Die Zuffenhausener Johanneskirche soll künftig als Corona-Schnelltestzentrum genutzt werden (Archivfoto). Foto: Lichtgut/Max Kovalenko/Lichtgut/Max Kovalenko

Gibt es bald göttlichen Beistand beim Corona-Test? Um schneller aus dem Lockdown zu kommen, soll eine Kirche in Stuttgart nun zu einem Corona-Schnelltestzentrum umfunktioniert werden.

Stuttgart - Im Kampf gegen das Coronavirus bietet ein Stuttgarter Gotteshaus seine Hilfe an: Um schneller aus dem Lockdown zu kommen, soll sich die Johanneskirche im Ortszentrum von Zuffenhausen künftig in ein Corona-Schnelltestzentrum verwandeln. Wegen Heiz- und Lüftvorschriften könne der Kirchenraum aktuell nicht für Gottesdienste genutzt werden, erläutert die Zuffenhäuser Dekanin Elke Dangelmaier-Vinçon den Vorschlag der Gemeinde in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Bereits am 12. Februar soll mit dem Aufbau des Testzentrums begonnen werden. Der Plan: Auf Höhe des Taufsteins sollen die Schnelltests erfolgen. Zwischen Altar und Orgel gibt es dann die Laborauswertung. Verantwortlich für die Schnelltests ist den Angaben zufolge die SÜD GmbH mit Sitz in Frickenhausen. Dahinter verbergen sich die beiden Mediziner Johannes Stirnkorb und Frank Mürdel. „Den Kontakt zur Evangelischen Kirche in Stuttgart haben wir direkt über ein aktives Mitglied der Zuffenhäuser Kirchengemeinde bekommen“, sagt Mürdel.

Testergebnis nach 15-20 Minuten

Der Evangelische Kirchenkreis Stuttgart verspricht, dass das Testergebnis bereits nach 15 bis 20 Minuten vorliegt. Ab dem 12. Februar kann man sich dann im Gotteshaus nach Voranmeldung unter www.covid-bw.de von Montag bis Freitag im Zeitraum von 17:30 Uhr bis 19:30 Uhr und samstags von 10 Uhr bis 14 Uhr ohne lange Wartezeiten auf Corona testen lassen.

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Eines darf auf keinen Fall fehlen: So sei mit den Ärzten vereinbart, dass während der Testzeiten die Osterkerze brennt – als Zeichen der Hoffnung und der Auferstehung, sagt Dekanin Dangelmaier-Vinçon weiter. Als Kirche wolle man den Menschen Begegnungen ermöglichen. „Deshalb wollen wir einen Beitrag dafür leisten, dass zwischenmenschliche Kontakte ohne Ansteckungsgefahr möglich sind.“

Mehr Schnelltest gefordert

Angesichts der neu aufgetretenen und als besonders ansteckend geltenden Coronavirus-Mutationen hatte der Leiter des Stuttgarter Gesundheitsamts, Stefan Ehehalt, erst kürzlich dafür plädiert, mehr als bisher zu testen. Kostenlos sind die Tests mit einer Überweisung vom Arzt, einer Anweisung des Gesundheitsamts oder einer Warnung durch die Corona-App. Für Selbstzahler kostet ein Schnelltest 38 Euro, ein PCR-Test 156 Euro. Mit 95 Euro etwas günstiger ist ein sogenannter PCR-Pooltest. Dabei werden fünf Proben gemischt. Fällt das Testergebnis der Mixtur negativ aus, sind alle fünf Personen negativ. Fällt der Pooltest positiv aus, wäre mindestens einer der Beteiligten positiv, dann werden alle fünf Abstriche nochmals getrennt untersucht. In diesem Fall dauert die Auswertung zwei Tage länger als beim Einzeltest. Terminvereinbarungen sind möglich über die Homepages der Fieberambulanz Stuttgart (für Patienten mit Symptomen und Überweisung vom Arzt) und des Testzentrums am Wasen.

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