Mit modernen Automaten werden Arzneimittel für die 13 Mache-Apotheken verblistert. Das spart Patienten und Pflegekräften viel Zeit und vermeidet falsche Gaben.

Pflegende Angehörige wissen, wie schwierig es ist, für chronisch kranke Menschen Medikamente zusammenzustellen. Pflegekräfte brauchen pro Patient wöchentlich mindestens eine Viertelstunde, um Tabletten einzusortieren – Zeit, die dann in der Pflege fehlt. Um diese Abläufe effektiver zu gestalten, hat die Apotheke Mache mit Stammsitz in Ostfildern ein Verfahren entwickelt, das den Alltag in Pflegeheimen, bei ambulanten Pflegediensten und Privatpersonen erleichtern soll.

„Das Sortieren von Medikamenten kostet viel Zeit, die im Pflegealltag immer knapper wird“, sagt der Apotheker Constantin Kondak. Weil in Pflegeheimen Fachkräfte fehlen, sind effektive Abläufe entscheidend. Aber auch Patienten und Familienmitglieder tun sich schwer, die Medikamente richtig in die Boxen zu füllen. Um diese Arbeit zu erleichtern, verblistert die Apotheke Mache am Standort in der Hindenburgstraße in Nellingen die Tabletten. Das bedeutet, dass die Pillen automatisch in Tütchen – Blister genannt – verpackt werden. So lässt sich die Medikamentendosis für jeden Patienten und jede Patientin individuell sortieren.

Blisterboxen für zuhause machen die Einnahme unkompliziert. Foto: Markus Brändli

Pflegeheime, ambulante Pflegedienste und private Patienten beliefert die Apotheke an fünf Standorten der Apotheke Stephan Mache. Die Plastikhüllen nimmt die Apotheke nach Gebrauch zurück und kümmert sich professionell um deren Wiederverwertung. Die Verblisterung der Medikamente spart nach den Worten des Apothekers Constantin Kondak den Pflegekräften viel Arbeit und schafft gleichzeitig Sicherheit für die Patienten. „Das Sortieren kostet viel Zeit, die im Pflegealltag immer knapper wird.“

„Das Sortieren der Medikamente kostet viel Zeit, die im Pflegealltag wegen fehlender Fachkräfte immer knapper wird.“

Constantin Kondak, Apotheker

Nicht zuletzt angesichts des Fachkräftemangels in der Pflege gilt es nach Ansicht des promovierten Pharmazeuten, die Abläufe im Pflegealltag möglichst sicher und effektiv zu gestalten. Da biete die von ihm geführte Firma „SchwabenBlister“ eine praxisnahe Lösung. Nicht zuletzt verschaffe das den Pflegekräften Zeit, um mehr auf die Patientinnen und Patienten und ihre Wünsche einzugehen. Jede Woche würden mindestens 15 Minuten je Patient mehr Zeit für die eigentliche Betreuung freigesetzt – so ist es in Studien nachzulesen. Aber auch in den Familien verursacht die Medikamentengabe oft Stress und Unsicherheit. Pflegende Angehörige seien oft zeitlich und organisatorisch stark belastet, wenn es um die Medikamentengabe geht. „Da besteht die Gefahr, dass Tabletten verwechselt werden“, sagt der Ostfilderner Apotheker Stephan Mache aus seiner jahrzehntelangen Praxis.

Gerade bei älteren, chronisch schwer kranken Menschen kann das lebensgefährlich werden. Die recycelbaren Blisterbeutel mit den Medikamenten werden für jeweils sieben bis 14 Tage individuell vorbereitet. „Durch unsere Automaten werden Arzneimittel gemäß des individuellen Medikationsplans des Patienten verpackt. Gerade ältere Menschen und chronisch Kranke, die zuhause leben und selbstbestimmt bleiben möchten, behalten dank der Blisterbeutel besser den Überblick, welche Tabletten zu welcher Uhrzeit eingenommen werden müssen. Ein Beispiel ist das Schilddrüsenmedikament L-Thyroxin, das 20 bis 30 Minuten vor dem Frühstück eingenommen werden muss, um zu wirken. Um möglichst lange fit zu bleiben, ist nach Stephan Maches Worten die regelmäßige, mit dem Arzt festgelegte Einnahme der Medikamente entscheidend.

Mit Automaten werden Tabletten nach Medikationsplan verpackt

Auf die Beschriftung kommt es für die Patienten an. Foto: Markus Brändli

Im ersten Obergeschoss der Kosmas-Apotheke in Nellingen sind die Automaten untergebracht. In einem sogenannten Reinraum, der steril ist, wird gearbeitet. Dieser Bereich darf von den Mitarbeitenden nur mit Schutzkleidung betreten werden. Die Vorschriften sind nach den Worten von Constantin Kondak sehr streng, gerade bei der Reinigung. Wichtig ist nach Maches Worten die genaue Beschriftung, „die den Angehörigen oder den häuslichen Pflegediensten die Medikamentengabe erleichtert.“ Auf den Blisterbeuteln sind auch genaue Informationen zur Medikamentengabe aller enthaltenden Medikamenten zu finden.

Und wie sicher ist der automatisierte Verblisterungs-Prozess? Kondak spricht von „maximaler Sicherheit“. Sein Unternehmen setze modernste Technologie ein. Mit zertifizierten, validierten Software-Lösungen wird die Kommunikation zwischen den Maschinen gesteuert, sodass die richtigen Medikamente gemäß dem individuellen Medikationsplan abgepackt werden. Um Fehler mit absoluter Sicherheit auszuschließen, gibt es am Ende eine foto-optische, datenbankbasierte Endkontrolle. „Jede Abweichung wird so erkannt und korrigiert.“