Foto: Stadtwerke Esslingen - Stadtwerke Esslingen

Gestank aus dem Wasserhahn. Chlorgeruch. Üble Düfte im Wasser. Das hat die Bewohner der beiden Esslinger Stadtteile beschäftigt. Alles halb so wild, so die Stadtwerke.

Esslingen Stimmt, erklären die Stadtwerke Esslingen (SWE) auf Nachfrage der Eßlinger Zeitung: In Teilen der beiden Ortsteile Liebersbronn und Wiflingshausen könnten diese Symptome auftreten. Aber es bestehe kein Grund zur Panik. Alles sei ganz harmlos, erklärt Prokurist und Sprecher Dominik Völker.

Trinkwasser ist ein Stück Lebenskraft. Auch darum, so der Experte, werden regelmäßig Proben entnommen. Bei einer dieser Kontrolluntersuchungen wurde am Dienstag, 9. Juli, eine „Grenzwertüberschreitung der coliformen Keime“ festgestellt. In enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt sei daher Chlor zur Abtötung der Keime zugeführt worden. Doch gedanklichen Verbindungen mit dem Chlor in manchen Bädern, das für tränende, schmerzende Augen und ein unangenehmes Gefühl auf der Haut sorgen kann, nimmt Dominik Völker sofort den Wind aus den Segeln: In den Bädern werde mit anderen, viel höheren Chlorkonzentrationen gearbeitet, und das Gemisch würde dort bei Verunreinigungen oder großen Menschenansammlungen reagieren und die bekannten Symptome auslösen.

Beim Trinkwasser sei die Lage eine ganz andere: Chlor werde in geringen Dosen, in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt und gemäß der Trinkwasserverordnung zugegeben. „Diese Konzentration ist völlig unbedenklich“, beruhigt der Fachmann. In Esslingen sei es nur eine vorübergehende Maßnahme, an anderen Orten werde das Trinkwasser permanent mit Chlor vermischt. Die Chlorierung sei eine reine Vorsorgemaßnahme, die Dosis selbst bei lebenslangem Gebrauch gesundheitlich unbedenklich. Auch mit Blick auf die Keime gibt er Entwarnung: Sie seien nicht gesundheitsgefährdend.

Noch etwa ein bis zwei Wochen wird diese Vorsorgemaßnahme laut Stadtwerken Esslingen durchgeführt. „Es dauert eine Zeit lang“, so Dominik Völker. Denn zur Abtötung der Keime wird der Hochbehälter am Birkhäusle gründlich gereinigt: Er besteht laut SWE-Prokurist aus zwei Kammern, wobei jeweils eine abgelassen und gesäubert wird. Ist nach der Entnahme einer Probe alles in Ordnung, kommt die andere Kammer an die Reihe. Und diese aufwendige Maßnahme nimmt einen längeren Zeitraum in Anspruch. Denn auch die Kontrolle der Proben ist nicht so einfach: „Wir können da kein Fähnchen reinstecken und an der Verfärbung sehen, ob die Probe einwandfrei ist“, klärt Dominik Völker auf Vielmehr müssten die Wasserentnahme im Labor untersucht werden, was nochmals ein bis zwei Tage dauern könne. Und: „Die Chlorung wird vorübergehend stattfinden. Es werden täglich mehrfach Wasserproben entnommen, um schnellmöglich Entwarnung geben zu können“, heißt es auf der Homepage unter www.swe.de.

Das Wasser könne bedenkenlos verwendet werden, teilen die Stadtwerke Esslingen im Pressetext mit: Sie „empfehlen den Kunden in den betroffenen Bereichen, idealerweise einige Liter Wasser vor Gebrauch durch die Leitungen laufen zu lassen“. Und während der Chlorierungsphase sei das Wasser zum Betrieb von Aquarien ungeeignet, „da das Chlor naturgemäß auch die vorhandene Bakterienflora im Aquarienwasser beeinflusst“.

Weitere Informationen und Übersichtskarte

Infos und eine Übersichtskarte zu den betroffenen Straßenzügen stehen unter www.swe.de zur Verfügung.

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