Für den KSV Esslingen ist der Sieg der deutschen Judo-Meisterschaft eine Sensation. Freude darüber herrscht bei allen KSV-Generationen. Judoka Jano Rübo und Ehrenpräsident Otto Tejkl berichten über die Ereignisse in Abensberg.
Die Josef-Stanglmeier-Halle in Abensberg ist mittlerweile leer gefegt, die Schuhe der Judokas wieder angezogen und auch die Kaltgetränke sind ausgetrunken – die Erinnerung an den Triumph wird jedoch für immer bleiben. Einige Tage sind nun nach dem 8:6-Finalsieg des KSV Esslingen gegen den großen Konkurrenten TSV Abensberg vergangen – für die Verantwortlichen, Fans sowie Kämpfer des KSV ist der Moment des Gewinns der ersten deutschen Judo-Meisterschaft der Vereinsgeschichte wird noch sehr lange in den Köpfen präsent sein.
„Ein Moment, der lange in Erinnerung bleiben wird“
KSV-Judoka Michael Korrel holte per Ippon-Sieg für die Esslinger den entscheidenden Punkt zur 8:5-Vorentscheidung und brachte die Menge zum Jubeln. Kurze Zeit später durfte der 20-jährige Jano Rübo den deutschen Meisterpokal für den KSV in die Höhe recken. „Das Team meinte zu mir nach dem Kampf, dass ich es verdient hätte, den Pokal für Esslingen als erstes in den Händen zu halten“, sagt er und ergänzt: „Das war ein schöner Moment für mich, der lange in Erinnerung bleiben wird.“
Jano Rübo wird besondere Ehre zuteil
Und diese Ehre gebührte ihm völlig zurecht, denn er hatte einen großen Anteil daran, dass der KSV zum ersten Mal den Meistertitel holte. Rübo blieb über die gesamte Judo-Bundesliga-Saison ungeschlagen und entschied in der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm beide Finalkämpfe gegen den Abensberger Kevin Abeltshauser sowie seinen Hinrundenkampf in der Halbfinalbegegnung gegen KSC Asahi Spremberg für sich. „Wir wussten schon, dass wir ein sehr starkes Team haben, aber im Finale kommt es eben darauf an, wie man taktiert und die starken ausländischen Kämpfer aufstellt, die eben für die sicheren Punktgewinne sorgen sollen“, erklärt der KSV-Judoka und fügt hinzu: „Die entscheidenden Kämpfe sind dann eben die deutschen Duelle und umso glücklicher bin ich, dass ich meinen Teil dazu beitragen konnte.“ Rübo, der in Köln wohnt und erst seit dieser Saison Teil des Esslinger Teams ist, hat zuvor für die SUA Witten gekämpft. „Trainer Carsten Finkbeiner hatte mich schon vor zwei Jahren angefragt, aber da wollte ich erst mal noch in Witten bleiben“, sagt er, „aber als dann noch mal eine Anfrage von ihm kam und sich die Esslinger ebenso mit Judokas aus der U-21-Nationalmannschaft verstärkt hatten, die ich persönlich gut kannte, musste ich nicht allzu lange überlegen.“
Der Großteil der KSV-Kämpfer ist mittlerweile wieder im Alltag angekommen und auch für Rübo ging es unmittelbar nach der Finalrunde in Abensberg zum Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft nach Kienbaum. Ganz Groß sei der Finalsieg noch nicht gefeiert worden. „Wir waren zwar nach dem Kampf noch gemeinsam in einem Lokal, aber die Runde hat sich dann doch früh aufgelöst. Wir haben jedoch ausgemacht, dass wir uns im Dezember noch mal treffen, um eine ausgiebige Meisterfeier zu veranstalten“, berichtet Rübo. Bevor es dazu kommt, stehen für den 20-Jährigen – der schon zweimal die deutschen U-18-Judo-Einzelmeisterschaften gewann – erst einmal noch der Judo-Grand-Slam in Abu Dhabi sowie Mitte November die U-23-Europameisterschaften in Potsdam an. Erst im kommenden Jahr geht er wieder für den KSV an den Start – und er freut sich schon darauf, wieder mit dem „wild zusammengemischten Team“ auf der Matte zu stehen: „Wir kommen alle gut miteinander aus und haben uns mega über den Titelgewinn gefreut. Unser Trainer Finkbeiner hat es sich nach acht verlorenen Finalkämpfen redlich verdient, den Pokal in Abensberg zu gewinnen.“
Ehrenpräsident Otto Tejkl ist mit dabei
Pure Freude erlebte auch KSV-Ehrenpräsident Otto Tejkl, der seit 70 Jahren – sei es als Kämpfer, Trainer oder Vereinsvorsitzender – für den Verein tätig ist und unter anderem den Bau der KSV-Arena in Mettingen mit viel Geduld und Engagement in die Wege geleitet hatte. Der 82-Jährige ließ es sich nicht entgehen, die Reise im Bus nach Abensberg zum Finale anzutreten und mitzufiebern. Von Anfang an war Tejkl zuversichtlich, dass es dieses Mal endlich mit dem Titelgewinn klappt. „Eine lange Durststrecke liegt hinter uns und es war mein größter Wunsch, dass wir endlich deutscher Meister werden“, sagt Tejkl und ergänzt: „Die Abensberger haben 23-mal den Meistertitel geholt und wenn man die mal bezwingen kann, dann ist das eine echte Sensation.“