Einsatz für die Brandbekämpfer in Kuchen: Sie befreiten einen Waschbären aus einem Entwässerungsschacht. Mit Hilfe seiner für Menschen gemachten Trage wird dem Tier in die Freiheit geholfen.
Wenn die Feuerwehr wegen einer Tierrettung alarmiert wird, handelt es sich oft um Katzen, die Hilfe benötigen. In Kuchen war das unlängst anders: Die ehrenamtlichen Kräfte hatten es mit einem Waschbären in Not zu tun. Die Freiwillige Feuerwehr Kuchen wurde zum Sommerberg alarmiert, weil ein Waschbär in einem Entwässerungsschacht stecken geblieben war.
Ein Spaziergänger hatte bemerkt, dass das Tier in einer Dole festsitzt, sagt Maximilian Pleier, stellvertretender Kommandant. Der Waschbär habe sich selbst nicht mehr aus dem Entwässerungsschacht befreien können. Für die Rettung seien das richtige Gerät und „Manpower“ nötig gewesen, schreibt die Feuerwehr auf ihrer Internetseite. Sieben Feuerwehrleute waren im Einsatz, vier weitere als Reserve im Feuerwehrhaus.
Rettungsversuch mit einer Leiter scheitert
Zunächst machten die Helfer das Gitter des Schachts auf. „Erst haben wir es mit einer Leiter probiert, aber der Waschbär ist nicht hochgekommen, sondern immer wieder abgerutscht, weil es zu glatt war“, beschreibt Pleier. „Wir haben den Waschbären dann mit unserer Trage retten können, die eigentlich für Menschen gemacht ist.“ Mit der Schleifkorbtrage gelang es, das Tier zu befreien. „Der Waschbär ist schnell weggerannt, als er aus der Dole befreit war“, sagt der Feuerwehrmann. Die Rettung selbst dauerte nur eine Viertelstunde, der Einsatz anderthalb Stunden, unter anderem musste die Trage hinterher gereinigt werden.
Zu dem Waschbären hinunterzuklettern wäre theoretisch möglich, aber zu gefährlich gewesen. Schließlich handele es sich um ein Wildtier mit einem scharfen Gebiss, betont Maximilian Pleier. Er hatte bis dato noch nie einen solchen Waschbär-Einsatz bei der Feuerwehr erlebt. Dass sich die drollig wirkenden Wildtiere in den Städten und Dörfern im Filstal seit mehr als fünf Jahren massiv ausbreiten, ist ein bekanntes Problem.