Im Rahmen der IBA’27 entsteht bei der Uni Vaihingen ein innovatives Hochhaus. Foto: Universität Stuttgart /Uli Regenscheit

16 Projekte in der Region werden für die IBA’27 nun weiterverfolgt, so kündigen die Macher an. Doch das fehlende finanzielle Engagement des Landes macht Sorgen.

Wann gibt es endlich die Baukräne zu sehen? Vier Jahre vor dem Zieldatum 2027 hören die Macher der Internationalen Bauausstellung IBA’27 für Stuttgart und die Region, die Frage immer öfter. Doch auf der Jahrespressekonferenz blickte der Intendant Andreas Hofer erst einmal auf eine lange Reihe von allein 14 Städtebau-Wettbewerben in diesem Jahr – zwischen Böblingen, Esslingen, Schorndorf, Stuttgart und Uhingen zurück. Bilder von Gebäuden kann er mit Ausnahme eines innovativen Hochhauses an der Universität in Stuttgart-Vaihingen noch nicht präsentieren. „Ich denke Ende 2023 oder Anfang 2024 werden wir erste Rohbauten sehen“, sagt Hofer über die 16 Projekte, die nun tatsächlich vor der Verwirklichung stehen, davon sieben in Stuttgart und neun in der Region.

Bis zuletzt hat es hier noch Bewegung gegeben: Beim Otto-Quartier auf einem ehemaligen Spinnereigelände in Wendlingen wollte ein neuer Investor nicht mehr bei der Bauausstellung mitmachen, dafür kam jüngst das Vorhaben „Zukunft Münster 2050“ aus dem kleinsten Stuttgarter Stadtteil hinzu. Dort sollen nicht erhaltbare Bestandshäuer durch 220 neue Wohnungen ersetzt werden.

Nächstes Jahr soll gebaut werden

Es sei eine gewisse Besonderheit der Stuttgarter IBA, dass es vor allem um Quartiere und nicht um einzelne Gebäude gehe, so Hofer. Insofern sei auch gar nicht zu erwarten und auch nicht sinnvoll, dass bis zum eigentlichen Ausstellungsjahr 2027 schon alles fertig sei.

Auch einzelne Gebäude oder architektonische Highlights sind bei den Vorhaben weniger zu finden, eher innovative Vorstellungen von Wohnvierteln, die soziale Schichten, Wohnen und Arbeiten, Kultur und Einkaufen miteinander verbinden – und was Materialien oder eine klimafreundliche Energieversorgung angeht, auf der Höhe der Zeit sind.

Wenige architektonische Highlights

Die IBA’27 habe auch eine große Internationalität erreicht, sagte Hofer: Planungsbüros aus den Niederlanden, Österreich oder der Schweiz gehörten etwa zu den Wettbewerbssiegern.

Festival im Sommer 2023

Für mehr Sichtbarkeit in der breiten Bevölkerung soll auch das erste Festival in der Region rund um das Bauen sorgen, das im Juni und Juli 2023 geplant ist. Über vier Wochen sollen da die Projekte auf der öffentlichen Bühne präsentiert werden.

Doch hier gibt es einen Wermutstropfen: Weil das Land Baden-Württemberg im Haushaltsjahr 2023 keine Förderung der IBA27 ins Budget geschrieben hat, mussten die Pläne etwas abgespeckt werden. Man habe gehofft, dass das Land mit den bisherigen Förderern Stadt und Region Stuttgart nachziehe, sagte die IBA-Geschäftsführerin Karin Lang: „Es ist für uns jetzt eine große Herausforderung, wie wir die Lücke schließen.“