Wie heizte der Vornutzer? Was wäre der normale Bedarf? Der Energieausweis verrät es.
 Foto: pixabay © TBIT (CC0 Creative Commons)

Die Einführung des Energieausweises Mitte 2008 sollte Anreize zur energetischen Sanierung von Gebäuden schaffen. Wer eine Wohnung oder ein Haus vermieten, verkaufen oder verpachten möchte, benötigt seitdem einen Energieausweis. In der Werbung für Immobilienangebote müssen Angaben zum Energiestandard gemacht, und der Ausweis muss Interessenten bei der Besichtigung unverzüglich vorgelegt werden. Anderenfalls drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro.

Gültigkeit zehn Jahre

Die ersten Pflicht-Energieausweise für Altbauten verloren in diesem Jahr bereits ihre Gültigkeit. Hauseigentümer sollten prüfen, ob sie aktuell schon einen neuen Energieausweis für ihr Gebäude brauchen.

Nur bei Nutzerwechsel

Der neue Ausweis ist jedoch erst nötig, wenn ein Nutzerwechsel ansteht. Wer sein Gebäude selbst bewohnt, braucht keinen Ausweis.

Wer ist betroffen?

Wer eine Wohnung in einem vor 1966 errichteten Haus vermieten, verkaufen oder verpachten möchte und gleich zu Beginn dieser Pflicht einen Energieausweis beauftragt hat, brauchte zum 1. Juli 2018 einen Neuen. Ab 1. Januar 2019 fallen auch die Energieausweise für nach 1966 gebaute Wohngebäude Schritt für Schritt unter das Verfallsdatum – für solche Gebäude wurde die Energieausweispflicht erst ein halbes Jahr später, zum 1. Januar 2009, eingeführt. Bei Neubauten und energetisch modernisierten Gebäuden wird der Energieausweis seit 1. Oktober 2007 benötigt. Auch bei diesen Gebäuden sind die ersten Energieausweise bereits ungültig geworden.

Sie haben die Wahl

Wer jetzt einen neuen Energieausweis benötigt, kann zwischen zwei Arten von Energieausweisen wählen, dem Energiebedarfsausweis und dem Energieverbrauchsausweis. Der erste zeigt den berechneten Energiebedarf des Gebäudes. Der zweite wird dagegen auf Basis des tatsächlichen Energieverbrauchs der letzten drei Jahre ausgestellt. Fachleute kritisieren die geringe Aussagekraft beider Varianten und bemängeln, dass der Energieausweis häufig Anlass für Rechtsstreitigkeiten gibt.

Welcher Ausweis ist besser?

Für Mieter und Käufer von Ein- oder Zweifamilienhäusern ist der Bedarfsenergieausweis aussagekräftiger, da er eine Analyse des baulichen Zustandes und der Heiztechnik wiedergibt, während der Verbrauchsausweis lediglich angibt, wie hoch der Verbrauch des Vornutzers gewesen ist.

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