Jaguar hat den XF als Limousine und auch als Kombilimousine überarbeitet. Retuschen gibt es an Front und Heck, etwa ein breiterer Kühlergrill mit vom Jaguar Heritage Logo inspirierten diamantartigen „Pins“.

Esslingen - SUV-Boom und Umweltauflagen hin oder her – der konventionelle Kombi, gepaart mit Diesel ist immer noch eine Hausnummer. Das ist auch das Kalkül von Jaguar, außer der Limousine auch die neue Kombiversion seines Mittelklassemodells XF hierzulande anzubieten – gepaart mit sportlicher Eleganz und optionalem beziehungsweise serienmäßigem Allradantrieb. Das sind Zutaten für Premium-Modelle – und damit fordern die Briten die Konkurrenz von Mercedes, BMW und Audi heraus.

Ob das ausgerechnet in der Höhle der Löwen funktioniert, wird sich noch zeigen. Der mittlerweile in Kraft getretene Brexit, der die Importe in die Europäische Union erschwert, ist da alles andere als hilfreich. Aber das Image der britischen Nobelmarke Jaguar ist nicht das Schlechteste, im Gegenteil. Die „Edelkatzen“ von der Insel haben seit jeher ein gewisses Flair – und das gilt auch für den XF, der gut und gern auch als Gehobene Mittelklasse durchgeht.

Sowohl Limousine als auch die Kombilimousine, die Jaguar Sportbrake nennt, wurden jüngst überarbeitet und sind ab rund 52 000 beziehungsweise 54 000 Euro erhältlich. Retuschen gibt es an Front und Heck, etwa ein breiterer Kühlergrill mit vom Jaguar Heritage Logo inspirierten diamantartigen „Pins“, J-förmiges LED-Tagfahrlicht sowie neue Heckstoßfänger.

Wichtigste Neuerung aber ist die Einführung eines Mildhybrid-Systems in Verbindung mit einem 2,0-Liter-Vierzylinder-Diesel (D200), der von einem 48-Volt-Generator unterstützt wird. Er leistet 150 kW/204 PS und damit rund 15 Prozent mehr als der Vorgängermotor, verbraucht gleichzeitig dank der Mildhybrid-Technik auch viel weniger, laut Jaguar 4,4 Liter (Kombi 4,6 Liter) im Schnitt. Der Selbstzünder des D200 beschleunigt mit Hilfe eines maximalen Drehmoments von 430 Nm die Limousine mit Hinterradantrieb in 7,6 Sekunden (Kombi 7,8) von 0 auf 100 km/h. Nach Angaben von Jaguar liegt das neue Einstiegsmodell des XF trotz eines Kraftzuwachses von 18 kW (24 PS) bei den Emissionen um 13 und im Verbrauch um 14 Prozent unter dem 132 kW (180 PS) starken Vorgänger.

Alternative zum Dieselantrieb sind zwei 2,0 Liter große Vierzylinder-Benziner mit 184 kW/250 PS (P250) beziehungsweise 221 kW/300 PS (P300, 6,1 Sekunden im Sprint). Alle XF-Versionen sind mit einer „samtweichen ZF-Achtstufenautomatik“ ausgestattet, verspricht der britische Autohersteller. Die Topversion P300 hat Allradantrieb serienmäßig, ansonsten ist dieser gegen Aufpreis verfügbar. Wer manuell in den Schaltvorgang eingreifen möchte, beispielsweise bei einer steilen Bergabfahrt, kann dies mit den serienmäßigen Lenkradschaltwippen tun.

Angesichts der 4,96 Meter Länge des XF (gilt auch für den Sportbrake) ist das Ladevolumen entsprechend üppig: Bei der Limousine beträgt es laut Datenblatt 448 Liter und bei der Kombiversion 716 Liter.

Innen gibt es ein komplett neues Interieur mit schönen Details und luxuriösen Materialien wie offenporigen Holzeinlagen und Aluminium. Jaguar spricht dabei von einem „sehr angenehmen Aufenthaltsort zum Wohlfühlen“.

Erweitert beziehungsweise erneuert wurde auch das Infotainment-System, das nun über eine integrierte Online-Verbindung voll vernetzt ist und für das gesamte Fahrzeug Updates möglich macht, sodass dafür kein Werkstattaufenthalt nötig ist.

Der mittig angebrachte, gewölbte HD-Touchscreen ist 11,4 Zoll groß. Eine weitere Innovation von Jaguar, der sogenannte ClearSight-Innenrückspiegel, überträgt über eine in die Dachantenne integrierte Weitwinkelkamera das Bild des rückwärtigen Bereichs auf ein in das rahmenlose Spiegelgehäuse integrierte HD-Display. Vorteil der neuen Technik: Selbst groß gewachsene Personen auf der Rückbank, Regenwasser auf der Heckscheibe oder schwaches Umgebungslicht können den Blick nach hinten nicht trüben.

Als „Wellness-Programm für die Insassen“ wird die neuentwickelte Fahrbahngeräusch-Unterdrückung (Meridian-Soundsystem) und Luft-Ionisierung der Kabine mit modernster Nano-Technologie bezeichnet. Neutralisiert werden so Allergene und unangenehme Gerüche, heißt es.

Der britische Autohersteller, der mit dem Jaguar I-Pace 2018 sein erstes vollelektrisches Auto (ein SUV) auf den Markt brachte, will komplett auf E-Mobilität umsatteln. Ab 2025 sollen nur noch elektrische Fahrzeuge in den Handel kommen. Jaguar wurde 2008, ebenso wie Land Rover, vom indischen Automobilkonzern Tata Motors übernommen.

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