Quelle: Unbekannt

Die vierte Jeep Wrangler-Generation, die seit kurzem im Handel ist, ist nicht nur fürs Grobe gemacht. Auch in der Stadt macht man damit eine gute Figur.

EsslingenSUVs werden auch als Geländewagen bezeichnet. Dass sie richtig Gelände können, ist nicht unbedingt gesagt. Zumindest sieht man es ihnen nicht an. Da macht der Jeep Wrangler schon einen anderen Eindruck: Der rustikale Ami ist eine Ikone und gilt als Nummer 1 unter den Geländespezialisten – seit Jahrzehnten.

Sein Vorfahre ist der legendäre Willys Jeep aus den 1940er-Kriegsjahren. Das raue Erscheinungsbild hat sich seitdem nicht sehr verändert. Das gilt auch für die vierte Wrangler-Generation, die seit kurzem ab 46 500 Euro im Handel ist. Aber die neue Generation – Produktionskürzel JL – ist nicht nur fürs Grobe gemacht. Mit dem Wrangler hat Jeep jetzt auch ein neues Kapitel aufgeschlagen: Komfort und Fahreigenschaften wurden deutlich verbessert und moderne Assistenzsysteme sind an Bord, sodass sich auch der Alltag auf der Straße nicht mehr gravierend von SUVs unterscheidet – bis auf das Erscheinungsbild eben, mit dem man in der Stadt garantiert auffällt, denn der Wrangler ist immer noch eine Art Haudegen auf der Straße.

LED-Scheinwerfer und -Heckleuchten, eine Parkview-Rückfahrkamera mit Querbewegungs-Erkennung hinten, elektronische Überschlagsvermeidung sowie ein Touchscreen mit Online-Navigation und Appstore sind nun teils serienmäßig, teils optional. Neu sind drei verschiedene Dachkonstruktionen: Ein elektrisch betriebenes Softtop, ein Stoffverdeck, das sich von Hand öffnen lässt sowie ein dreiteiliges Hardtop. Für den deutschen Markt stehen zunächst zwei neue Vierzylinder zur Wahl, ein 2,2-Liter-Turbodiesel (Basismodell) und ein 2,0-Liter-Turbobenziner, die 200 beziehungsweise 270 PS leisten. Beide Motoren sind stets mit einem neuentwickelten Achtgang-Wandlerautomatik-Getriebe (Lizenz-Bau von ZF) verbunden, das das bisherige mit fünf Gängen ersetzt. Der Selbstzünder liefert ein Drehmoment von bis zu 450 Newtonmetern, verfügt über die Start-Stopp-Technologie und erfüllt die neue Abgasnorm. Verbrauch laut Hersteller: 7,4 Liter Diesel (CO2: 198 g/km). Der Benziner steht mit einem Durchschnittsverbrauch von 9,1 Litern (203 g/km) im Datenblatt.

Wie der Vorgänger ist auch die neue, in Toledo bei Detroit gebaute Wrangler-Generation als Dreitürer (4,43 Meter lang) oder als Fünftürer (4,88 Meter) erhältlich. Die Kurzversion bietet nur 192 Liter Kofferraumvolumen, die lange satte 533 Liter. Wird die Rückbank umgeklappt stehen 587 beziehungsweise 1044 Liter Ladevolumen zur Verfügung. Die Anhängelast beträgt 1,5 respektive 2,5 Tonnen.

Für Jeep-Kenner ganz normal, für Laien verblüffend sind die exotischen Fähigkeiten, die der Wrangler so mit sich bringt: So lässt sich beispielsweise die Frontscheibe nach vorne umklappen und die Türen sowie die hinteren Seitenscheiben können komplett entfernt werden – damit dem luftigen Fahrspaß im Gelände gar nichts entgegen steht. Apropos Gelände: Zwei aktive, vollautomatische Vierradantriebs-Systeme, elektrische Vorder- und Hinterachssperren, Differential mit Schlupfbegrenzung sowie elektronisch entkoppelbarer vorderer Querstabilisator sorgen für Gelände- ja sogar Wüstengarantie. Im neuen Wrangler kann man bis zu 72 km/h zwischen Hinterrad- und Vierradantrieb umschalten. Unter normalen Fahrbedingungen arbeitet das System entweder im Hinterradantrieb oder im Vierradantrieb, der automatisch die Drehmomentverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse regelt. Beide Modi eignen sich für das Fahren auf der Straße, in der Stadt oder auf der Langstrecke.

Auf Sand, Matsch, Schnee, Eis oder auf einer nassen Wiese, von der man zum Beispiel einen Pferde- oder Bootsanhänger ziehen möchte, empfiehlt sich die sogenannte 4H Part Time Position, die den Vierradantrieb permanent aktiviert. Für extrem herausfordernde und anspruchsvolle Geländestrecken steht der Modus 4L (Low) mit zusätzlicher Geländeuntersetzung bereit. Ach ja, da wäre noch der Wert für die Watttiefe: Bis zu 76 Zentimeter darf das Wasser für den Wrangler hoch sein – was derzeit fast schon für eine Fahrt durch den Rhein reicht.

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