Laut Online-Portal Statista wohnten im Jahr 2019 rund 33,6 Millionen Bundesbürger in den eigenen vier Wänden. Foto: Unsplash/Milivoj Kuhar

Immobilien gehören in Deutschland zu den beliebtesten Kapitalanlagen. Während ein Eigenheim den Besitzern viele Sicherheiten bietet, kommen auf diese auch viele Herausforderungen und Verpflichtungen zu.

Immobilien gehören in Deutschland zu den beliebtesten Kapitalanlagen. Laut Online-Portal Statista wohnten im Jahr 2019 rund 33,6 Millionen Bundesbürger in den eigenen vier Wänden. Während ein Eigenheim den Besitzern viele Sicherheiten bietet, kommen auf diese auch viele Herausforderungen und Verpflichtungen zu. Darunter fallen regelmäßige Wartungsarbeiten, die für den Werterhalt sorgen.

Warum Pflege und Wartungsarbeiten so wichtig sind

Wurde das Haus gerade erst neu gebaut, gibt es in den ersten Jahren nach der Fertigstellung meist nur wenige Probleme. Durch den fortgeschrittenen Verschleiß muss man bei älteren Häusern mit mehr Störungen oder Ausfällen rechnen. So können mechanische Teile ausfallen, Rohrschäden entstehen oder die Gebäudeleittechnik versagen. Bei neueren Häusern ist man jedoch auch nicht vor Komplikationen gefeit. Denn je mehr Technik eingesetzt wird, desto empfindlicher kann ein miteinander vernetztes System auf Störungen reagieren. Die regelmäßige Wartung ermöglicht einem Hausbesitzer jedoch, bestimmte Vorboten früh zu erkennen und Folgeschäden zu vermeiden. Dies gilt nicht nur für die Gebäudetechnik, sondern auch für die Fassade, das Mauerwerk und die Innenausstattung wie Küche und Sanitäranlagen.

Tägliche Maßnahmen

Die meisten Hauseigentümer wissen, dass die Instandhaltung des Eigenheims bereits bei kleinen täglichen Aufgaben beginnt. Zum Beispiel ist das regelmäßige und richtige Lüften wichtig, um die Entstehung von Schimmel zu vermeiden. Dieser schadet nämlich nicht nur der Gesundheit der Hausbewohner, sondern auch der Bausubstanz. Schimmelsporen befinden sich fast immer in der Luft, können jedoch erst mit ihrem Wachstum beginnen, sobald genügend Feuchtigkeit vorhanden ist. Mit Vorliebe wächst Schimmel auf organischen Materialien wie feuchten Tapeten. Durch das natürliche Atmen und Schwitzen sowie durch Tätigkeiten wie Kochen und Duschen gibt ein Mensch täglich etwa vier Liter Wasserdampf an die Raumluft ab. Aus diesem Grund müssen Räume regelmäßig gelüftet werden: Mit drei Stoßlüftungen pro Tag kann man Schimmel erfolgreich vorbeugen. Zur Pflege eines Hauses oder einer Wohnung gehört auch die korrekte Reinigung von oft genutzten Räumen wie Küche und Bad. In beiden Wohnbereichen wird viel mit Wasser hantiert, was Verkalkungen begünstigt und den Verschleiß von Geräten und Gebrauchsgegenständen beschleunigt. Duschen mit Kacheln neigen zur Schimmelbildung in den Fugen und zu Kalkablagerung an den Armaturen, wenn man diese nach Gebrauch nicht sofort abtrocknet. Auch das WC kann von Kalk und unschönen Ablagerungen befallen sein. Um dem vorzubeugen, empfiehlt es sich, regelmäßig effektive Reiniger zu verwenden, die zusätzlich für langanhaltende Frische sorgen. Abwasserrohre bewahrt man vor Verstopfungen, indem zum Beispiel kein heißes Fett in die Spüle gegossen wird. Dies vermeidet, dass später der Einsatz von aggressiven Chemikalien nötig wird.

Wartungsarbeiten: Alle 5 bis 30 Jahre

Andere Reparaturarbeiten im oder am Haus fallen höchstens alle paar Jahre an, sollten aber keinesfalls vernachlässigt werden. Dazu gehören zum Beispiel frische Anstriche bei Fensterrahmen aus Holz, neue Außenanstriche an Fassaden und das Streichen der Innenwände. Diesen Aufgaben kommen Hauseigentümer am besten alle 5 bis 15 Jahre nach. Im selben Zeitfenster sollten auch Dachdeckungen, Ölbrenner und Pumpen überprüft werden. Alle 15 bis 30 Jahre ersetzen viele Eigentümer ihre Heizkessel und -thermen sowie die Abdichtungen vieler Bauteile, für die Fugmaterial verwendet wurde. Besonders bei Fenstern ist eine optimale Abdichtung für ein effizientes Heizen wichtig. Nach spätestens 20 Jahren steht meist auch die Erneuerung von Dachrinnen und Fallrohren an. Die Lebensdauer von Bauteilen hängt von vielen Faktoren wie Witterung, Qualität der Baumaterialien und Beanspruchung ab. Regelmäßige Kontrollen sind deshalb stets notwendig, um böse Überraschungen zu vermeiden. Bei bestimmten Bauelementen wie Dacheindeckungen oder Schornsteinköpfen sollten sich Hauseigentümer die Meinung von Fachleuten einholen. Bevor sich zukünftige Wohnungseigentümer für eine Immobilie entscheiden, müssen sie die entsprechenden Instandhaltungskosten als Investition sogar miteinplanen. Diese sind nämlich vom Eigentümer zu tragen und werden vom Gesetzgeber verlangt – je älter das Bauwerk ist, desto höher fällt die Instandhaltungsrücklage aus, die man vor dem Kauf vorzuweisen hat.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: