Das Schulgebäude am Schillerplatz blickt wie die anderen beiden Häuser auf rund 100 Jahre Schulgeschichte zurück. Foto: oh - oh

Für fast 30 Millionen Euro lässt der Gemeinderat drei denkmalgeschützte Schulhäuser in der Innenstadt sanieren und auf die pädagogischen Konzepte der Schulen anpassen.

EsslingenDer Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung ein umfangreiches Paket auf den Weg geschickt, von dem die Katharinenschule und die Schule Innenstadt profitieren sollen. Für 29 Millionen Euro werden ihre drei denkmalgeschützten und mehr als 100 Jahre alten Schulhäuser an der Klaraanlage und am Schillerpark von August 2020 bis voraussichtlich Januar 2024 saniert, erweitert und auf die aktuellen Bedürfnisse der Schulen abgestimmt. OB Jürgen Zieger geht trotz der ungeklärten PCB-Problematik an Esslinger Schulen, Kitas und anderen städtischen Einrichtungen davon aus, dass der Gemeinderat bei seinem Beschluss bleibt. Jedenfalls liegt bereits eine Förderzusage über mehr als 4,1 Millionen Euro aus dem Kommunalen Sanierungsfonds für das Schulhaus im Osten der Klaraanlage (ehemalige Burgschule, Haus B) und das Gebäude am Schillerpark (Haus C) vor. Zudem erwartet die Verwaltung für die Vergrößerung der Katharinenschule weitere Fördermittel.

Katharinenschule soll auf 3,5 Züge erweitert werden

Denn die Grundschule, für die gerade die Genehmigungsphase als Esslingens erste vollgebundene Ganztagsgrundschule läuft, soll auf 3,5 Züge erweitert werden. Sie ist derzeit im Haus B untergebracht, soll jedoch ins gegenüberliegende Haus A der Klaraanlage ziehen, das derzeit als zweites Standbein von der Gemeinschaftsschule Innenstadt genutzt wird. Die Gemeinschaftsschulklassen wiederum ziehen ins Haus B der Klaraanlage.

„Unter umfassender Inanspruchnahme von Sanierungs- und Schulbauförderungszuschüssen möchte die Stadtverwaltung die Katharinenschule und die Schule Innenstadt hinsichtlich Brandschutz, Barrierefreiheit, Inklusion und Digitalisierung auf den neuesten Stand bringen“, so die Zielrichtung der Stadt. Zugleich will sie den Schulen moderne, auf ihre pädagogischen Konzepte zugeschneiderten Räume ermöglichen. Dazu gehört auch Platz für eine dreizügige gymnasiale Oberstufe für die Esslinger Gemeinschaftsschulen, die an die auf fünf Züge angelegte Gemeinschaftsschule Innenstadt angedockt werden soll. Um das gesamte Raumkonzept für die Gemeinschaftsschule umzusetzen, werden der Dachboden im Haus B ausgebaut und die Sporthalle und die erst 2003 eingeweihte Aula in der Klaraanlage abgerissen, um Platz für eine neue Sporthalle und weitere Räume zu schaffen.

Mit dem Gesamtpaket vollendet der Gemeinderat einen wesentlichen Punkt seiner Schulentwicklung aus dem Jahr 2016. Damals hatte er beschlossen, die Gemeinschaftsschule Katharinenschule, die beide Häuser an der Klaraanlage belegte, mit der Gemeinschaftsschule am Schillerpark zusammenzulegen. Seit dem Schuljahr 2017/18 ist von der Katharinenschule nur noch die Grundschule an der Klaraanlage übrig geblieben. Die fusionierte Schule Innenstadt ist indessen auf zwei Standorte verteilt: auf das Gebäude am Schillerpark und das Haus A in der Klaraanlage.

Schon damals hatte die Stadt den Schulen versprochen, die teils sehr maroden Räume nicht nur zu sanieren, sondern auch auf ihre neu entwickelten pädagogischen Konzepte abzustimmen. Bevor sie die Zimmer auch nutzen kann, steht vor allem der Schule Innenstadt eine dreieinhalbjährige Bauzeit ins Haus. Bewältigbar sind die Arbeiten bei laufendem Betrieb nur mit sehr viel Schülerbewegungen, den Containern am Schillerpark und Zumietungen.

Zuerst soll das Haus A der Klaraanlage frei gemacht und für die Katharinenschüler saniert und mit dem Ausbau des Dachgeschosses erweitert werden. Während dieser Zeit müssen die Schüler beider Schulen enger zusammenrücken. Dann ziehen die Katharinenschüler in ihr neues Domizil und die Arbeiten gehen im Haus B der Klaraanlage für die GMS Innenstadt weiter – auch hier geht es nicht ohne Umquartierungen. Am langwierigsten wird dann die Sanierung des Schulhauses am Schillerpark. Eine gewisse Flexibilität erhält sich die Stadt an der Klaraanlage. Im Februar 2020 stellt sie den Antrag auf eine gymnasiale Oberstufe für die Esslinger Gemeinschaftsschulen. Sollte er wider Erwarten nicht genehmigt werden, kann der Gemeinderat den Abriss von Turnhalle und Aula noch einmal überdenken.

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