An den wichtigsten Hauptverkehrsadern sollen zukünftig einfahrende Besucher auf künstlerisch gestalteten Schildern willkommen geheißen werden. Das Landratsamt arbeitet an einem Konzept. Wann wird es umgesetzt und was kostet das Ganze?
Im Esslinger Landratsamt kann man sich vorstellen, zukünftig mit Willkommensschildern an den Kreisgrenzen für den Landkreis zu werben. Voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2025 werde die Verwaltung im Ausschuss für Technik und Umwelt des Kreistages ein Konzept vorstellen, kündigte der Landrat Marcel Musolf jüngst an.
Einen entsprechenden Antrag hatte die AfD-Fraktion im Zuge der Haushaltsberatungen gestellt. Nicht zum ersten, sondern bereits zum vierten Mal seit 2017. Bislang stets abgelehnt, stößt die Idee nun durchaus auf Interesse. Vielleicht auch deshalb, weil immer mehr Landkreise in und im Umfeld der Region Stuttgart auf eine solche Marketingmaßnahme setzen – der Rems-Murr-Kreis zum Beispiel oder die Landkreise Reutlingen, Göppingen und Böblingen haben bereits an wichtigen Bundes-, Landes- und Kreisstraßen Willkommensschilder aufgestellt.
Willkommensschilder mit Wiedererkennungswert
Wenn schon, dann richtig, scheint die Devise des Esslinger Landratsamtes in dieser Sache zu lauten. Einfach nur schlichte Schilder mit einem Schriftzug an den Hauptverkehrsadern aufzustellen, auf denen einfahrende Bürger und Besucher im Kreis willkommen geheißen werden, kommt jedenfalls nicht infrage.
„Um einen gewissen Wiedererkennungswert zu schaffen und sich von anderen Willkommensschildern abzusetzen, würde die Verwaltung gerne einen künstlerischen Ansatz verfolgen“, heißt es in der Stellungnahme. So könnten zum Beispiel ehemalige oder neue Atelierstipendiaten einige Höhepunkte aus der großen Vielfalt, die der Landkreis Esslingen zu bieten habe, darstellen.
Die Umsetzung von „Willkommensschildern mit künstlerischem Mehrwert“ bietet aus Sicht der Verwaltung „die Möglichkeit, den Landkreis hervorzuheben und Akzente im öffentlichen Raum zu setzen“. Freilich fehlt auch ein mahnender Hinweis der Behörde nicht: Das alles könne sich „womöglich auch als kosten- und planungsintensiv herausstellen“.
Kosten und Aufwand für Willkommensschilder noch unklar
Wie teuer und aufwendig die freundliche Begrüßung an den Esslinger Kreisgrenzen letztlich wird, das lässt sich Angaben der Verwaltung zufolge noch nicht konkret beziffern. Abfragen bei benachbarten Landkreisen hätten ergeben, dass sich die Kosten für die Aufstellung „auf eine untere sechsstellige Summe belaufen“. Der Kreis Böblingen zum Beispiel hat 21 Willkommensschilder aufgestellt, der Kreis Reutlingen 13. Zudem müssten bei der Umsetzung des Projekts zahlreiche Akteure – von Genehmigungsbehörden über Straßenbaulastträger bis hin zu Grundstückseigentümern – eingebunden und unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen beachtet werden, teilt die Verwaltung mit.
„Daher ist die Erstellung eines Umsetzungskonzepts erforderlich, das den Genehmigungsprozesstransparent darstellt sowie die Zielsetzung des Projekts und die Kosten präzisiert“, heißt es weiter. „Dies insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen der kommunalen Haushalte.“ Voraussichtlich im kommenden Herbst, rechtzeitig zur Debatte über den Kreishaushalt für 2026, soll das Konzept vorliegen. Dann wird final über das Vorhaben entschieden. Ob sich eine Mehrheit finden wird, bleibt abzuwarten.
Die Verwaltung bremst die Euphorie: Schon jetzt würden touristische Attraktionen im Landkreis Esslingen sichtbar am Straßenrand vermarktet. Sie verweist beispielhaft auf die Willkommensschilder an den Grenzen des Biosphärengebietes Schwäbische Alb. Und auch an der A 8 würden sogenannte Braunschilder auf Sehenswürdigkeiten wie das Freilichtmuseum Beuren und die Burg Teck hinweisen.