Jens Spahn hält weiter an harten Corona-Regeln fest. Foto: dpa/Michael Kappeler

Jens Spahn hält harte Maßnahmen auch nach den Osterfeiertagen für elementar, um die dritte Welle zu brechen. Dann könne man über Öffnungsmodelle sprechen, wie sie etwa in Tübingen gut funktionieren, so der Bundesgesundheitsminister.

Berlin - Wenige Tage vor Ostern hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Menschen in Deutschland auf die Fortsetzung des Corona-Lockdowns über die Feiertage hinaus eingestimmt. „Wenn wir die Zahlen nehmen, brauchen wir noch einmal zehn, 14 Tage richtiges Herunterfahren unserer Kontakte und Mobilität“, sagte der Minister am Samstag bei einer im Internet übertragenen Diskussionsrunde. 

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Dies sei ein Lockdown, „so wie wir es auch im letzten Jahr an Ostern erlebt haben“, sagte der Minister. Familie im großen Kreis „geht halt dieses Jahr noch nicht“. Wenn die dritte Welle bei den Infektionen gebrochen werden könne, seien dann Öffnungsschritte begleitet von Tests möglich. „Es gibt jetzt schon die Modelle, die zeigen, es geht“, sagte Spahn mit Blick auf das Beispiel Tübingen, wo es Öffnungsschritte flankiert von Tests gibt. 

Impfkampagne läuft langsam besser

Voraussetzung sei, „das wir das Infektionsgeschehen unter Kontrolle kriegen“, fügte Spahn hinzu. Auch „die Intensivmedizin wird wieder voller mit Covid-19-Patienten“. Das Robert-Koch-Institut vermeldete am Samstag 20.472 neue Ansteckungen, das waren 4000 mehr als vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 124,9. 

Spahn zeigte sich zuversichtlich über das Fortschreiten der Impfkampagne. Für April würden 15 Millionen Impfdosen erwartet, im gesamten ersten Quartal seien es insgesamt 19 Millionen gewesen. Es würden nun zunächst die Hausärzte einbezogen, danach könnten auch die Betriebsärzte hinzugezogen. 

Der Gesundheitsminister verteidigte zudem das Festhalten an der Impfpriorisierung. Es wäre nicht richtig, mit der Impfung der Jüngeren zu beginnen, solange dies bei den Älteren noch nicht beendet sei. „Das rettet Menschenleben, das ist keine Bürokratie“, sagte der Minister. 

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