Beim Blitzermarathon hat die Polizei auch im Kreis Esslingen verstärkte Kontrollen durchgeführt. Foto: dpa/Michael Bahlo

Es sollte es sich eigentlich herumgesprochen haben, dass Speedweek ist. Doch allein an einem Tag hat das auch für den Kreis Esslingen zuständige Polizeipräsidium Reutlingen rund 1200 Tempoverstöße registriert. Ein Raser war 67 km/h zu schnell unterwegs.

Die Verkehrspolizei und die Polizeireviere im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Reutlingen, zu dem auch der Landkreis Esslingen gehört, haben im Rahmen des europaweiten Speedmarathons am Mittwoch intensive Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Auch die Landkreise und Kommunen beteiligten sich an der Aktion. Rund 1190 Geschwindigkeitsverstöße mussten Polizei und Verkehrsbehörden am Haupttag des Blitzmarathons feststellen, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei. Im Fokus der Überwachungsmaßnahmen standen demnach insbesondere gefährliche und unfallträchtige Streckenabschnitte in den vier Landkreisen Reutlingen, Esslingen, Tübingen und dem Zollernalbkreis.

42 000 Fahrzeuge hat das Polizeipräsidium am Aktionstag kontrolliert. Foto: dpa/ Bahlo

67 Stundenkilometer zu schnell unterwegs

Insgesamt hat die Polizei die Geschwindigkeit von fast 42 000 Fahrzeugen gemessen. 1186 Fahrerinnen und Fahrer waren schneller als erlaubt unterwegs. In 170 Fällen wurde die Geschwindigkeit so stark überschritten, dass die Fahrerinnen und Fahrer nun mit einem Bußgeld von 60 Euro rechnen müssen. 19 Fahrerinnen und Fahrern droht ein Fahrverbot. Einer der Spitzenreiter war ein 44-Jähriger, der mit seinem Audi A6 auf der B 28 bei Römerstein im Kreis Reutlingen rund 54 Stundenkilometer zu schnell unterwegs war. Erlaubt waren 100 Stundenkilometer. Neben zwei Punkten in Flensburg erwartet ihn nun ein Bußgeld von mindestens 480 Euro und ein Monat Fahrverbot. Noch dreister war ein 59-jähriger Fahrer eines Audi TT RS, der auf der gleichen Strecke rund 67 Stundenkilometer zu schnell war. Er muss laut Polizei mit zwei Punkten in Flensburg, zwei Monaten Fahrverbot und einem Bußgeld von mindestens 600 Euro rechnen.

Alkohol, Drogen oder ohne Gurt – Polizei ahndet viele Verstöße

Ein Fahrzeuglenker wurde aus dem Verkehr gezogen, weil er unter Alkoholeinfluss stand, zwei Fahrer mussten ihr Auto laut Polizei stehen lassen, weil sie unter Drogeneinfluss standen. 21 Personen wurden mit dem Handy am Steuer erwischt. Sie erwartet ein Punkt in Flensburg und ein Bußgeld von mindestens 100 Euro. 16 Verkehrsteilnehmer mussten verwarnt werden, weil sie den Sicherheitsgurt nicht angelegt hatten. Das Polizeipräsidium Reutlingen setzte beim Aktionstag am Mittwoch rund 137 Beamtinnen und Beamte an 33 Kontrollstellen ein. Die Behörden der Landkreise und Kommunen beteiligten sich mit 24 Beamten an 29 Kontrollstellen.

Rasen ist für fast ein Drittel der tödlichen Unfälle mitverantwortlich

Im Zuständigkeitsbereich des Präsidiums sind im vergangenen Jahr bei 36 Verkehrsunfällen 40 Menschen ums Leben gekommen. In neun Fällen, also bei fast einem Viertel der tödlichen Unfälle, war überhöhte Geschwindigkeit unfallursächlich oder mitursächlich, wie die Polizei mitteilt. „Deshalb wird die Geschwindigkeitsüberwachung auch weiterhin ein fester Bestandteil der polizeilichen Arbeit zur Erhöhung der Sicherheit auf unseren Straßen sein“, heißt es in dem Bericht. Die intensiven Kontrollen werden fortgesetzt. Die Speedweek dauert noch bis diesen Sonntag. Aber auch darüber hinaus sei mit Verkehrskontrollen zu rechnen, betont die Polizei.