Sven Römer (rechts) Foto: Rudel - Rudel

Der VfB Oberesslingen/Zell will gegen den FTSV Kuchen den Sprung in die Bezirksliga schaffen, und der TSV Deizisau II will gegen die SV 1845 Esslingen den Aufstieg in die Kreisliga A perfekt machen.

EsslingenAm Samstag und Sonntag fallen die letzten Entscheidungen in dieser Fußball-Saison. Die abschließenden Relegationsspiele stehen auf dem Programm. Der TSV Köngen kämpft am Sonntag (15 Uhr) gegen den TSV Oberensingen um den Verbleib in der Landesliga. Der VfB Oberesslingen/Zell will zur gleichen Zeit gegen den FTSV Kuchen den Sprung in die Bezirksliga schaffen, und der TSV Deizisau II will am Samstag (16 Uhr) gegen die SV 1845 Esslingen den Aufstieg in die Kreisliga A perfekt machen.

Relegation zur Landesliga

Es ist das Spiel, das sich alle Beteiligten beimLandesligisten TSV Köngen monatelang gewünscht haben – obwohl im letzten Punktspiel sogar der direkte Klassenverbleib möglich gewesen wäre: Am Sonntag (15 Uhr bei den Wernauer SF) treffen die Köngener im alles entscheidenden Relegationsspiel auf den Bezirksliga-Zweiten TSV Oberensingen. Trainer Stephan Hartenstein kann es kaum erwarten: „Im Winter haben wir uns trotz scheinbar aussichtsloser Tabellensituation dieses Spiel als Ziel gesetzt. Jetzt bekommen wir es und wollen es auch unbedingt gewinnen.“

Während die Köngener als Landesligist erwartungsgemäß eher für die Favoritenrolle vorgesehen sind und erst vor zwei Jahren in der gleichen Situation das entscheidende Relegationsspiel gewonnen haben (2:1 gegen Senden), zeigte Oberensingen vor der Saison aufgrund einiger namhafter Neuverpflichtungen großen Tatendrang. Hinzu kommt die Tatsache, dass die TSVO bereits zwei erfolgreiche Relegationsspiele hinter sich hat und mit breiter Brust nach Wernau fährt. In der ersten Runde schlug der Bezirksligist Türkspor Stuttgart, in der zweiten Runde Türkspor Neu-Ulm (jeweils 3:1). Die zwei Wochen ohne Pflichtspiel liefen für die Köngener hingegen alles andere als optimal. Daniel Seidler, Dominik Signus, Marvin Heth und Felix Lache konnten wegen verschiedener Blessuren nicht trainieren. Jan Horeth, Sven Römer und Sebastian Veit kommen erst kurzfristig vor dem Spiel aus dem Urlaub zurück. „Das ist natürlich etwas unglücklich. Aber am Sonntag muss die Kulisse die Spieler tragen, unabhängig von der Form oder Fitness“, urteilt Hartenstein, „außerdem hatten wir dafür die Gelegenheit, die Oberensinger genau zu beobachten.“ Unbekannt sind sich die Mannschaften ohnehin nicht, denn sowohl in der Sommer- als auch in der Wintervorbereitung trafen beide Teams bereits aufeinander – einmal mit Vorteil Oberensingen (2:1) und einmal mit dem besseren Ausgang für Köngen (1:0). Das alles wird am Sonntag jedoch keine Rolle spielen, denn welch riesige Brisanz der Lokalschlager mit sich bringt, unterstreicht allein die Zuschauererwartung. Die Wernauer SF kalkulieren mit rund 2500 Besuchern. „Das wird für viele das bisher größte Spiel in ihrer Fußballer-Laufbahn. Es geht um alles oder nichts“, freut sich Hartenstein.

Relegation zur Bezirksliga

Der VfB Oberesslingen/Zell hat sich bisher in der Relegation schadlos gehalten, den TSV Grafenberg und die TSG Salach bezwungen und bestreitet am Sonntag (15 Uhr) auf dem Sportgelände der FV 09 Nürtingen das alles entscheidende Spiel gegen den Bezirksliga-Relegisten FTSV Kuchen. Natürlich hat VfBO-Trainer Avdo Smajic ein paar Informationen über den Gegner eingeholt, will aber in erster Linie auf die eigenen Stärken schauen. „Ich weiß, was die Mannschaft kann“, sagt der Trainer. Die höherklassigen Kuchener sieht Smajic zwar im Vorteil und in der Favoritenrollen, aber durch die beiden Siege in der Relegation hat die Mannschaft genug Selbstvertrauen getankt, um die Aufgabe optimistisch anzugehen. „Wir gehen mit breiter Brust in die Partie, denn wir haben nichts zu verlieren“, sagt Smajic.

Relegation zur Kreisliga A

Der TSV Deizisau II, Zweiter der Kreisliga B, Staffel 1) hat sich im ersten Relegationsspiel gegen den TSV Denkendorf II (Zweiter der Kreisliga B, Staffel 2) mit 3:1 durchgesetzt und will nun auch am Samstag (16 Uhr beim TSV Harthausen) das „Endspiel“ gegen den Kreisliga-A-Relegisten SV 1845 Esslingen gewinnen. „Im Gegensatz zu Esslingen sind wir im Spielrhythmus“, sagt der Deizisauer Spielleiter Thomas Stiehl und wertet dies als kleinen Vorteil „Wir werden das Bestmögliche versuchen, um zu gewinnen“, sagt Stiehl. Die Deizisauer können personell aus dem Vollen schöpfen.

Die SV 1845 hat die letzten Spiele der Punkterunde haushoch verloren. „Da haben wir ziemlich abgebaut“, räumt Abteilungsleiter Wolfgang Walter ein. Deshalb wollen die Esslinger gegen Deizisau „die Kräfte bündeln und eine etwas verkorkste Saison retten“. Die Deizisauer stuft Walter als starke Mannschaft ein, die Chancen, den Klassenverbleib zu schaffen, beziffert er mit 50:50. „In einer Relegation kann alles passieren“, fügt Walter hinzu und macht klar: „Wir wollen auf jeden Fall in der Kreisliga A bleiben und nicht wieder von vorne anfangen.“

Selbst bei einer Niederlage haben die beiden Kontrahenten noch die Chance aufzusteigen, beziehungsweise in der Kreisliga A zu bleiben. Wenn der VfB Oberesslingen/Zell gegen Kuchen den Sprung in die Bezirksliga schafft, bleiben die SV 1845 drin und die Deizisauer rücken eine Klasse höher.

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