Humorvolle Einlagen und spektakuläre Darbietungen begeistern beim 18. Waiblinger Weihnachtscircus Zuschauer jeden Alters. Wir zeigen die schönsten Bilder.
Durch ein Meer aus Lichtern, die sich in den Kugeln zahlreicher den Weg säumenden Christbäumen spiegeln, geht es hinein in die glitzernde Welt des Waiblinger Weihnachtscircus. Mit jedem Schritt steigt die Vorfreude der jungen Begleiter der Kritikerin, zwei Jungs, acht und fünf Jahre alt.
Beim Eintreten ins Vorzelt, mit seinen blau leuchtenden Eislandschaften verlassen die Circusbesucher gefühlt endgültig das feuchte Waiblinger Winterwetter und tauchen für die nächsten Stunden ein in die perfekt inszenierte Weihnachtswunderwelt der Circusfamilie Sperlich. Die Ungeduld der Jungs wächst bereits beim Warten am Kartenschalter ins Unermessliche.
Dass im Foyerzelt dann Santa Claus auf einem Thron sitzt – vor einem riesigen Christbaum und umringt von lebensgroßen Eisbärfiguren –, scheinen die jungen Herrschaften wie selbstverständlich hinzunehmen inmitten des Weihnachtsglitters. „Ist das der echte Weihnachtsmann?“, will lediglich der Jüngere wissen. Wer weiß? Tatsache ist, dass erwachsene Besucher ebenso wie Kinder Schlange stehen für ein Foto mit dem bärtigen Mann, der später das Spektakel in der Manege mit seinem Einzug per Pferdekutsche eröffnen wird.
Auftritte von internationalen Weltstars in der Manege
„Wann geht es endlich los?“ Diese Frage muss auch der Oberbürgermeister Sebastian Wolf seinen Kindern mehrfach beantworten. Des Nachwuchses wegen haben er und seine Frau offensichtlich die samstägliche Nachmittagsvorstellung der Eröffnungsgala am Freitagabend vorgezogen. Auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Christina Stumpp lässt sich – mit ihrem bald zweijährigen Töchterchen auf dem Schoss – das Programm des 18. Waiblinger Weihnachtscircus nicht entgehen, für das Sperlichs Weltstars in ihre Manege holen.
So etwa den Clown Anthony Lefort aus Frankreich. Mit Charme und Melone, wobei lediglich der sprichwörtliche Schirm fehlt, amüsiert Lefort die Zuschauer und bindet sie gekonnt in seine Darbietungen ein. Vom Meister persönlich angeleitet wächst so mancher, der spontan aus dem Publikum rekrutiert wird, über sich hinaus – Szenenapplaus ist die Belohnung. So gewinnt Lefort die Herzen der kleinen wie großen Besucher und wird bei jedem seiner Auftritte bejubelt. Gäbe es in Waiblingen einen Publikumspreis so wie etwa beim Internationalen Zirkusfestival von Les Mureaux, Lefort würde ihn verliehen bekommen– wobei die Konkurrenz groß ist.
Denn Lefort ist nicht der einzige, der die Lachmuskeln der Circusbesucher strapaziert. Der Bauchredner Giampaolo Maltese aus Italien hat einen direkten Draht zum Publikum. Er pickt sich Assistenten für seine Nummer heraus, wobei er ihnen, als wären sie Bauchrednerpuppen, jeweils ganz eigene Stimmen verleiht.
Trefflich streiten lässt sich derweil, ob der magische Kleiderwechsel des Duos Desire Fight mehr Zauberei oder mehr Comedy ist. Eines ist aber gewiss: geboten wird ein Feuerwerk der Überraschungen. Brillant ist der Mix aus Comedy und Pferdedressur, den Merrylu Casselly präsentiert.
Als Schwiegertochter in spe haben die Sperlichs mit ihr einen mehrfach mit dem Golden Clown (der höchsten Ehre beim Internationalen Circus Festival in Monte Carlo) ausgezeichneten Weltstar in der Manege. Gemeinsam mit ihrem Hengst Cyrano und dessen scheinbarem Ungehorsam sorgt sie für Lachtränen und gibt dem Begriff Pferdekuss eine neue Bedeutung.
Spektakulärer Auftritt: Ein Mann, der in eine Kiste passt
Neben Lachern sorgt das Programm der 18. Auflage für Staunen. Der Mexikaner Juan Pablo Martinez verwandelt sich so temperamentvoll wie temporeich in eine lebende Ballmaschine, indem er nicht nur mit den Händen sondern auch mit dem Mund jongliert. Der Artist Cesar Pindo packt sich so klein zusammen, dass er in eine Kiste passt. Den Atem zum Stocken bringen das Duo Desire of flight mit der Kür an den Strapaten in luftiger Höhe. Ebenso wie der Brasilianer Super Silva, der ungesichert kopfunter zwölf Meter über dem Boden seinen Deckenlauf vorführt.
Mut beweisen der Rumäne Ovidiu Tell, der sich mit einer ausgeklügelten Apparatur aus mehreren Armbrüsten selbst einen Apfel vom Kopf schießt, und die Hellriders aus Kolumbien. Sie pesen zu siebt auf Motorrädern in einer Stahlgitterkugel kreuz und quer.
„Alles“ begeistert die jungen Besucher des Weihnachtscircus
Die Augen der Jungs glänzen vor Begeisterung angesichts so vieler Attraktionen mit den Lichtern des Weihnachtscircus. Und was hat ihnen am besten gefallen? „Alles“, antworten sie wie aus einem Mund.
Der Waiblinger Weihnachtscircus
Vorstellungen
Bis zum 5. Januar finden täglich – außer Heiligabend und Neujahr – um 15.30 und 19.30 Uhr Vorstellungen statt sowie am 6. Januar um 11 und 15.30 Uhr.
Karten
Plätze in der Loge kosten für Erwachsene 32 Euro, im Parkett 25. Kinder zahlen je zwei Euro weniger. Die Circuskasse ist täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Unter den Telefonnummern 0160/5075472 und 0173/4066849 können Tickets reserviert werden. (lui)