Es wird früher dunkel und immer kälter. Und dennoch haben die Herbsttage im Kreis Esslingen einen besonderen Reiz. Wir verraten, welche Dinge man unbedingt genießen sollte.
Die Tage werden merklich kürzer, die Nächte langsam kälter. Sonne, Nebel, Regen: Das Wetter zeigt sich derzeit ziemlich wechselhaft. Na und? Die dritte Jahreszeit hat viele Gründe zu bieten, warum wir den Herbst trotzdem mögen.
Das Herbstlaub leuchtet in bunten Farben
Rot, gelb und orange: Es ist eine Pracht, wie das Herbstlaub leuchtet. Doch warum ist das so? Dem Naturschutzbund (Nabu) zufolge schalten die Laubbäume und Sträucher in den Wintermodus: Sie verlagern das Chlorophyll von den Blättern in die Äste und Stämme, um es sich für den Frühling aufzusparen. Das ist der Grund, warum die Blätter im Herbst nicht mehr grün sind und sich bunt färben, bevor sie welk geworden zu Boden fallen. Wegen ihrer Farbenpracht und des besonders warmen Lichts durch die im Herbst tiefer stehende Sonne wird die Jahreszeit auch Goldener Herbst oder Indian Summer genannt. Bilderbuch-Fotomotive sind da garantiert.
Der Herbst ist die schönste Wanderzeit
Gegen trübe Gedanken hilft, selbst bei miesem Wetter, Bewegung an der frischen Luft. Also raus in die Natur! Wie wäre es denn zum Beispiel mit einem Spaziergang durch Obstwiesen und Weinberge zur sagenumwobenen Katharinenlinde hoch über dem Esslinger Neckartal? Dort hat man auch einen wunderbaren Ausblick auf die Landschaft, denn der wegen Sanierungsarbeiten monatelang geschlossene Aussichtsturm ist jetzt wieder geöffnet – aber nur für kurze Zeit bis zum 31. Oktober, teilt der Schwäbische Albverein mit.
Wenn die Verfärbung des Herbstlaubes auf seinem Höhepunkt angekommen ist, lädt das Kreisforstamt am Donnerstag, 13. November, um 15 Uhr zu einer „Waldfühl“-Wanderung durch den Neidlinger Wald ein. Dabei erfährt man unter anderem Spannendes zum Baum des Jahres 2025, der durch seine intensive Herbstfarbe besticht: die Roteiche.
Mystische Bräuche mit Gruselfaktor leben auf
Die Kelten, die dereinst auch am Heidengraben bei Erkenbrechtsweiler siedelten, feierten zum Ende der Erntezeit im Oktober „Samhain“. Das Fest hatte für sie zugleich spirituelle Bedeutung: Die Kelten glaubten, dass sich in dieser dunklen Zeit das Tor zwischen der Welt der Lebenden und der Toten öffnet. Sie trugen Masken, um böse Geister abzuwehren – und das sind nicht die einzigen Parallelen zu Halloween am 31. Oktober. Wer mehr über den Vorläufer des heute so beliebten Gruselfestes und die mystische Welt der Kelten erfahren möchte, kann am Samstag, 25. Oktober, Samhain auf der Pfulb bei Lenningen feiern. Das gemeinnützige Inklusionsunternehmen Arbeg in Wernau lädt dazu von 12 bis 19 Uhr ein.
Kürbis in allen Variationen beliebt
Oktober ist Hochsaison für den Kürbis. Die Beerenfrucht gibt es in allen Größen, Formen und Farben. Baden-Württemberg gehört übrigens zu den drei größten deutschen Anbaugebieten: Nach Angaben des Statistischen Landesamts wurden im vergangenen Jahr auf 759 Hektar Speisekürbisse angebaut. Tendenz steigend, denn die Nachfrage ist groß. Kein Wunder: Kürbisse sind wahre Alleskönner. In der Küche taugen sie als Beilage, Suppe, Kuchen und sogar als Getränk. Aber auch als Deko bieten sie unbegrenzte Möglichkeiten, denn aus Kürbissen lassen sich schaurig schöne Halloween-Fratzen schnitzen.
Dieser Brauch ist nicht typisch amerikanisch, sondern hat europäische Wurzeln. Hierzulande wurden früher jedoch Futterrüben verwendet. An diese Tradition erinnert das Freilichtmuseum Beuren am Sonntag, 26. Oktober, ab 14 Uhr. Dann werden aus frisch geernteten Futterrüben furchteinflößende Rübengeister geschnitzt und mit einer Kerze versehen. Mit solcherart Laternen zieht man anschließend gemeinsam durch das Museumsdorf.
Naturspektakel am Himmel: Der Zug der Kraniche
Im Herbst fliegen viele Zugvögel auf ihrem Weg in wärmere Gefilde durch Baden-Württemberg. Ein besonderes Naturschauspiel ist der Zug der Kraniche alljährlich im Oktober und November. In großen V-förmigen Formationen sind die mehr als einen Meter großen „Vögel des Glücks“ am Himmel zu sehen – und zwar auch hierzulande. Denn eine der Zugrouten führt quer über den Südwesten. Sie ist erst vor wenigen Jahren entstanden und wird seitdem immer stärker beflogen, teilt der Nabu auf seiner Homepage mit.
Den Angaben zufolge haben die ersten Kraniche vor wenigen Tagen auch die Region Stuttgart überflogen. Das bestätigen Sichtungen der „Naturgucker“: Über das Portal wurden dem Nabu kleine Schwärme über Filderstadt, Nürtingen und Weilheim gemeldet. Auf der Webseite kann jedermann seine Beobachtungen mitteilen, daraus wird dann eine digitale Karte erstellt.
Herbstmärkte mit Tradition laden zum Bummeln ein
Jedes Jahr im Herbst wird die Innenstadt von Nürtingen zum Schauplatz von Kunst und Kunsthandwerk. Über 100 Künstlerinnen und Künstler und Handwerker, die Glas, Holz, Textil, Keramik und Metall verarbeiten, präsentieren am Sonntag, 26. Oktober, von 11 bis 17 Uhr ihre neuen Kreationen und zeigen mit ihren Exponaten, wie historisch gewachsenes Handwerk zeitgemäße Produkte entstehen lässt.
In Kirchheim findet traditionell im Herbst der Gallusmarkt statt, einer der ältesten Krämermärkte in Baden-Württemberg. Bereits 1574 wurde er erstmals urkundlich erwähnt und findet seither immer am ersten Montag im November statt. Am 3. November wird von 8 bis 18 Uhr in der Kirchheimer Innenstadt eine breite Auswahl an Produkten für den Haushalt und den Kleiderschrank angeboten. Auch die Wochenmarkthändler sind mit ihren Waren präsent. Parallel dazu findet auf dem Ziegelwasen von Freitag, 31. Oktober, bis Montag, 3. November, der Vergnügungspark auf dem Ziegelwasen statt.