0:7 Punkte), 0:2 Kurz – Nyman (0:10), 0:3 Schuhmacher – Howard (0:7), 1:3 Liparteliani – Weber (10:0), 2:3 Dzavbatyrov – Cavelius (10:0), 3:3 Klemm – Scheibel (7:0), 3:4 Märkt – Vennekold (0:10).

Runde 2: 3:5 Liparteliani – Meyer (0:7), 3:6 Dzavbatyrov – Nyman (0:7), 3:7 Schuhmacher – Howard (0:10), 4:7 de Wit – Kansy (10:0), 5:7 Grigalashvili – Neuberger (10:0), 6:7 Klemm – Weisser (10:0), 6:8 Schneider – Vennekold (0:10).